Sport

Starker Wind als flugsportliche Herausforderung – FAI-Weltmeisterschaften F5J 2023 in Dupnitsa, Bulgarien

von Emil Giezendanner
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Starke Winde – mindestens ab Mittag, aber auch früher – begleiteten alle 14 Durchgänge für Junioren und Senioren. Die Bedingungen glichen recht genau denen der Europameisterschaft 2018 auf dem WM-Platz von Dupnitsa. Von «Überraschung» kann also keine Rede sein.



Gute Organisation

Die Eröffnung auf dem Stadtplatz von Dupnitsa war auch diesmal einfach und stimmungsvoll. Die Leute sind Meister der Improvisation. Das zeigte sich auch während der ganzen WM. Sotir Lazarkov leitete den Anlass mit starker Hand. Sein ganzes OK-Team arbeitete zuverlässig und freundlich. Im Gegensatz zur EM 22 in Ungarn befindet sich auf dem grossen, schönen Feld keinerlei Infrastruktur. Alles muss zuerst transportiert werden.


Herausragende Leistungen

Schon früh zeichnete sich ab, wer zur Spitze gehören wird. Dazu gehören nicht nur die teils perfekten Flüge und Landungen, sondern auch «weiche», organisatorische Vorbereitungsdetails sowie ein ausgezeichnetes Coaching der Pilotinnen und Piloten. Dies sind
nicht die grossen, spektakulären Dinge, sondern oftmals die kleinen, aber im entscheidenden Moment unerlässlichen.


Landekünstler

Immer wieder zu sehen, wie die Konkurrenten versuchten, sich dem Landefeld mithilfe des Windes rückwärts zu nähern bzw. leicht zu überfliegen, um anschliessend vorwärts zu landen. Eine interessante Landetechnik, die jedoch durch Böen schnell zum «Teufelsritt» werden kann. Es gab aber auch zahlreiche Brüche.


Der Coach als Königsmacher

Die Bedeutung des Coaches – oftmals ziemlich harmlos mit «Helfer» bezeichnet – wird auch bei uns massiv unterschätzt. Studien aus anderen Sportarten beweisen, dass
Coaching einen prozentual sehr hohen Anteil am Erfolg ausmacht. Coaches müssen nicht unbedingt Trainer sein und schon gar nicht Mannschaftsleiter. Zwischen Coach und Sportler besteht eine enge Beziehung. Idealerweise arbeiten beide über einen längeren Zeitraum zusammen. Der Coach kennt die Stärken und Schwächen des Piloten und muss ausgleichend wirken.



FAI-Reglementitis

Vor drei Jahren hat der österreichische Aero Club – im Banne der «grossartigen» EASA-Drohnenregeln – einen Antrag für die Beschränkung der «Wanderschaft» des Piloten während des Wertungsfluges eingereicht. In Österreich sind die Modellflugplätze infolge der voll im EU-Trend zunehmenden Bürokratie der Austro Control GmbH flächenmässig beschränkt. Der Antrag wurde angenommen. Leider fehlte



dazu die praktische Erfahrung bezüglich Umsetzung der Regel. Dabei könnte jeder einzelne Veranstalter solche Beschränkungen aufgrund der aktuellen Situation selber vornehmen. Keine CIAM-Anträge mehr ohne genügen praktische Erfahrungen. Das hilft, Leerläufe zu verhindern. Die Diskussionen während der WM führten dazu, dass die Verantwortlichen schliesslich die CIAM-Protokolle beiziehen



Schweizer Team

Junioren mit guten Mittelfeldplatzierungen – dringelegen wäre mehr. Etwas Pech und ein
paar falsche Einschätzungen verhinderten mehr. Flavio Meier 14. und Alain Schad 18. Total 26 Piloten.

Unsere Senioren sind mit Pech und Pannen kläglich versauert. Thomas Wackerlin (48.) musste als Coach für zwei bis drei Piloten – neben seinen eigenen Flügen – viel zu viel für andere arbeiten – dies bei 14 Durchgängen. Dazwischen waren auch seine Ratschläge und seine Unterstützung bei Reparaturen gefragt. Aus meiner Sicht grenzt das Ganze an eine Überforderung! Thierry Ruef 72. und Pierre Maquelin 86. Total 88 Piloten.




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