Geschichte

Scale – die Massstabgetreuen (F4C) in Altenrhein

von Andreas Schelling
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Erstmals auf zwei Tage verteilt fand am 27./28. August auf dem Flugplatz Altenrhein (Organisator: MG Thal) die Schweizer Meisterschaft für massstabgetreue Flugmodelle statt, verbunden mit einem Schweizerischen Wettbewerb für «Stand-Off»-Scale. Der wesentliche Unterschied der beiden Kategorien besteht darin, dass die Scale-Modelle direkt ausgemessen, die «Stand-Off»-Scale dagegen aus Distanz mit den Unterlagen verglichen werden.



1 Der neue Schweizer Meister in F4C ist Hansueli Gautschi aus Reinach AG. Das Original seines Doppeldecker-Trainers Stampe S.V.4.B fliegt noch in Belgien. Dass er nicht noch mehr Punkte in der Baubewertung erhielt, ist die «Schuld» seiner fast zu guten Dokumentation. Mehrere auf den Fotos erkennbare, im Prinzip unwichtige Details, die am Modell fehlten, kosteten ihn einige Punkte. Weniger kann oft mehr sein.

2 Die eine Punktrichtergruppe an der Arbeit: Von rechts nach links Dr. Helmut Ziegler, Werner Oegerli, Ruedi Hadorn. In der Bewertung ist das Meistermodell Stampe S.V.4.B.

3 Das Modell des englischen Jagdeinsitzers SE 5a des zweitplatzierten Hansruedi Zeller aus Thal. Dank der weitaus besten Flugleistung blieb er im Gesamtklassement nur sehr wenig hinter dem neuen Schweizer Meister zurück.



6 Peter Müller siegte mit grossem Abstand im Schweizerischen Wettbewerb der «Stand-Off»-Scale. Sein Modell: Douglas SBD-3 «Dauntless».

Die «Stand-Off»-Kategorie brachte einen erfreulichen Gesamtteilnehmerzuwachs, jedoch konkurrierten nur noch drei Teilnehmer (plus einer ausser Konkurrenz) in der «Scale»-Kategorie. Ungeachtet der Leistung dieser drei mutet es etwas seltsam an, dass jeder eine Medaille erhielt und ein Schweizer Meister erkoren wurde. Die Verlängerung des Wettbewerbs auf zwei Tage erlaubte es den Punktrichtern, mehr Zeit für die Baubewertung aufzuwenden. Die Flugbewertung am Sonntag wurde durch Regen etwas beeinträchtigt. Interessant ist der Durchführungsmodus der Flugbewertung. Neben fünf vorgeschriebenen horizontalen Figuren müssen fünf Wahlfiguren geflogen werden, die dem Charakter des Flugzeugs angepasst sind. Vernünftig angesichts der wertvollen Modelle ist auch die Bestimmung, dass nur der beste aus drei Flügen zählt, wobei jeweils zwei Startversuche erlaubt sind.


Ranglisten

(F4C) 1. Hansueli Gautschi, 2943,05 Punkte (davon 1696,75 Baubewertung); 2. Hansruedi Zeller, 2936,45 (1412,95); 3. Peter Müller, 2872,27 (1815,97!); ausser Konkurrenz: Werner Rüegger, 2853,00 (1531,00).

Schweiz. Wettbewerb Stand-Off-Scale: 1. Peter Müller, 2001 (1425); 2. Georg Zeller, 1834,5 (877,5); 3. Peter Gafner, 1570 (675); 4. Marcel Gacond, 1495 (1105); 5. Frank Zülsdorf, 1402 (540); 6. Willi Höhener, 1337,5 (487,5); 7. Adrian Märklin, 1093,5 (377,5); 8. Peter Froideveaux, 597,5 (597,5); 9. Paul Hildebrand, 492,5 (492,5); 10. Hansruedi Zeller, 280 (280).



SM-Scale 77 aus der Sicht eines Konkurrenten

Am 27./28. August wurden auf dem Flugplatz Altenrhein die Scale SM, verbunden mit einem «Stand-Off» Scale-Wettbewerb, durchgeführt. In Scale waren vier und in «Stand-Off» Scale zehn Teilnehmer am Start. Diese geringe Beteiligung ist in Scale erklärbar, aber in der Stand-Off Kategorie nicht ganz zu verstehen. Warum ist «Stand-Off» Scale für die Modellflieger nicht attraktiv genug? Am Interesse und an der Freude für naturgetreue Modelle kann es nicht liegen, man beachte die Modelle auf den einzelnen Ausstellungen. Aber eben, wo sind diese vielen Modelle geblieben?

Wird das Bauniveau in «Stand-Off» Scale wohl überschätzt? Ist dem Modellbauer das Risiko des Fliegens und der Wettbewerbsbedingungen zu riskant oder war der Anfahrtsweg zu diesem Wettbewerb zu lang? Meines Erachtens hat ein Baukastenmodell, sauber nach den gewünschten Unterlagen (3-Seiten-Ansicht und/oder Farbdruck) gebaut, immer noch eine Chance, einen der vordersten Plätze zu belegen.

Nun aber zum Wettbewerb. Die Baubewertung der Modelle wurde am Samstag durchgeführt. Während der Bewertungszeit bot sich die Gelegenheit, die Teilnehmer und ihre Modelle kennenzulernen. Weitere Modelle, die nicht am Wettbewerb teilnahmen, ergänzten den Modellpark.

Das Fliegen am Sonntag wurde durch regnerisches Wetter erschwert. Verständlicherweise verzichteten einzelne Teilnehmer auf einen Start und nahmen dadurch eine schlechte Plazierung in Kauf. Die recht zahlreich erschienenen Zuschauer wurden für ihr Ausharren mit einigen schönen Flügen entschädigt. Ein Schaufliegen rundete den Wettbewerb ab. Für die SM 78 erhoffe ich mir einen zentralen, ebenbürtigen Austragungsort und ein zahlreicheres Erscheinen der Modellflieger.

P. M.



9 Der «Stand-Off»-Hunter des zweitplatzierten Georg Zeller, Bellach.

10 Die Kabine des Northrop T-28 von Peter Gafner, Fehraltorf (3. Rang «Stand-Off»).

11 Werner Rüegger, Herrliberg, hatte wohl die konsequenteste Auffassung von «Scale». Bei seiner Druine «Turbulent» sind nicht nur die sichtbaren, sondern auch die unsichtbaren Teile originalgetreu nachgebaut. Dadurch bedingt, wiegt das Modell rund sechs Kilogramm, laut Reglement ein Kilogramm zuviel für eine Meisterschaftsteilnahme. Ausser Konkurrenz erreichte er trotzdem die dritthöchste Baubewertung.

12 Scale: attraktiv für Zuschauer, auch für kleine (Modell: Douglas SBD-3 «Dauntless» von Peter Müller).




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