Bell 412 – Original und Modell
Die Bell 412 ist ein Helikopter des Herstellers Bell Helicopter aus den USA. Der Helikopter wurde ausgehend von der Bell 212 weiterentwickelt. Es handelt sich um einen turbinengetriebenen Mehrzweckhelikopter, der sowohl zivile als auch militärische Abnehmer in aller Welt gefunden hat.
Die Nasenpartie mit den beiden Staurohren, die Radarnase und die Klappe als Zugang zum Radar.
EXT PWR
28V
D.C.

Die Bell 412 ist eine Weiterentwicklung der weltweit genutzten UH-1 Iroquois, die inoffiziell als auch «Huey» bezeichnet wird. Der Erstflug fand im August 1989 statt. Bis heute wurden knapp 1000 Exemplare in allen möglichen Varianten ausgeliefert.
Die Einsatzbereiche der Bell 412 sind unter anderem
- luftgestützte Aufgaben der Küstenwache
- Seenotrettung/Search and Rescue (SAR)
- Offshore-Einsätze (Überseeflüge, z. B. zur Versorgung von Bohrinseln)
- der luftgestützte Rettungsdienst als Rettungs- oder Intensivtransporthelikopter
- die Nutzung im Rahmen der Aufgaben der Luftstreitkräfte verschiedener Armeen
Je nach Einsatzzweck, bietet Bell unterschiedliche Zusatzausrüstungen an, so etwa eine Seilwinde, ein Wetterradar, einen Suchscheinwerfer, ein Forward-Looking-Infra-Red-(FLIR) Überwachungssystem sowie die Möglichkeit der Mitführung von Aussenlasten wie etwa Feuerlöschbehälter (Bambi Buckets). Die Bell 412 kann auch instrumentenflugtauglich nach IFR-Flugregeln ausgerüstet werden.
Die «4» in der Typenbezeichnung der Bell 412 steht für den Vier-Blatt-Hauptrotor (Bell 212 – zwei Rotorblätter). Das Drehmoment des Hauptrotors gleicht ein Zwei-Blatt-Heckrotor aus. Der Helikopter kann sowohl mit Kufenlandegestell als auch mit Fahrwerk geliefert werden. Mit der Bell 412 hat die US-amerikanische Bell Helicopters Textron Inc. einen Helikopter im Programm, der international äusserst oft im Intensivtransport genutzt wird. Gerade in den USA ist dieser vergleichsweise grosse Helikoptertyp vielfach im Einsatz, um schwer erkrankte bzw. verletzte Personen zwischen den einzelnen Schwerpunktkliniken zu verlegen.
Der Snowy Hydro SouthCare ist ein Rettungs- und fliegerärztlicher Helikopterdienst, der seine Basis auf dem internationalen Flugplatz von Canberra in Australien hat. Das Einsatzgebiet deckt das australische Capital Territory, Teile von New South Wales, einschliesslich der Region South Coast, Teile des südlichen Tablelands, Regionen von Central und West Riverina und den südlichen Teil zur Grenze zu Victoria ab. SouthCare betreibt eine einzelne Bell 412 durch CHC Helicopters, mit medizinischen Besatzungen des Capital Region Retrieval Service und der ACT-Regierung-Gesundheitsdirektion. Der Dienst dieser Rettungsorganisation wird durch erhebliche Mittel von Snowy Hydro, einem hydroelektrischen Energie-Unternehmen, gesichert. Rettungs- und Bergungsmissionen ausserhalb des Einsatzgebietes werden mit dem Ambulance Service of New South Wales koordiniert. Die Snowy Hydro SouthCare wurde 1998 gegründet und führte im Januar 2013 bereits den 5000. Einsatz durch.
Zu den vom Helikopter geflogenen Einsätzen gehören Primär- oder Rettungseinsätze, bei denen die Patienten stabilisiert und von den Unfallplätzen zu grossen Krankenhäusern geflogen werden. Im Weiteren sekundäre Missionen wie Patiententransporte zwischen grossen und regionalen Krankenhäusern, um auf dringende Spezialbehandlung zugreifen zu können. Weitere Missionen umfassen Such- und Rettungsaufgaben sowie Feuerbekämpfung.
