Man braucht kein Künstler zu sein
Wenig verbreitet in der Schweiz ist die Klasse F3M (früher F3AX genannt). Es handelt sich um Kunstflug mit grossen Modellen von mindestens 2,1 m Spannweite (Doppeldecker 1,8 m) und wird im FAI Sporting Code als provisorische Klasse geführt. In der Schweiz fanden einige Freundschafts-Wettbewerbe statt, besonders in Sierre, wo der Alpenwettbewerb in mehreren aufeinanderfolgenden Jahren veranstaltet wurde, jedoch ohne Einbeziehung der von der FAI vorgeschriebenen Kunstflugprogramme.
Die Situation entwickelt sich weiter, da nun dieses Jahr vom Club in Bulle vom 27. bis 29. Juni ein Wettbewerb auf internationaler Ebene organisiert wird. Die drei Leistungsstufen (Anfänger, national und international) werden mit etwa 35 Piloten aus 6 verschiedenen Nationen vertreten sein. Dieser Artikel wurde mit der Absicht geschrieben, den F3M-Kunstflug in unserem Land besser bekannt zu machen.

Ein motivierter Modellflieger, Junge oder Mädchen (jaja!), der mit der Sportfliegerei weiterkommen möchte und bereit ist, ein wenig Zeit mit Kunstflugtraining unter Wettbewerbsbedingungen zu verbringen ... Man braucht kein Künstler im Steuern zu sein, um sich an den Kunstflug zu wagen. Sie können eine Rolle fliegen, einen Looping und eine Kehre, und schon sind Sie so weit, um mit der Vervollkommnung dieser Figuren zu beginnen: Der Weg steht Ihnen offen. Dieser Weg kann lang sein, aber die dabei gewonnene Befriedigung wird Ihnen helfen, durchzuhalten.
Die Mindestspannweite, um Kunstflug mit grossen Modellen zu beginnen, ist 2,10 m (Doppeldecker 1,8 m). Es ist absolut nicht nötig, das grösstmögliche Modell zu haben, auch nicht den Rolls der Ausrüstung, um schöne Flüge ausführen zu können. Es sind die Montage, die Einstellungen und Ihr Steuern, die den Unterschied machen. Sie haben noch kein Modell? Gehen Sie das unter Berücksichtigung Ihres Budgets und Ihres Selbstvertrauens an, aber bleiben Sie vernünftig.
Die Erfahrung zeigt, dass die Lebensdauer von Modellen in direktem Verhältnis zu den Bartlängen des Piloten und des Konstrukteurs steht (häufig übrigens dieselbe Person ...). Fliegen Sie ein Modell mittlerer Grösse für ein oder zwei Jahre, dann können Sie Ihre Kenntnisse der VGM perfektionieren. Es ist einfacher, von 1,80 m auf 2,20 m umzusteigen als direkt auf 2,50 m oder 3 m!
Ich höre oft: «Ein grosses Modell ist einfacher zu steuern.» Hier handelt es sich um eine einseitige Verallgemeinerung. Es stimmt, dass mit einem gut gebauten und eingestellten Modell der Flug keine Probleme machen sollte. Dennoch kann die Grösse viel ausmachen, und die Landungen sind der empfindliche Punkt. Die Abmessungen und das Gewicht sind wichtig, und es empfiehlt sich, die niedrigen Ränder der Piste zu vermeiden, wenn man das Gerät in gutem Zustand halten will ... Zusammenfassend: Treffen Sie Ihre Wahl nach bestem Wissen und Gewissen, damit Sie Freude daran haben. Denken Sie nie, dass ein grösseres Modell Ihnen mehr Punkte im Wettbewerb bringt!

Was den Motor angeht, ist es wie beim Modell: Seien Sie vernünftig. Ja, es braucht Leistung ... Aber Sie brauchen ein Flugzeug für Kunstflug und keine Rakete! Übermässige Leistung ist ein schwer zu beherrschendes Element. Auf einer schönen Flugbahn stellt dies kein Problem dar, aber wenn sie ein bisschen angenähert ist, wird das Modell viel schneller abweichen. Konkret gesagt, wenn Ihr Modell eine vertikale Rolle machen kann, danach eine kleine Strecke geradlinig fliegen, dann reicht das.
Was die Funkausstattung angeht, lassen Sie alles Überflüssige weg. Digitale Servos müssen nicht sein. Bevorzugt sollten Sie ein bisschen Ihr Portemonnaie schonen angesichts der Reisen zu Wettbewerben und der Anschaffung des nächsten Modells. Doppelversorgung ist die einzige Ausstattung, die unter 2,30 m dazugehört. Darüber hinaus kann man anfangen, an zwei Empfänger zu denken, obwohl das keine Notwendigkeit ist, umso mehr als bei 2,4 GHz diese Option im Moment nicht möglich ist.

