SMV / FSAM

Einleitung 5P

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Mit der Anleitung für ein Briefing am Hang knüpfen wir an den Artikel der letzten Ausgabe «Unfallverhütung und Einflussnahme im Modellflug» an. Die Diskussion über Sicherheit und Verhalten ist niemals abschliessend, das Thema begleitet Aviatiker aller Sparten, solange sie fliegen. Gemessen werden unsere Ideen, Vereinbarungen und Regeln jedoch an der Realität, draussen beim gemeinsamen Fliegen.

Die nachfolgende Checkliste ist eine Anleitung, wie ein sicherer und freudvoller Flugtag zustandegebracht werden kann. Sie dient dem Piloten, der das Briefing durchführt, und sie ist gleichzeitig eine Kurzfassung für alle Piloten.

Warum 5P? – Spätestens mit 5 Piloten ist jeder Luftraum so intensiv genutzt, dass eine deutlich erhöhte Aufmerksamkeit jedes Einzelnen erforderlich ist und nicht mehr gleich unbeschwert herumgeflogen werden kann, wie wenn beispielsweise die immer gleichen 2 bis 3 Freunde am Haushang um die Wette fliegen. 5 Punkte sind das Maximum an Themen, die man fairerweise ansprechen kann, ohne das sehnlichst erwartete Fliegen unnötig zu verzögern und das eigene Memory nicht zu überlasten.

Aus meiner Sicht ist der Einstieg beim ersten Punkt, also der Begrüssung, der wichtigste: Wir alle wollen alles tun, damit alle einen supertollen Flugtag erleben!



5 Piloten – 5-Punkte-Anleitung für ein Briefing am Hang


1. Begrüssung

- Hoi zäme, guten Morgen, hello pilots, buon giorno cari piloti, bonjour pilotes.
- Wir wollen alle zusammen einen schönen, coolen und unge-trübten Tag erleben.
- Dass dies auch dann möglich ist, wenn gleichzeitig mehrere Piloten – 5 oder mehr – den Luftraum teilen, machen wir ein Briefing, wie das der Schweizerische Modellflugverband vorschlägt.
- Es ist wichtig, dass alle dabei sind; es dauert rund 10 Minuten für die 5P, die 5 Punkte.
- Es geht dabei um die Sicherheit von uns Piloten, Zuschauern und Passanten sowie um unsere Modelle in der Luft.


2. Zusammenstehen

- Alle Piloten stehen so nahe zusammen, dass wir uns gut hören, auch dann, wenn es windet.
- Ausser bei Start und Landung. Beides melden wir zuvor laut und deutlich an.


3. Ansagen

- Ansagen machen wir laut und deutlich. Sie heben sich von der üblichen Lautstärke ab.
- Start: «Kann ich starten?» – das O.k. jedes Piloten einholen. Ansonsten nicht starten.
- «Start» wird durch den Piloten oder die helfende Startperson gerufen.
- Landung: «Ich werde landen» ist die erste Ansage, wenn das Modell noch hoch ist. Piloten können sich äussern, um noch vorher zu landen, oder für einen raschen Vorbeiflug.
- Nach der Ansage weiter fliegen ist nicht erwünscht.
- «Ich lande.» Der landende Pilot ist jetzt darauf angewiesen, im Landeanflug nicht mehr anderen Fliegern ausweichen zu müssen.
- «Ich muss landen» ist der Text, wenn keine andere Option mehr besteht.

- Das Modell wird unverzüglich aus der Piste getragen. Dann heisst es: «Piste frei!»
- Rasche Vorbeiflüge mit Anlauf: «Ich komme von / vom (Ortsbezeichnung)». Alle Ortsbezeichnungen (Ortschaften, Bergnamen) klar benennen. Höchstens vier. Eine bezeichnet die Richtung von vorne, 90 Grad auf den Hang zu. Mit «Bangladesh» wird der Anflug von unten nach senkrecht oben angesagt. Folgen dem Vorbeiflug weitere Figuren, heisst es danach «bin weg».
- «Landefeld ist frei» ist die Ansage, wenn der Pilot sein Modell gelandet und zum Vorbereitungsraum zurückgeholt hat. Erst dann darf der nächste Pilot landen oder tief vorbeifliegen.


4. Distanzen und Kreisflug

- Wir halten die Distanz von mindestens 20 m ein. Zu allen, die fliegen, nicht fliegen, zuschauen, vorbeilaufen.
- Kreisflug heisst, 360-Grad-Kreise fliegen rund um den Standort des Piloten. Sobald 4 oder mehr Piloten in der Luft sind, verzichten wir darauf, weil die andern dadurch abgelenkt und in ihrem Flugverhalten eingeschränkt werden.


5. Respekt

- Wir respektieren heute diese Regeln bis zum Schluss.
- Wir entschuldigen uns, wenn wir doch mal zu nahe an Menschen oder Fliegern vorbeifliegen.
- Unmut besprechen wir in Ruhe nach der Landung auf kollegiale, konstruktive Art.
- Unmut und Kollisionen vermeiden wir, indem wir den nahen Luftraum jeweils nur für kurze Zeit besetzen. Stichworte: Kreisflug, Speedwenden und Akroprogramme auf Augenhöhe, herumtollen mit Leichtfliegern vor der Nase.
- Gibt es Fragen? Haben wir Piloten unter uns, die mit den hiesigen Verhältnissen nicht vertraut sind und eine Einweisung wünschen?

Vielen Dank. Schöne Flüge und many happy landings!



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