Erfahrungsbericht Ein Jahr 2,4-GHz-System-FASST von Futaba
Der Wirbel um die 2,4-GHz-Übertragungssysteme hat sich etwas gelegt. Ich dachte mir, es sei an der Zeit, die von mir gemachten Erfahrungen weiterzugeben. Ich bin weder Elektroniker noch Physiker. Dieser Bericht ist aus der Praxis gegriffen und widerspiegelt meine persönlichen Erfahrungen und Eindrücke.
Meine erste Vierkanal-RC-Anlage war vor vielen Jahren eine Europasprint von Multiplex. Zuvor besass ich einen Zweikanalsender von Graupner. Die Europasprint setze ich heute für den Betrieb am Flugsimulator ein. Im Jahre 1996 kaufte ich mir eine 3010 von Multiplex. Ich hatte den Sender fast zehn Jahre lang. In dieser Zeit musste ich die Knüppelgarni-
tur wechseln lassen, sie war «ausgeleiert». Der Sender funktionierte ansonsten gut. Die eingesetzten Empfänger waren am Anfang von Multiplex. Später stellte ich auf Graupner und Hitec um. Zum Schluss flog ich die Berger-Empfänger (Sexta + Octava). Im Laufe der Jahre stiegen meine Ansprüche und der Wunsch nach mehr «Sicherheit» kam auf. Meine 3010 war mittlerweile gegen 10 Jahre alt und es war an der Zeit für was Neues. Ich kaufte die T14
MZ von Futaba (35 MHz). In den kleineren Modellen setzte ich weiterhin die PPM-FM-Berger-Empfänger ein, bei den grösseren Modellen als auch beim Heli den PCM-Empfänger FP-R149DP (35 Mhz). Ich flog mit der T14MZ und dem 35-MHz-Modul gute drei Jahre und war damit sehr zufrieden.
Anfang 2008 kaufte ich das 2,4-GHz-Modul für meinen Futaba-Sender T14MZ und einen Empfänger R6014FS. Nach zweiwöchiger Testphase in einem EPP-Modell rüstete ich sämtliche Modelle mit 2,4-GHz-Empfängern aus. Der Grund für die Umrüstung war in erster Linie, das Risiko einer Störung durch eine Kanaldoppelbelegung auszuschliessen. In den letzten Jahren hat der RC-Betrieb mit 40 MHz/35 MHz stark zugenommen und ist mittlerweile sehr schwer zu kontrollieren.
In dieser Hinsicht ist das 2,4-GHz-System ein Segen. Nach gut einem Jahr 2,4 GHz kann ich nur Positives berichten. Ich fliege unterschiedliche elektrobetriebene Modelle (F3A Modell, 2,6 Meter Extra 300L, Indoormodell Clic, Heli T-Rex 600, F3B Segler, ...). Ich denke, dass 2,4-GHz-Fasst von Futaba im Vergleich zum 35-MHz-PCM 1024/2048 in Sachen Übertagungssicherheit mindestens ebenbürtig ist, dies mit dem Unterschied, dass die Problematik mit der Kanaldoppelbelegung gelöst wurde.
Die bei mir verbauten 2,4-GHz-Empfänger sind 6014FS, R608FS, R617FS und für mein Indoormodell der 3,3 Gramm leichte R6004FF. Bis auf den R6004FF haben alle zwei ca. 13 cm lange Antennen. Die möglichen Verlegungsarten sind in der Betriebsanleitung beschrieben. Die sorgfältige Verlegung