Zu Beginn der Umstellung auf Kategorie F3M ist ein Budget von etwa 2500 Franken vorzusehen ... Dieser Betrag reicht für die Anschaffung eines Modells von etwa 2,30 m mit einem 50-cm3-Motor, doppelter Energieversorgung und angemessener Funkausrüstung. Für ein grösseres Modell gehen die Kosten sehr schnell nach oben.
Zunächst ist es sinnvoll, die Bestimmungen aus dem Internet herunterzuladen. Für die Kategorie Inter ist diese auf der FAI-Seite zu finden (www.fai.org). Für die Kategorien Espoir (Anfänger) und National können Sie angesichts fehlender Schweizer Bestimmungen die französischen (http://www.ffam.asso.fr/) oder die deutschen (http://www.dmfv.de/pages/eac/
index2.htm) herunterladen. Diese Dokumente geben Antwort auf viele Fragen.
Sie enthalten ebenfalls «l’aresti», d.h. die symbolische Darstellung der bekannten Programme und die Beschreibung der Figuren in Textform. Im Gelände markieren Sie die Begrenzungen des Bereichs und die Mittellinie. Es ist nicht unbedingt nötig, die Linien auf den Boden zu zeichnen. Entfernte, aber genaue Merkmale (ein Baum, ein Haus) sind gerade richtig. Beim Flug macht das jeder auf seine Art; es scheint jedoch, dass das unabhängige Fliegen jeder Figur des Programms, und sie danach zusammenzufügen, die besten Ergebnisse bringt. Wichtige Punkte sind die Anordnung der Figuren (Höhe, Tiefe und Zentrierung für zentrale Figuren) sowie die Qualität der Abgänge (horizontale Flugbahn). Es ist nicht nötig, auf perfekte Flüge zu warten, um an einem Wettbewerb teilzunehmen. Dies umso mehr, man stark darauf wetten kann, dass das, was Sie anstreben, nicht genau das ist, was verlangt ist, es sei denn, Sie werden äusserst effizient von einem erfahrenen Piloten beraten.

Am Himmel von Gruyère.

