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Das aktuelle Firmenporträt

von Ludwig Retzbach
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Der steile Aufstieg der Hacker-Brushless-Motors

Muss man Niederhummel denn wirklich kennen? Nun, auf der Karte liegt es gleich bei Oberhummel, in Bayern, eine knappe Fahrstunde nordöstlich von München, und das «Navi» schlägt auch sogleich die Hummler Strasse vor. Dort also hält sich Rainer Hacker mit seiner Motorenfirma seit 2004 vor der Welt versteckt, in einer ehemaligen Schreinerei.


Breites Angebot

Schon am Klingelschild ist zu erkennen, dass man nicht etwa in einem hippen Outletcenter gelandet ist. Hier wird einfach nur gearbeitet, wie beim Entern der Firma über die Laderampe rasch erkennbar wird: Produktion, Versand und Service sind die Begriffe, die hier zählen. Und gewickelt wird tatsächlich noch höchstselbst, zumindest, was die Klassiker unter den Hacker-Motoren, die 2-Pol-Innenläufer, anbelangt. Ihr Marktanteil behauptet sich erstaunlich gut, zumindest in den höheren Leistungsklassen. Sie finden ihre Käufer, obgleich die Serien B40 und B50 fast ausschliesslich zusammen mit teuren Präzisionsgetriebesätzen über den Tisch gehen – für besonders Leistungshungrige auch als Twin oder Quad. Vermehrt registriert man Kunden, die vom Verbrennungsmotor auf Elektro umgestiegen sind. Gerne nehmen diese alles aus einer Hand: Mo-



tor, Regler, Akku und am besten auch gleich das Modell. Bei Rainer Hacker bleiben solche Wünsche selten unerfüllt, denn lange schon führt er in Zusammenarbeit mit Jeti die Master-Motorcontroller im Programm. Ihre Leistungsbandbreite reicht dort vom 4-Ampere-Indoorregler(chen) bis hinauf zum 200-A-«Schaltschrank». Auch mit Thounder-Power-LiPos und seit 2006 auch solchen von Flight-Power kann Hacker dienen, wie auch Modellen von SebArt, Extreme Flight und Somenzini.


Hacker Brushless USA

Früher als viele seiner Mitbewerber kümmerte sich Rainer Hacker um die Modellflugszene jenseits des grossen Teiches und gründete im Jahre 2002 Hacker-Brushless USA. Er begeisterte Jason Shulman von der US-Nationalmannschaft für seine Produkte und zählte fortan zu den «Crazy Germans», die den Platzhirschen kräftig einheizen. Schon zu Anfang holte er sich den Weltklassepiloten Jens Bartels mit ins Boot, der bis heute in der Firma arbeitet und unter anderem für Telefonservice zuständig zeichnet. Dies ist ein wahrlich vielseitiger Job, der während der Kontaktzeiten zwei hochqualifizierte Kräfte bindet, die nicht nur Kundenwünsche in abgestimmte Antriebsätze verzaubern, sondern oft auch Leselust auf die Bedienanleitung vermitteln, Absturzofer trösten und so manche modellfliegerische Lebensbeichte abnehmen dürfen, kurz, ein Job, der grosses technisches Know-how erfordert und


dabei eine Menge Menschenkenntnis vermittelt, in deren Genuss zu gelangen allerdings noch vergnüglicher wäre ohne jenes indiskrete Telefondisplay, das immer schon die nächsten Kunden im Wartefeld avisiert.


... wie in einer amerikanischen Geschirrwascher-Story

Als der gelernte Fernmeldehandwerker Reiner Hacker 1998 in einer Dachkammer der väterlichen Gemüsehandlung begann, die ersten Pylonmotoren zu bewickeln, konnte er noch kaum ahnen, dass er noch nicht mal zehn Jahre später als Unternehmer auf nahezu allen Erdteilen zu Hause sein würde. Doch auch er bekam früh zu spüren, was «Made in Germany» in Zeiten der Globalisierung



bedeutet. Als erkennbar wurde, dass der US-Markt durch in China kopierte Motoren langsam wegzubrechen drohte, beschloss er, den Spiess einfach umzudrehen. Seitdem werden die A-Serien (Aussenläufer) in China produziert und durch eine gleichfalls fernöstliche Controllerreihe für mehr kostenbewusste Kunden ergänzt. Arbeitsplätze hat dies nach Aussage des Firmengründers hier in Deutschland nicht gekostet; im Gegenteil: das Personal musste seitdem sogar von sieben auf zehn Beschäftigte aufgestockt werden, denn der Absatz in Deutschland, Österreich und der Schweiz brummt, Italien zieht erkennbar nach wie auch das technikverliebte Japan sich langsam zu einem beachtenswerten

Absatzmarkt entwickelt. Diese internationale Beachtung resultiert nicht allein aus sportlichen Erfolgen, die seit 1999, dem ersten F5D-Worldcupsieg von Jens Bartels mit einem B40-Hacker-Motor, nicht mehr abreissen, sondern liegt auch an der Teilnahme an internationalen Messen wie erstmals 2006 in Nürnberg oder 2007 in Toledo (Ohio). Keine Frage, die Hacker Motoren GmbH hat sich binnen weniger Jahre von einer Bastelbude zu einem Unternehmen mit Weltgeltung entwickelt. Klingt so nicht der wahr gewordene Unternehmertraum? Und deshalb ist es auch ziemlich egal, ob man seine Päckchen von Nieder- oder von Oberhummel aus in die Welt verschickt.




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