23. Modellbaubörse der MG Dübendorf
Die grösste Modellbaubörse der Schweiz fand auch in diesem Jahr wieder in der Ju-Halle auf dem Flugplatz Dübendorf statt. Schönes Wetter und angenehme Temperaturen lockten zu einem Besuch. Dazu gab es auch einen neuen Zuschauerrekord, den sich manche Teilnehmer eigentlich gar nicht so richtig erklären konnten. Viele von ihnen fanden, das Gedränge sei deutlich kleiner als im letzten Jahr gewesen.
Ziemlich genau um halb acht ging der Ticketverkauf los. Und schon bald danach sah man die Verkäufer mit ihrem Material zielstrebig in Richtung Ju-Halle marschieren. Denn erst wenn der richtige Tisch gesichert ist, hat sich das lange Anstehen vor dem Eingang wirklich gelohnt. Ganz interessant waren auch die verschiedenen Transporthilfsmittel, die zur Beförderung des Verkaufsgutes verwendet worden sind. Auch da gab es eine grosse Vielfalt. Diese reichte vom einfachen Rucksack für einen Hangsegler bis zum grossen Transportanhänger, der von Hand auf den Vorplatz gezogen werden musste.
Das Angebot an der Börse war in diesem Jahr wieder ausgesprochen breit. Es umfasste Flugzeuge aller Art, Helis und sogar Modellautos und Modellschiffe. Eigentlich gab es Angebote in jeder Preislage.

Angefangen vom einfachsten Wurfsegler aus Schaum bis zum Grosssegler mit einer Spannweite von neun Metern. Manche der befragten Käufer empfanden das Preisniveau sei im aktuellen Jahr etwas preisgünstiger gewesen als früher. So gab es beispielsweise flugfertige Elektrosegler zwischen 1,8 m bis 2,8 m Spannweite, die ohne Empfänger und Akku zwischen Fr. 80.– bis Fr. 250.– kosteten. Schaummodelle gab es in einer sehr grossen Zahl zu kaufen. Entweder als Lagerrestposten im Neuzustand oder gebraucht in jedem möglichen Zustand. Die roten Abfalltonnen standen vorsichtshalber auch schon bereit und wurden dann später auch mit etwas zu stark abgenutzten Flugzeugen gefüllt. Chinesische Koax-Helis waren in grossen Mengen mit einem Alu-Koffer bereits für Fr. 40.– bei einem ehemaligen Importeur dieses Produktes zu kaufen. Nach dem Verkauf prüfte dieser jeden Heli auch gleich noch vor den Augen des Kunden auf die Flugtauglichkeit. Ein Korb voller zusammengewürfelter Wracks lag bereits unter dem Tisch. Offenbar hatte ihm die chinesische Herstellerfirma auch einige Ausschussmodelle in den Transportcontainer mit eingepackt.

Transportschäden sind bei manchen Flugzeugen häufiger als der üblicherweise als ziemlich gefährlich angenommene Flugbetrieb. Baukästen oder andere Neumodelle sind meistens sehr gut und raumsparend verpackt, weil sie zuvor schon um die halbe Welt herumgereist sind. Bei gebrauchten oder flugfertigen Modellen sieht die Situation häufig ein wenig anders aus. Für bespannte Flächen sind Schutztaschen schon fast Pflicht. Ebenso für perfekt glänzende Oberflächen. Schaumflieger werden meistens als weniger wertvoll betrachtet. Diese können sich glücklich schätzen, wenn sie oder ihre Teile noch durch eine schützende Kartonschachtel vor weiterem Ungemach bewahrt werden. Neumodelle kommen gleich in grossen Transportanhängern angefahren. Die letzten Meter müssen sie noch von Hand zum Verkaufsplatz geschoben werden. Wenn der Preis genug tief ist, werden sie dem Verkäufer schon beim Ausladen aus der Hand gerissen, so dass dieser kaum mit dem Kassieren nachkommt. Aber auch das Gegenteil ist möglich. So landete ein neuer Schaumjet-Baukasten direkt auf den Kehrichtsäcken und konnte dort gerade noch durch einen aufmerksamen Börsen-Helfer vor der Entsorgung gerettet werden.
Sie nehmen schon seit mehreren Jahren regelmässig an der Börse teil. Einige von ihnen fuhren schon am Vortag zu Hause ab. Sie übernachten dann vor dem Eingang des Flugplatzes und hatten somit am Morgen eine Spitzenposition in der Warteschlange. Sie kommen aus dem Unterwallis. Genau genommen aus Dorénaz. Dies ist ein kleines Dorf und liegt in der Nähe von Martigny. Die Gruppe ist in einer lockeren Gemeinschaft organisiert. Diese ist weder ein Verein noch gehört sie dem Modellflugverband an. Dennoch spürt man ihre Zusammengehörigkeit sehr deutlich. Bei ihnen steht «amitié» über allem. Sie unternehmen viele Dinge gemeinsam, haben darum untereinander einen grossen Zusammenhalt. Als sie vom Berichtschreiber angetroffen wurden, waren sie gerade beim Racletteessen. Die Kamera störte sie dabei gar nicht. In eifriger Manier ging es zuerst einmal darum, ihnen mit zahlreichen Argumenten zu erklären, warum ein typischer Deutschschweizer hier in Dübendorf kein Französisch sprechen kann. Zur Not könnte man doch gemeinsam auf Englisch ausweichen. →

Als weitere Attraktion, neben dem Börseneintritt und dem Besuch des Fliegermuseums, werden auch zwei Rundflugtickets unter den zahlenden Börsenbesuchern verlost. Für die Ziehung der beiden Haupttreffer wurde extra eine Glücksfee bestimmt. Doch bevor die Verlosung beginnt, müssen noch alle Tische und Bänke weggeräumt werden. Auch das Einsammeln des Abfalls und der Rücktransport der Abschrankungen gehört zu diesen Arbeiten. Mit der Wischmaschine wird danach auch noch der Vorplatz gereinigt und die Halle gesäubert. Nach der Information durch den Geschäftsführer der JU-Air Kurt Waldmeier folgte die Ziehung der beiden Glückslose. Die Namen der Gewinner sind: Lorenz Zimmermann und Dieter Gubler. Beide sind inzwischen schon im Besitz des Tickets. Die Veranstalter der Börse wünschen ihnen einen schönen Flug.
Auch wenn die Verpflegung von Besuchern nicht zu den Hauptattraktionen des Anlasses zählt, so verhilft sie diesem doch zu einer noch grösseren Attraktivität. Manche Bösenteilnehmer zählten am Wochenende nicht zu den Frühaufstehern. So reichte es an diesem Morgen kaum zu einem genug reichhaltigen Frühstück zu Hause. Das Restaurant schaffte da bald Abhilfe. Denn an diesem Tag war hier wohl das grösste Treffen von Modellfliegern in Dübendorf. So war es ein Leichtes, einen oder gar mehrere Kollegen aus dem eigenen Verein hier vorzufinden.

Zum Schluss sei den zahlreichen Helfern gedankt. Sie haben durch ihre tatkräftige Mit- hilfe die Durchführung der Börse erst ermöglicht. Vom Anlass selbst gibt es noch mehrere nach Themen geordnete Fotoalben unter www.telesys.ch im Internet zu sehen.
Text und Bild:
Hermann Mettler


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