Geschichte

RC-Segelflug Kategorie F3B in Interlaken

von Markus Burkhard
9

30 Modellflieger aus den verschiedenen Regionen trafen sich am Wochenende des 25./26. August in Interlaken zur F3B-Schweizer-Meisterschaft 1979. Organisator dieses anspruchsvollen Wettbewerbs war zum erstenmal die Modellfluggruppe Interlaken, die über die notwendigen Einrichtungen verfügt.


Nach der Abnahme und Kennzeichnung der Segler wurde um 13 Uhr zum ersten Durchgang gestartet. Bei sommerlichem Wetter und guter Thermik wurden in der Disziplin A und im nachfolgenden Streckenflug viele Maxima erflogen. Vorgesehen waren insgesamt sechs Durchgänge mit je zwei Disziplinen, entweder A + B oder A + C.

Während am Samstagnachmittag bei guten Bedingungen um Punkte gekämpft wurde, entwickelte sich am Sonntag eine wahre Regenschlacht. Die wenigen Minuten, in denen es nicht in Strömen goss, waren selten. Ich glaube, es gab keinen Konkurrenten, der alle seine Flüge im Trockenen absolvieren konnte. Aber auch unter diesen erschwerenden Umständen sah man viele optimale Flüge in den drei Disziplinen, und etliche Tausender konnten verbucht werden.



RANGLISTE - SCHWEIZERMEISTERSCHAFT F3B - ELITE, vom 25./26. August 1979 in Interlaken
...
RangName, VornameMGA DG 1B DG 1C DG 2A DG 2C DG 3A DG 3B DG 4A DG 4TOTAL
1LAEDERACH GerhardTU210956801800100013,08763607093416,2876359901000180010003571009977363
2Senn HanspeterWT34980927165091612,49193469592814,6972210956791500833360859717205
3Binkert RuediWH333608771800100016,86781969563215,2934286908371725958284908166732

Durch das miese Wetter fielen zwei Durchgänge buchstäblich ins Wasser, und der Wettbewerb musste nach vier Durchgängen abgebrochen werden. Die detaillierte Rangliste mit den Resultaten jedes einzelnen Flugs gibt genügenden Aufschluss über den punktemässigen Ablauf des Wettkampfes, so dass ich auf eine eingehende Kommentierung verzichten kann. Hervorzuheben ist die bravouröse Leistung des Siegers und des Zweitplatzierten, die von den acht Flügen einen Durchschnitt von 900 Punkten erreichten – und das zum grössten Teil im nasskalten, unfreundlichen Wetter – Hut ab!

Hatte ein Konkurrent das Pech, und es ging vielen Koryphäen des F3B-Modellfluges so, einen schlechten Flug zu kassieren, so waren die Siegeschancen vertan. Man durfte und konnte sich nichts erlauben heuer. Ging es einmal einfach bergab, kam man nicht über fünf bis sechs Runden im Distanzfliegen, dann zählte man automatisch zu den Pechvögeln. Aber eben, Segeln braucht nach wie vor ein Quentchen Glück, auch wenn es manchmal scheint, dass immer die gleichen Leute ganz vorne mitmischen.


Auch der Sieger meinte nach einem gelungenen Tausender: «Schwein gehabt». So soll es sein, und wenn bei vielen die Nerven vibrieren und man vor dem Start noch schnell austreten muss, so gehört auch das dazu: Wettkampffieber! Aber denken wir daran, es sollte Plausch bleiben, Freizeitbeschäftigung, auch wenn's um Medaillen geht. Nur einer kann Sieger werden; aber alle, die mitmachen durften, haben gewonnen, weil sie gekämpft haben und immerhin Teilnehmer der Schweizer Meisterschaft waren. Trotz Regen und Kälte war es schön und interessant; doch wenn der Regional-Obmann in den Schlussbemerkungen von einem bisschen mehr Toleranz und Kameradschaft sprach, hatte er auch nicht ganz unrecht.


Bei den Modellen sah man ausser bei den experimentierfreudigen Baslern nichts Neues; wenn aber noch Brillanten und Cumulanten bei F3B-Meisterschaften am Start sind, so stehen sie auf verlorenem Posten.

Am meisten hat mich persönlich das grossflächige Modell des Siegers erstaunt. Wenn viele dachten, dass da im Speed nichts drin liege, so hatten sie sich getäuscht: 13,0 Sek. Aber eben, es ist nicht nur das Modell, das schlussendlich zählt, das weiss nun heute jeder.


Es braucht einiges an Vorarbeit und Organisation, um eine Schweizer Meisterschaft durchzuführen. Dank und Anerkennung gebührt den Organisatoren, vor allem dem Obmann der MG Interlaken, Rudolf Augstburger, und seinen Helfern. Neben den grossen Vorbereitungsarbeiten brauchte es viel Durchhaltewillen, bei dem Sauwetter während Stunden Spiegel zu bedienen und Zeiten zu stoppen, aber alles hat prima geklappt. Danke schön!

Markus Burkhard



Schweizer Meisterschaften 1979
...
1A+B
% P.
+2A+C
% P.
+3A+C
% P.
+4A+B
% P. Total
1.19283750540173631. Läderach GerhardTU-72
2.18773490536672052. Senn HanspeterWT-20
3.18733407530767323. Binkert RuediWH-53



Alle Kategorien anzeigen →

AKTUELL

Sortieren Nach:
Weitere Beiträge →



An error has occurred. This application may no longer respond until reloaded. Reload 🗙