Wie läuft das ab? Kommen Sie mit Ihrem Helfer, sofern Sie einen haben. Falls nicht, werden Sie keinerlei Problem haben, einen an Ort und Stelle zu finden. Schauen Sie sich die Reihenfolge an und machen Sie sofort Ihr Flugzeug bereit (Montage, voll ...). Es gibt nichts Schlimmeres, als nach einem Werkzeug zu rennen, um eine Luftblase zu schliessen, wenn das Flugzeug sich schon in der Vorbereitungsbox befindet. Beim Aufruf des Pistenleiters holen Sie Ihre RC-Anlage vom Regieraum ab, Ihren Helfer vom Getränkestand, Ihr Flugzeug vom Parkplatz, und bringen Sie das Ganze in die Vorbereitungsbox. Prüfen Sie, ob die RC-Anlage funktioniert, und nutzen Sie diese letzten Momente vor dem Flug, um Ihre Konzentration auf den Höchststand zu bringen. Sollte irgendwo ein Problem auftauchen, sagen Sie das rechtzeitig Ihrem Pistenleiter. Sie können wahrscheinlich mit Zustimmung der Jury Ihren Flug wiederholen, wenn alle anderen geflogen sind.
Endlich ist der so sehnsüchtig erwartete Moment gekommen. Der Pistenleiter ruft Sie zum Start auf. Lassen Sie den Motor an. Der Helfer bringt das Modell zum Anfang der Piste. Gehen Sie zum Steuerpunkt und stellen Sie sich gut vor die Mittellinie. Ein Blick auf die Grenzen des Bereichs ist nie verkehrt ... Auf Signal der Wettbewerbsrichter hopp und los! Hören Sie während des Flugs auf Ihren Helfer! Er hat viel bessere Sicht auf die Anordnungen als Sie. Insbesondere kündigt er Ihnen die Figuren an, teilt den Bereich ein und gibt Ihnen die Richtung des weiteren Verlaufs. Wenn die Zeit reicht, kann er Ihnen auch bei der Ausführung der Figuren helfen (verbal natürlich).
Einige Minuten später und in den allermeisten Fällen ist das Modell wieder zurück auf der Piste umso besser, wenn es in einem Stück ist. Schalten Sie den Motor am Ende der Piste ab. Aus offensichtlichen Sicherheitsgründen ist es verboten, das Modell mit Motorhilfe wieder zurückzuführen. Lassen Sie Ihren Helfer das Flugzeug holen, Sie haben viel Besseres zu tun: Diskussion mit den Richtern, die keine Ruhe geben, bevor sie Ihre Fehler nicht analysiert haben. Sie werden sie Ihnen erklären und Sie sachgemäss beraten. Besprechen Sie Ihren Flug mit Ihrem Helfer und/oder Piloten, die Ihre Flugbewegungen verfolgt haben. Der folgende Flug wird einem vorgegebenen, unbekannten Programm folgen. Dieses wird Ihnen einige zehn Minuten vor dem Flug mitgeteilt. Bereiten Sie sich sofort vor. Am besten ist es, die Beschreibung aufzuschreiben und sie auswendig zu lernen. Ihr Helfer sollte dasselbe machen! Merken Sie sich Anhaltspunkte für die Position des Modells beim Fliegen aus einer Figur, um in die nächste zu finden. Sollten Sie Zweifel bezüglich der auszuführenden Figur haben, fragen Sie einen Mitbewerber.
Wiederholen Sie das Programm mit einem kleinen Modell aus Balsaholz auf einem Stab; das erleichtert das Memorieren, und damit können Sie die Schlüsselpunkte für die Platzierung der Figuren ausfindig machen. Nein, Sie machen sich nicht lächerlich, alle Piloten tun das! Diese Vorbereitung muss mit dem Helfer gemacht werden, damit im Moment des Flugs dieselbe Sprache gesprochen wird. Manche Piloten ziehen es vor, dass das Programm in Textform aufgeschrieben wird, um genau die Anweisungen vor sich zu sehen, die sie haben möchten. Wenn das Programm Figuren enthält, die Sie noch nie gemacht haben, führen Sie sie in Gedanken aus, als wären Sie beim Steuern. Denken Sie an die Position des Modells und die Handhabung der Steuerknüppel, bereiten Sie es materiell vor wie das Bekannte. Vor dem Start des ersten Konkurrenten findet ein Briefing mit den Richtern und den Piloten statt, damit es keinerlei Zweifel mehr gibt, was im Flug ausgeführt werden soll. Mehr noch als für das bekannte Programm ist es wichtig, die Flüge der zuerst startenden Konkurrenten zu verfolgen (natürlich nur, sofern Sie nicht der Erste beim Fliegen sind).
Sie können Ihre Wahl der Drehrichtung in Abhängigkeit vom Wind bestätigen oder korrigieren und Ihre Lehren aus festgestellten Fehlern ziehen.

Nach zwei bekannten und zwei unbekannten Flügen kommt das Freestyle. Das ist für das Publikum der spektakulärste Teil des Wettbewerbs. Dieser Flug mit Musik ist für die Teilnehmer der Kategorie Anfänger nicht verpflichtend. Alle freiwillig teilnehmenden Piloten, gleichgültig in welcher Kategorie, werden zusammen klassifiziert. Sie haben nicht unbedingt das Niveau der Besten? Zögern Sie trotzdem nicht, zu zeigen, was Sie vorbereitet haben. Der wesentliche Punkt ist einfach, keine Manöver zu fliegen, die Sie derzeit nicht beherrschen. Das Schlüsselwort ist «Sicherheit».
Ja, Sie sind noch dabei, Ihren ersten Wettbewerb abzuschliessen und überraschen sich dabei, bereits an den nächsten zu denken! Von jetzt an wissen Sie, wo Ihre Stärken und Schwächen liegen. Damit wissen Sie also jetzt, wie Sie erfolgreich weitermachen können ...

| 5L.1.3. General Characteristics of a large R/C Aerobatic Power Model Aircraft | |
| Minimum overall span for monoplanes | 2,1 m |
| Minimum overall span for biplanes | 1,8 m |
| Maximum flying weight without fuel | 20 kg |


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