Gegründet wurde der SouthCare-Helikopter-Service im Oktober 1998. Bereits im Dezember desselben Jahres stand einer der grösseren Einsätze der Geschichte der Organisation an. Beim Sydney-Hobart-Yacht-Race, bei extremen Wetterbedingungen, verloren sechs Menschen auf fünf Yachten ihr Leben. Die SouthCare-Besatzungen retteten dabei bei dem über mehrere Stunden dauernden Einsatz neun Segler von zwei gekenterten Segelyachten. Als Anerkennung für ihre ausserordentliche Leistung bei der Rettung leistete der Cruising Yacht Club of Australia eine Spende in Höhe von 20000 Dollar an den SouthCare Helicopter-Service, welcher das Geld in der noch jungen Firmengeschichte gut gebrauchen konnte.
1999 unterzeichnete SouthCare mit dem International Airport Canberra einen Fünfjahresvertrag, was der Rettungsorganisation die kostenlose Benützung eines Hangars und die Flugbewegungen ohne Kosten einbrachte. Die vorläufige Massnahme ermöglichte es, den Dienst aufrechtzuerhalten, während die Planungen und der Bau eines eigenen Hangars fortgeschritten, der 2005 in Betrieb ging. Im Juni 2013 erhielt SouthCare von australischen Regierungsfonds für regionale Entwicklung 500000.- australische Dollar. Das Geld wurde dazu verwendet, den Bau einer Verwaltungs- und Ausbildungsstätte bei der Basis zu finanzieren und zu erstellen. Ab Mitte 2017 wurde der Dienst der Bell 412 durch eine AgustaWestland AW139 ersetzt. Im November 2016 ist der AW139 auf die Snowy Hydro SouthCare resigniert worden. Wiederum hat bei diesem Typenwechsel die Firma Snowy Hydro einen beachtlichen Beitrag an den neuen Helikopter gesponsert.

| Vorbild / Original | Modell / Modèle réduit | |
|---|---|---|
| Massstab / Échelle: | 1:7 | |
| Rotordurchmesser / Diamètre du rotor: | 14,00 Meter | 1,78 Meter |
| Länge / Longueur: | 14,00 Meter | 1,66 Meter |
| Höhe / Hauteur: | 3,90 Meter | 0,49 Meter |
| Breite / Largeur: | 2,80 Meter | 0,34 Meter |
| Leergewicht / Masse à vide: | 3066 Kilogramm | |
| Startgewicht / Masse au décollage: | 5400 Kilogramm | 10,1 Kilogramm |
| Geschwindigkeit / Vitesse: | 250 km/h | |
| Reichweite / Autonomie: | max. 700 Kilometer |

Lange war Luca Jardini auf der Suche nach seinem ersten Scale-Projekt, aber beim Modell war er sich nie richtig schlüssig. Dies änderte sich aber an der JetPower 2010 in Bad Neuenahr, als er am Stand von Vario das Modell der Bell 412 sah. Von nun an stand fest: Dieses Modell sollte es werden.
Gleichzeitig waren auch noch drei seiner Kollegen auf der Suche nach einem neuen Scale-Projekt, und da ja bekanntlich alles zusammen besser geht, wurde der Entschluss gefasst, vier Full-Scale-Modelle zu bauen und mit den Modellen als Staffel an Veranstaltungen aufzutreten. Die Rumpfbausätze, Rotorköpfe und Zubehör, wurden bei Vario bestellt und zusammen beim Vario-Event 2011 in Gräfendorf abgeholt.
Da das Modell mit Turbine betrieben werden sollte, fiel der Entscheid anhand der Grösse des Modells auf die JetCat PHT2.
Durch einen Zufall wurden die vier Freunde plötzlich mit der Tatsache konfrontiert, dass die Modelle, welche mit einer PHT2 angetrieben werden, die Gewichtsmarke von neun Kilogramm nicht übersteigen sollten. Bei einem Wiegen aller zu verbauenden Komponenten, angefangen beim Rumpf, bis hin zu den Scale-Anbauteilen, zeigte die Nadel der Waage bereits 11 Kilogramm. Dabei war aber noch kein Tank sowie im Minimum noch zwei Liter Kerosin.
Nach mehreren Nachfragen bei JetCat und anderen Händlern mit Turbinen-Erfahrung wurde immer mehr klar, dass das Turbinen- durch ein Elektro-Projekt ersetzt werden musste. Da das Modell des einen Kollegen von Luca schon weit vorangeschritten war, konnten mit der turbinenbetriebenen Bell 412 Testflüge unternommen werden. Doch was die Theorie vorgab, wurde in der Praxis Realität. Beim zweiten Flug bereits gab die PHT2 ihren Dienst auf. Mit 11,3 Kilogramm war das Modell einfach zu schwer, um mit dieser Turbine betrieben werden zu können.
