Europameisterschaft der Hangflieger (F1E) Lofer Alm – steiniger Boden für Schweizer

Die Europameisterschaften der Freiflugkategorie F1E fanden am Freitag, dem 24. Juli 1981, auf der Lofer Alm (Salzburgerland) statt. Sie waren eingeklemmt zwischen den Hoch- und Hangstartwettbewerben um den verschwundenen Kolibri-Pokal. Erstmals kämpften in dieser Kategorie sechs Nationen um die Siegerpalme (D, G, I, OE, HB, OK). Der tagelange Dauerregen verunmöglichte für diejenigen Mannschaften, welche im Tal einquartiert waren, jegliches Training. Schade, dass in ganz Österreich kein vernünftigeres Gelände gefunden werden konnte! Erst am Tag vor dem Wettbewerb war es möglich, bei schönem, aber windigem Wetter auf der Alm zu trainieren. Dabei entschwand leider Pfister Renés bestes Modell – trotz Thermiksicherung – in einem der unzähligen, dichten Tannenwälder. In altbekannter Manier stand uns Hausamann Ernst stets mit Rat und Tat beiseite, wofür ihm herzlich gedankt sei.
Der Wettbewerb entsprach in Sachen Organisation ungefähr unseren Gruppenwettbewerben. Nur fehlen bei uns üblicherweise Leute, die sich über die mehr oder weniger unbewältigten Probleme des Organisators ärgern oder freuen, je nach dem Blickwinkel bzw. der politischen Färbung des Betrachters. Am Morgen des Wettbewerbstages wehte ein mittlerer Ostwind, der von den vorgelagerten Hügeln und Wäldern stark verwirbelt wurde. Verschiedene Modelle trieben ab und verschwanden in den prächtigen Tannen. Andere wiederum soffen im Lee irgendeines vorgelagerten Hügels ab – alle Überlegungen zum Trotz. Am Nachmittag mussten die Startstellen disloziert werden, da ein Westwind, begleitet von Nebelschwaden und Regenschauern, von der bayerischen Grenze herauf wehte. Die hochkarätige internationale Jury, bestehend aus den Herren Dir. E. Krill (Ö), W. Groth (D) und unserm Werner Koelliker, wurde nicht allzusehr strapaziert, wenngleich m. E. Gründe für deren Intervention vorhanden gewesen wären. Man wird aber trotzdem höheren Orten ernsthaft prüfen müssen, ob z. B. das von den Tschechen so perfekt praktizierte Vorstarten wiederum toleriert werden soll.
Es haben diejenigen gewonnen, welche bereit waren, ihre Modelle zu opfern. Ob eine derartige Fliegerei auf Verlust auf einem solchen Gelände und mit dieser Wertung noch sinnvoll sein kann, wage ich eher zu bezweifeln. So heisst denn auch der Europameister 1981 Musil Rudolf (OK). Mit einem 1., 3. und 5. Rang sicherten sich die Tschechen auch den Sieg in der Mannschaftswertung. Als bester Schweizer erreichte Hauenstein Werner den undankbaren vierten Schlussrang. Haller Robert «landete» auf dem für ihn ganz ungewohnten 13. Rang und Pfister René musste sich mit dem 16. Rang zufriedengeben. In der Nationenwertung figuriert die Schweiz auf dem vierten Rang.
Unsere Nationalmannschaft wurde also eindeutig unter ihrem effektiven Wert geschlagen. Und trotzdem haben alle NM-Mitglieder nach bestem Wissen und Gewissen gekämpft. Die Flinte wurde nicht ins Korn geworfen – so wie es sich einer guten Nationalmannschaft gebührt. Dass dies heutzutage nicht mehr so ganz selbstverständlich ist, haben andere Beispiele gezeigt. Herzlichen Dank für Euren Einsatz, liebe Kameraden.

Diesmal standen also keine Schweizer auf dem Siegereppchen. Deswegen bricht für uns Nagnetflieger die Welt nicht zusammen. Hatten wir doch in den letzten Jahren eine einmalige Siegesserie, deren Ende einmal zu erwarten war. Hingegen wird man Mittel und Wege suchen müssen, um den neuen Verhältnissen in dieser Modellflug-kategorie international wirksam begegnen zu können.
Abschliessend möchte ich auch noch unseren Supportern aus dem Bernbiet herzlich danken. Sie beteiligten sich mit sehr gutem Erfolg an den Wettbewerben um den Kolibri-Pokal und unterstützten uns, wo sie nur konnten. Wen wundert's daher, dass uns die EM 81 trotz allem zu einem unvergesslichen Erlebnis geworden sind? M. Moor

Einzelwertung
| 1. und Europameister 1981 | ||
| Rudolf Musil | OK | 1409 |
| 2. Karl Lintner | OE | 1405 |
| 3. Frantisek Bartak | OK | 1381 |
| 4. Werner Hauenstein | HB | 1362 |
| 5. Oldrich Balatka | OK | 1315 |
| 6. Peter Kuttler | D | 1206 |
| 7. Romeo Sartori | I | 1164 |
| 8. Robert Buchleitner | OE | 1146 |
| 9. Harald Lerch | D | 1133 |
| 10. Rolando Amato | I | 1055 |
| 11. Hans Baumgärtner | D | 994 |
| 12. Jeffrey Palmer | G | 946 |
| 13. Robert Haller | HB | 940 |
| 14. Trevor Faulkner | G | 907 |
| 15. Mario Amato | I | 885 |
| 16. René Pfister | HB | 817 |
| 17. Felix Schobel jun. | OE | 716 |
Mannschaftswertung
| 1. und Europameister 1981 | ||
| CSSR (Musil, Bartak, Balatka) | 4105 | |
| 2. Deutschland (Kuttler, Lerch, Baumgärtner) | 3333 | |
| 3. Österreich (Lintner, Buchleitner, Schobel jun.) | 3267 | |
| 4. Schweiz (Hauenstein, Haller, Pfister) | 3119 | |
| 5. Italien (Sartori, Amato Rolando und Mario) | 3104 | |
| 6. England (Palmer, Faulkner) | 1853 |

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