Nachruf Ruedi Hadorn
Am 3. Juli 2018 ist Ruedi Hadorn 82-jährig verstorben. Vielen, vor allem den Heli-Fliegern, war er weltweit ein Begriff, jahrzehntelang amtete er als FAI-Punktrichter. In dem Amt war er praktisch auf jedem Kontinent, unter anderem an WMs und EMs, unterwegs. Es spricht sehr für ihn, dass er immer und immer wieder eingeladen wurde, er war ein strenger, aber sehr fairer und beliebter Punktrichter.
Einige Jahre war er auch Präsident der MG-Bern, da wurde er zum Ehrenmitglied. Bei unserer Clubgründung in Riggisberg war er mit dabei, wir waren sehr froh um seine Hilfestellung, wir waren ja damals jung und unerfahren. Modellmotoren sammeln war ebenfalls eine Leidenschaft von Ruedi, stolz zeigte er die sehr seltenen Antriebsaggregate. Meines Wissens war er auch mal Schweizermeister in der Klasse RCM, so nannte man zu der Zeit die Kategorie der Motorflieger ohne Querruder. Er war auch ganz von Anfang an bei der Heli-Fliegerei mit dabei. Da wurde seinerzeit die EHA (European Helicopter Association) gegründet, die Sparte war damals noch nicht FAI-offiziell. Es wurde ein riesiger Figurenkatalog erstellt, da brauchte es natürlich die Sicht eines erfahrenen Punktrichters. Hier war Ruedi gefragt, Figuren wurden zu Papier gebracht, Koeffiziente zugeteilt. An fast jedem Heli-Wettbewerb in Europa sass er bei jedem Wetter

stundenlang auf dem Punktrichterstuhl. Bei uns am Heli-Treffen Riggisberg ab und zu auch bei Schneegestöber, Seite an Seite mit den legendären Gustav Sämman und Lars Wegner. So kam er selber gar nicht mehr allzu oft zum Fliegen, aber an Silvester das Jahr ausfliegen mit seinem Falke war lange Jahre ein Muss für ihn. Ich hatte das grosse Glück, Ruedi nicht nur an den Fliegerwochenenden zu treffen, sondern jeden Tag, er war mein Chef im Beruf. Wir waren noch mit Lochkarten unterwegs, wie es halt damals noch war in der EDV. Da wurde aber unter Ruedis Leitung auch sehr rasch modernisiert. Zwischendurch konnten wir natürlich noch die Heli-Wettbewerbe etwas aufarbeiten. Immer gut gelaunt, positiv eingestellt, so geht's halt auch auf der Arbeit deutlich ringer. Viel haben wir gelacht und das auf der Arbeit, heute kaum mehr denkbar... Motorradfahren war eine weitere Leidenschaft von Ruedi, Passfahrten mit den Töffkollegen war bei schönem Wetter ab und zu auf dem Programm. In letzter Zeit kamen dann gesundheitliche Probleme immer stärker zum Vorschein, traurig, das mit anzusehen. Am Schluss muss man dann oft von einer Erlösung sprechen, aber trotz allem sei er friedlich eingeschlafen, sagte Heidi, seine Frau. Den Hinterbliebenen, Kindern, Grosskindern, spreche ich im Namen der ganzen Modellfliegergemeinschaft mein tiefes Beileid aus. Wir alle werden Ruedi so in Erinnerung halten, wie wir ihn auf den Flugplätzen erleben durften. ■
Werner Koelliker (links) und Ruedi Hadorn.
*Ueli von Niederhäusern*

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