Sport

Erfolgreiche Junioren

von Hans-Ruedi Ogi
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F3K-Europameisterschaft 2018 Slowakei: Die F3K-Nationalmannschaft bestritt die Europameisterschaft in der Slowakei und konnte mit zwei Podestplätzen brillieren.


Selektion der Nationalmannschaft

Um in die F3K-Nationalmannschaft von 2018 aufgenommen zu werden, mussten sich die Schweizer F3K-Piloten im Jahr 2017 an verschiedenen Wettkämpfen behaupten. Dabei bestritten sie drei F3K-Wettbewerbe in der Schweiz und zwei Wettbewerbe im Ausland. Die drei besten Resultate wurden zusammengezählt und aus der Rangierung wurden die ersten drei Senioren und drei Junioren für die F3K-Nationalmannschaft für 2018 nominiert. Diese setzte sich zusammen aus Cederic Duss, Markus Minger und Christoph Ogi als Senioren und Loris Blickensdörfer und Moriz Urwyler als Junioren. Um sich für die Europameisterschaft 2018 vorzubereiten, nahm die Nationalmannschaft an zwei internationalen und einem nationalen Wettbewerb teil.

Gut vorbereitet reiste die Nationalmannschaft, mit den Helfern Eveline Blickensdörfer und Stephan Urwyler und mir als Teammanager, in die Slowakei. Nach 1200 km erreichten wir am Donnerstag den Segelflugplatz am Stadtrand von Martin. Sofort wurde ein geeigneter Platz ausgesucht, damit die Teamzelte und die Wohnmobile nahe am Flugfeld aufgestellt werden konnten, um den besten Überblick über das Wettkampfgeschehen zu haben. Die ersten Flugzeuge wurden zusammengebaut und eingeflogen.


Vorwettbewerb als Training

Am Freitag startete der zweitägige F3K-Eurocontest-Martin-Cup. Dieser Vorwettbewerb war wichtig für die Nationalmannschaft, um das Gelände und die Windbedingungen kennenzulernen. Während der Tasks im Vorwettbewerb versuchte man das Risiko eines Zusammenstosses zu minimieren, um nicht ein EM-Flugzeug zu verlieren. Ab 10.30 Uhr frischte der Wind auf und die Bedingungen wurden viel schwieriger. Die flugtaktischen Entscheidungen waren meistens eine Lotterie. Mit dem ersten Rang von Moriz und dem zweiten Rang von Loris in der Kategorie Junioren beendeten wir aus Schweizer Sicht den Eurocontest erfolgreich. Der Sonntag war ein Ruhetag.

Auf dem Tagesprogramm standen die Anmeldung der Nationalmannschaft und das Registrieren der F3K-Modelle. Die Segelflugmodelle dürfen eine maximale Spannweite von 1,5 m aufweisen. Am Abend fand die Eröffnungszeremonie der F3K-Europameisterschaft auf dem Fluggelände statt. Der Organisator Miroslav Majercík, «Miro», hielt die Eröffnungsrede vor den Teilnehmern aus 18 verschiedenen europäischen Nationen mit insgesamt 67 Piloten (52 Senioren und 15 Junioren).


Europameisterschaft

Die Europameisterschaft startete am Montag um 9.00 Uhr bei schönem Wetter. Geplant war, dass pro Tag vier Runden Senioren und vier Runden Junioren geflogen werden. Eine Runde besteht aus verschiedenen Gruppen. In jeder Gruppe sind ca. zehn Piloten, welche gleichzeitig auf dem Feld stehen, um einen definierten Task zu absolvieren. Es gibt zehn verschiedene F3K-Tasks, welche ein Flugfenster von zehn Minuten oder weniger aufweisen. In diesem Flugfenster müssen alle Piloten der Gruppe die gestellte Aufgabe gleichzeitig absolvieren. Zum Beispiel müssen die Piloten innerhalb des 10minütigen Flugfensters drei Flüge absolvieren von maximal drei Minuten Flugdauer. Das heisst, nach dem Startsignal des Flugfensters werfen die Piloten in einem Diskuswurf die Segelflugzeuge in die Höhe und versuchen, eine 3minütige Flugzeit mit Unterstützung von thermischen Aufwinden zu absolvieren. Sobald die drei Minuten vorbei sind, landet der Pilot und wirft das Modell erneut in die Luft, um den zweiten Flug zu absolvieren usw. Am Ende des Flugfensters gewinnt der Pilot mit der längsten zusammengezählten Flugzeit (maximal $3 \times 180$ Sekunden) und erhält 1000 Punkte.

Am Dienstag war im Verlauf des Tages Gewitter vorhergesagt. Schon am Morgen frischte der Wind auf und die Piloten diskutierten rege vor jeder Runde: Welches Modell, das leichtere oder das Windmodell, um wie viel aufballastieren? Es wurden mehrere verschiedene Ballaste auf das Flugfeld mitgenommen, um die Flugzeuge während dem Task entsprechend dem Wind aufzuballastieren. Wir werden vom Gewitter verschont, aber sehr zum Erstaunen der Piloten wechselte der Wind innerhalb von zehn Minuten mit seiner Stärke von 20 km/h um 180° von Richtung Südwest auf Nordost.