Nun war auch für alle anderen klar: Das Formationsfliegen mit vier Bell 412 gehörte zur Geschichte. Einzig Luca Jardini gab nicht auf. Mehr als je zuvor stand für ihn fest, die «Bell» in die Luft bringen zu können.
Die PHT2 wurde ausgebaut und durch eine Elektromechanik ersetzt. Als Motor kommt ein Scorpion zum Einsatz, geregelt von einem Castle 120HV, angetrieben mit 2× 6S-5000er-Akkus. Als Servos wurde von Luca die Futaba BLS 451 an der Taumelscheibe und am Heck verbaut. Als Lagestabilisierung verwendet er immer noch den Helicommand Rigid mit einem Heck-Kreisel Futaba GY401. Da der Heckrotor beim Original oben am Heck frei montiert ist, entschied Luca sich für den M-Copter, der dem Vorbild sehr nahekommt.
Seit dem Anfang des Projektes stand eigentlich auch das Vorbild fest. Die Bell 412 von Air Zermatt sollte es werden. Bei einem nächtlichen Suchen im Internet nach Details des Vorbildes stach ihm aber plötzlich ein anderes Vorbild ins Auge. Nach einigen innerlichen Kämpfen und einer schlaflosen Nacht entschied Luca sich um; es soll die Bell 412 nach dem Vorbild von Snowy Hydro SouthCare werden. Ein Mail nach Australien war schnell verfasst, und er traute seinen Augen fast nicht, als nach nur sechs Stunden schon alle Fragen beantwortet wurden, Detailfotos und Vorlagen des Originals zurückkamen. Einzig als Gegenleistung dafür wollten die Verantwortlichen bei Snowy Hydro SouthCare nach Beendigung des Modellbaus, dass ihnen einige Fotos zugestellt würden.
Mit diesen sehr detaillierten Bildern konnte sich Luca nun daran machen, die Details am Modell auf- resp. anzubringen. Da SSM-Technik (heute alk.ch) über ein grosses Scale-Sortiment verfügt, wurde damit viel Arbeit abgenommen. Was aber selber durch ihn ausgeführt wurde: der Servicedeckel auf der einen Seite am Heck und auf der Radarnase, der feste Teil vorne an der Schiebetüre zum Öffnen, die beiden Zusatztanks unten seitlich am Rumpf mit Stufen, dem Landegestell den richtigen Winkel geben, Rettungswinde und die VHF-Antenne am Ausleger.
So war ein Jahr ins Land gegangen und vor Luca stand seine Bell in voller Grösse, rohbaufertig. Der Erstflug stand an und verlief auch ohne weitere Probleme. Nur waren nach einer Schwebeflugzeit von nur vier Minuten die Akkus schon fast zu 70% geleert. Auch das sehr eigendynamische Flugverhalten mochte nicht zu überzeugen. Aber wo lag der Fehler?
Für die Turbinenausführung war ein 4-Blatt-Rotorkopf mit M-Blades mit 75 mm Breite gekauft worden. Dieser wurde auch verbaut, aber das benötigte Drehmoment für diese breiten Blätter brauchte einfach zu viel Strom. Nach einigen Recherchen und Rücksprachen mit Fachleuten wurde Luca empfohlen, den Kopf und die Blätter auf das System von Vario mit zwei Blattschrauben zu wechseln, was er auch schnell befolgte. Und siehe da, diese Änderung brachte nun Flugzeiten von über zehn Minuten, und die Eigendynamik war weg, und das Modell flog stabil am Knüppel.
Nun konnte das Modell wieder auseinandergebaut werden, um die sehr aufwendigen Lackierarbeiten vorzunehmen, die sich über mehrere Monate erstreckten. Um die Kosten nicht explodieren zu lassen, nahm Luca sämtliche Schleif- und Abdeck-Arbeiten selber vor. Seit 2013 sieht man Luca Jardini regelmässig auf Veranstaltungen mit seiner Bell 412 in der Lackierung von Snowy Hydro SouthCare. Die Tatsache, dass es sich um eine aussergewöhnliche und seltene Lackierung handelt, liegt darin begründet, dass Modellbilder von Lucas Bell 412 auf der Internetseite und im Katalog von Vario verwendet werden.


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