RC-Kunstflug (F3A) – Als neue Figuren wurde die Achtpunktrolle, die Liegende Acht (Running Eight) und das Rollenacht (stehende Acht mit zwei halben Rollen im Schnittpunkt) eingeführt und geflogen.
Als neue Figuren wurde die Achtpunktrolle, die Liegende Acht (Running Eight) und das Rollenacht (stehende Acht mit zwei halben Rollen im Schnittpunkt) eingeführt und geflogen. Es zeigte sich denn auch, dass bei diesen neuen Figuren noch einiges zum Üben bleibt. Die Achtpunktrolle allerdings wird niemals problemlos sein und auch dem Spitzenkünstler alles abverlangen. Die vielen Rollenfiguren, welche in diesem neuen Programm zu fliegen sind, haben das schnelle Fliegen geradezu herausgefordert. Es ist zu verstehen, dass diese Rollen mit höheren Geschwindigkeiten leichter zu fliegen sind. Trotzdem sollten Präzision und Präsentation nicht darunter leiden. Noch immer gibt es zahlreiche Figuren, welche mit dosierter Motorenleistung sauberer zu fliegen sind (Liegende Acht, Rollenacht, Kombierter Immelmann etc.).
Einmal mehr bekämpfte sich das Spitzenduo Wolfgang Matt und Bruno Giezendanner sozusagen ganz privat. In sicherer Distanz zu diesen beiden — doch unter einander in haarscharfer Konkurrenz — das Trio Ferdinand Schaden, René Schumacher und Emil Giezendanner. Auch diesmal blieb bis zum Schluss alles offen und erst der letzte Durchgang setzte allen Spekulationen ein Ende. Wolfgang Matt konnte diesmal den Platzvorteil zu seinen Gunsten ausnutzen und der neunfache Schweizermeister Bruno Giezendanner musste mit der Silbermedaille vorlieb nehmen. Alles in allem gesehen kann von einem fairen Wettbewerb gesprochen werden. Die Organisation und die Jury lag personell gesehen in besten Händen. Natürlich sind auch an dieser SM einige Schönheitsfehler passiert. Diese werden jedoch nie ausbleiben. Hart ist es immer, für denjenigen, welchen es trifft. Es ist dies eine Seite des Sports, welche wir nicht einfach hinnehmen dürfen, mit der wir uns jedoch auseinander setzen müssen.
Gute Leistungen waren auch bei den Mittelfeld-Piloten immer wieder zu entdecken. Meistens fehlen noch die Feinheiten. Oft wird mit viel zu schneller Fahrt ein Grossteil der Figuren verhaudet. Vieles wird zufällig — einmal sehr gut, einmal schlecht. Doch darf man in Zukunft vermehrt auf Nachwuchs hoffen. Norbert Matt, Kurt Schnyder, Wieland Meier, Silvano Longo, Kurt Nünlist und weitere konnten immer wieder mit guten Leistungen überraschen.
Wie bereits an anderer Stelle erwähnt, rufen die zahlreichen langgestreckten Rollenfiguren nach schnelleren Modellen. Dafür kam natürlich die neue Motorengeneration mit den grösseren Leistungen wie gewünscht. Es handelt sich im Wesentlichen um folgende Motoren: Webra-Speed, HB 61 (Graupner), Yamada (Simprop) und den Ross 61 (USA). Für die meisten Piloten war es daher naheliegend, ihre alten Modelle mit diesen neuen Motoren auszurüsten, wobei dem Schalldämpferproblem meistens zu wenig Beachtung geschenkt wird. Damit wurden die Modelle sicher erheblich schneller aber in vielen Fällen auch lauter. Zusammenfassend müsste also gesagt werden, dass die Modelle keine Änderungen erfahren haben (seit ca. 6 Jahren) aber zum grössten Teil wesentlich schneller geworden sind gegenüber 1973. Zwei Ausnahmen: René Schumacher und Bruno Giezendanner versuchten diesem Problem nicht allein mit Motorenstärke beizukommen sondern mit aerodynamisch stark verbesserten Modellen. Der CONDOR von Schumacher zeigt diese Tendenz an seinem aerodynamisch sauber durchgeformten Modell, das an die späten Konstruktionen von Debolt, USA (z. B. Interceptor) erinnert. Bruno Giezendanner setzte erfolgreich seinen SCORPION ein, der allerdings von den herkömmlichen Akromodellen abweicht und auch vom Flugbild her etwas Umstellung verlangt. Die Erfahrungen mit SCORPION waren sehr ermutigend, was nach SALAMANDRE psychologisch von grösster Wichtigkeit war. Was an diesem Modell verblüfft, ist das enorme Steigvermögen mit relativ bescheidenen Motorendrehzahlen (ca. 10 800 bis 11 200 U/min.), was ein WEBRA SPEED mit Kö-Supermuffler ohne weiteres schafft (Lärmpegel ca. 70 dBA auf 10 m). Das Modell erweist sich als überaus stabil und das Pendelhöhenruder spricht präzise und trotzdem weich an.
| Rang | Name | Ort | Punkte |
| 1. | Matt Wolfgang | Liechtenstein | 14550 |
| 2. | Giezendanner Br. | Pfäffikon | 14400 |
| 3. | Schaden Ferdinand | Olten | 12685 |
| 4. | Schuhmacher René | Visp | 12680 |
| 5. | Giezendanner Emil | Pfäffikon | 12635 |
| 6. | Matt Norbert | Liechtenstein | 12250 |
| 7. | Schnyder Kurt | Frauenfeld | 11415 |
| 8. | Meier Wieland | Liechtenstein | 11350 |
| 9. | Longo Silvano | Neuchâtel | 9795 |
| 10. | Nünlist Kurt | Glattal | 9230 |
| 11. | Gärtner Ulrich | Olten | 8740 |
| 12. | Wiesendanger S. | Diessenhofen | 8710 |
| 13. | Zwingli Hansruedi | Thal | 7975 |
| 14. | Zehnder Anton | Wettingen | 7790 |
| 15. | Borel Denis | Neuchâtel | 758 |
| 16. | Zürcher Ulrich | Schöffland | 745 |
| 17. | Maag Hermann | Zürich | 732 |
| 18. | Rollier François | Neuchâtel | 663 |
| 19. | Bickel Erwin | Olten | 642 |
| 20. | Arnet Josef | Strengelbach | 626 |
| 21. | Lüscher Werner | Strengelbach | 516 |
| 22. | Buchmüller Heinz | Strengelbach | 431 |
| 23. | Lustenberger Hans | Einsiedeln | 150 |


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