und Ausrichtung der beiden Antennen tragen wesentlich zur Übertragungssicherheit bei. Hier ein paar Beispiele/Lösungsansätze:
Um eine direkte, exakte und vor allem schnelle Ansteuerung der Ruder zu erreichen, sind nach meiner Erfahrung in erster Linie die verbauten Servos massgebend. Es fällt nicht merklich ins Gewicht, ob PPM-FM, PCM-System oder 2,4 GHz eingesetzt werden. Zwischen dem 1024-Frequenzkanal-Raster (z.B. Empfänger FP-R149, R617FS) und der 2048-Frequenzkanal-Raster (z.B. Empfänger R5114DPS G3, R6014FS) konnte ich keine Unterschiede feststellen. Ich denke, es ist eher eine Glaubensfrage. Am ehesten ist der Unterschied zwischen PPM-FM und
PCM 1024/1048 spürbar, aber nicht zwischen PCM 1024/1048 und 2,4 GHz.
Gemäss Infoblatt sollen die Futaba 2,4-GHz-Empfänger auf die Umgebungstemperatur über 50 °C empfindlich reagieren. Ich denke, wenn man in unseren Breitengraden im Sommer das Modell mit dem eingebauten Empfänger nicht im Auto oder an der prallen Sonne liegen lässt, hat man nichts zu befürchten. Zudem sollten überhöhte Umgebungstemperaturen auch bei den Empfängern 35 MHz/40 MHz vermieden werden. Beim Einbau als auch im Betrieb sollte ein Augenmerk darauf geworfen werden.
Als Weiteres sollen die tiefen Servo-Ausgangsimpulse von 2,7 V beim F6014FS-Empfänger

ein Thema sein. Sowohl gewisse Servos als auch Akkuweichen haben mit dieser tieferen Ausgangsspannung Probleme. Um das Problem im Griff zu haben, ist es wichtig, dass man pro Kanal/Servoausgang am Empfänger nur ein Servo anschliesst, also keine «Parallelschaltungen» macht. Zum andern ist eine stabilisierte Empfängerstromversorgung wichtig. Ich setze seit Jahren «Spannungsregulatoren» (Lipo Controller), die über einen 2S 8,4-Volt-Lipoakku eingespiesen werden, ein. Die stabilisierte Ausgangsspannung kann oftmals zwischen 5,5 V und 6 V eingestellt werden. Wem der Lipoakku zur Empfängerstromversorgung unsympathisch ist, kann auch einen 5-Zellen-NiMh-Akku einsetzen. Ich habe unterschiedliche Servos und auch Akkuweichen im Einsatz und konnte bis anhin nichts Negatives feststellen.
«Entstörung» der Servokabel
Noch was zu der «Entstörung» der Servokabel mittels Ferritringe. Früher setzte ich sie bei langen Servokabeln ein. Seit einigen Jahren lasse ich sie weg. Ich konnte keine negativen Auswirkungen feststellen. Hingegen gute Erfahrungen habe ich bei elektrobetriebenen Modellen mit den Futaba-
Entstörfilter (Fut-1413) gemacht. Gerade bei grösseren Elektromodellen kann der Antriebsstrang Störungen verursachen. Ein zwischen Regler und Empfänger eingeschlauter Futaba Entstörfilter wirkt dem entgegen. Ansonsten habe ich bis jetzt keine Filter eingesetzt, weniger ist manchmal mehr.
Den Umstieg auf 2,4 GHz kann ich persönlich nur empfehlen. Bei der Umstellung ist es sehr sinnvoll, nicht bloss einen Teil der Modelle umzurüsten. Einerseits schlägt die komplette Umrüstung bei mehreren Modellen im Hangar ganz schön zu Buche, andererseits ist die Gefahr bei der Anwendung zweier Betriebssysteme, dass auf dem Flugfeld bei 35 MHz/40 Mhz aus Routine vergessen wird, die Stabantenne auszuziehen oder gar zu montieren, sehr gross. Somit wären alle «Sicherheitsgewinne» des 2,4 GHz zunichte gemacht. Zudem sind die Module meines Erachtens nicht für das ständige Ein- und Ausstecken konzipiert worden.
In dem Sinne wünsche ich allen sichere und störungsfreie Flüge.
Michel Hauser
www.michel-hauser.ch

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