Die Wetterprognose für den Mittwoch war nicht vielversprechend. Ab 11.00 Uhr setzte der Landregen ein und die Flugzeuge blieben am Boden. Glücklicherweise konnten wir den Contest um 17.00 Uhr weiterführen, aber die Bedingungen waren nicht mehr so spektakulär. Wer hoch wirft, kann die Vorgabezeit im Gleitflug erreichen. Mit nicht spektakulären Bedingungen und nur fünf geflogenen Runden wurde der dritte EM-Tag beendet.

Der Donnerstag begann mit freundlichem Wetter, aber ab Mittag war mit zunehmendem Wind von bis zu 25 km/h zu rechnen. Die Wetterbedingungen in Martin sind nicht einfach zu lesen, was sich in den erflogenen Punkten aller Konkurrenten widerspiegelte. Christoph und Coach Cederic waren auf dem Feld mit einem sicheren Plan. Doch grosses Fragezeichen, wo ist jetzt der Thermikschlauch? Gemäss Wetterbericht war für Freitagnachmittag Regen vorhergesagt. Der Organisator wollte am Freitag das Fly-Off mit insgesamt sechs Runden definitiv durchführen. Er entschied sich, dass die Vorrunde mit dem vierten EM-Tag beendet ist. Am Ende des Tages zeigte das Gesamtergebnis der Vorrunde, dass wir mit drei Piloten, Cederic mit Platz 6 bei den Senioren und Moriz mit Platz 2 und Loris mit Platz 6 bei den Junioren, für das Fly-Off qualifiziert waren. Somit war für die anderen Schweizerpiloten die F3K-EM 2018 beendet. Christoph erreichte Platz 13 und Markus Platz 28.



Fly-Off

Am Freitag eröffneten die Junioren das Fly-Off mit dem Task «Poker». Zwei Junioren gingen «all in», das heisst ein Flug von zehn Minuten Flugdauer. Wird dies nicht erreicht, gibt es keine Punkte. Sie erwischten eine gute Thermik und konnten den Task erfolgreich mit 1000 Punkten abschliessen. Moriz und Loris gingen lieber auf sicher. Moriz flog fünf mal zwei Minuten, Loris 1:30, dann «end off working time». Beide erzielten gute Punkte. Im zweiten Flug des fünften Tasks «3 mal 320» hatte Moriz eine Kollision mit einem anderen Flugzeug. Dennoch konnte er diesen Teil des Tasks fertigfliegen. Nach der Landung stellte er fest, dass die Kollision eine 1,5 cm lange Kerbe in der Nasenleiste des Flügels hinterlassen hatte. Er entschied sich für das Ersatzmodell, um den letzten Flug dieses Tasks zu absolvieren. Alle sechs Runden bestritten die Junioren mit Bravour und brachten sich somit am Ende des Fly-Offs aufs Podest. Loris erreichte Platz 1 als Junior F3K-Europameister 2018 und Moriz Platz 2 als Junior F3K-Vize-Europameister 2018.

«Wer nicht wagt, der nicht gewinnt», das dachten sich acht Senioren in der ersten Runde beim Task «Poker» und gingen «all in». Nach dem Start versetzten sich die Flugzeuge rasch kreisend Richtung Norden und die Piloten verliessen das Flugfeld, um sie zu verfolgen. Mehrere Piloten kehrten früher zurück, um vielleicht noch einen Aufwind in der Nähe des Flugfelds zu erreichen.



Doch fünf Piloten landeten ausserhalb oder zu früh im Flugfeld vor der persönlichen vorher angesagten Flugzeit. Unter diesen Piloten war auch Cederic. Der Podestplatz war für Cederic weit in die Ferne gerückt. Nur noch ein Wunder oder ein grober Fehler der anderen Piloten könnte ein Podestplatz noch möglich machen. Die drei erstplatzierten Piloten flogen konstant weiter und am Schluss erreichte Cederic Platz 7.

Wie schon die Eröffnungszere- monie fand auch die Sieger- ehrung auf dem Flugfeld statt. Die ersten Preisträger waren die drei National-Teams der Ju- nioren und Senioren mit den höchsten zusammengezählten Gesamtpunktzahlen der Vor- runde. Mit dem guten vierten Platz verpassten wir leider in beiden Kategorien das Podest. Danach wurden die Junioren prämiert und Loris und Moriz bestiegen gemeinsam das Podest, um den F3K-EM-Pokal entgegen zu nehmen. Nach der Senioren-Prämierung wurde durch den Präsidenten der Jury, Herrn Tomas Bartovsky, die F3K-Europameisterschaft offiziell als beendet erklärt. Am Abend fand das Bankett im nahegelegenen Restaurant statt. «Miro» eröffnete mit einer kurzen Rede das Bankett, welches wir alle zusammen mit tosendem Applaus an ihn und seinen unermüdlichen Einsatz während der ganzen EM verdankten. Das Buffet wurde sofort gestürmt, und mit guter Stimmung unter den 18 Nationen wurde die F3K-Europameisterschaft 2018 kameradschaftlich abgeschlossen.

*Hans-Ruedi Ogi*



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