Titelstory

Die Wunder im Schatten des Speer

von Markus Nussbaumer
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36 aktive Piloten und viele Zuschauer genossen beim Herbstmeeting der IG Warbird das prächtige Spätherbstwetter und ein attraktives Flugprogramm.


Yves Burkhardt, Präsident IG Warbird, auf morgendlichem Rundgang.



Schon am Morgen um halb neun Uhr herrschte auf dem Flugplatzgelände Schänis reges Treiben. Modelle wurden ausgeladen und zusammengebaut und viele alte Kollegen begrüsst. Kollegen, die man wegen der Corona-Massnahmen zum Teil schon länger nicht mehr gesehen hatte. Umso gespannter war man, was in der Zwischenzeit in den diversen Werkstätten neu entstanden war. Aber auch altbewährte Modelle wie die grosse Skyraider von Paul Haller oder die Morane von Kurt Wächter zeigten,

dass auch dreissigjährige Modelle nach wie vor ihren Charme haben und immer noch gut im Schuss sind.


Noch im Schatten vom Speer, dem höchsten Nagelfluhberg Europas, führten Yves Burkhardt und Rolf Kessler das obligatorische Briefing durch. Jeweils zwei Flugleiter sorgten dafür, dass das Programm reibungslos und sicher durchgeführt werden konnte.


Zum ersten Mal an einem Warbird-Treffen dabei waren Fredy Gass und Marco Zaugg, die ihre zwei wunderschön ge-


C-3605
Massstab / Échelle:1:3,85
Länge / Longueur:340 cm
Spannweite / Envergure:360 cm
Gewicht / Masse:29,2 kg
Antrieb / Propulsion:Kingtech-100 Turboprop
Propeller / Hélice:SL-Propeller
E-Fahrwerk ER-50 Einziehfahrwerk
Train rentrant électrique ER-50
Beleuchtung / Eclairage:Unilight / Inoflyer
Bauart Rumpf:Hartschaum mit Holzspannten und GFK-beschichtet
Construction du fuselage:Mousse avec couples en bois, le tout recouvert de fibre
Bauart Flächen:Holz beplankt und GFK-beschichtet
Construction des ailes:Bois coffré et fibrées
Stromversorgung:Powerboxsystem
Alimentation:Powerbox system
Bemalung:Zielfliegerstaffel 12, C-501 Ziel-Schlepp
C-483 Ausbildung (Doppelsteuer) mit oranger Nase
Décoration:Escadrille de vol de cible 12, C-501 remorqueur de cibles
C-483 écolage (commandes doublées) avec le nez orange


C-3605 von Fredy Gass und Marco Zaugg.



Hawker Tempest von Rolf Schönenberger und Urs Schirmer.



Reges Treiben am Morgen.



bauten C-3605 mit Turbinenantrieb am Boden und in der Luft präsentierten. Die Ziel-Schleppflugzeuge der Luftwaffe, damals als Umbau aus der C-3603 mit Kolbentriebwerk entstanden, begeisterten auch als Grossmodelle die Piloten und Zuschauer in Schänis. Mit 3,2 m Spannweite sehr imposant war auch die brandneue Eigenbau-Morane D3801 von «Kusi» Kindler, die Markus auch sehr gekonnt und vorbildgetreu flog. Ebenfalls zum ersten Mal an einem Meeting zu sehen waren zwei perfekt gebaute Hawker Tempest unserer Glarner Kollegen Rolf Schönenberger und Urs Schirmer, befeuert jeweils mit DLA-Zweizylindermotoren. Da 36 Piloten anwesend waren, wurden viele Nummern teilweise spontan zu-


Hawker Tempest

Zum Video:


Massstab / Échelle:1/4,8
Spannweite / Envergure:2,50 m
Länge / Longueur:2,1 m
Gewicht / Masse:20,5 kg trocken
Motor / Moteur:DLA 116 ccm Reihen / DLA 116 cm3 en ligne
Propeller / Hélice:27/13 Falcon
Eigenbau aus einer alten Form von Olin Vitasek / Rumpf und Motorhaube aus GFK-Tragfläche Holz / Fahrwerk Sierra Gigant USA Springergabel
Construction personnelle sur une ancienne base de Olin Vitasek / fuselage + capot moteur en fibre. Ailes en bois / train à fourche Sierra Gigant USA
Bemalungen:So diente sie nach dem Krieg als Zielflugzeug
Décoration:Après la guerre, il a servi d'avion cible


sam­men ge­flo­gen. So sah man zwei FW-190 von TopRC-Models von Beat Gohl und Heinz Neuhaus oder gleich drei grosse T-28 Trojan Schäumlinge, angeführt vom jüngsten, 11-jährigen Piloten Rodito Nussbaumer, eskortiert von Noldi Peyer und Yves Burkhardt, welche den stahlblauen Himmel über Schänis erkundeten. Erich Wächter und Beat Frey zeigten mit ihren beiden Saito-befeuerten AT-6, wie es aussieht, wenn man regelmässig miteinander trainiert. Auch die Doppeldecker-Zunft war dieses Jahr in Schänis gut vertreten. Zum ersten Mal zu sehen waren der grosse Fokker Dreidecker von Hugo Christen und die Nieuport N-28 C-1 Bébé von Rolf Fritschi in den Farben der damaligen Schweizer Fliegertruppe. Dass Elektromodelle nicht immer klein sein müssen, bewiesen gleich zwei grosse Spitfire sowie eine Venom von Koni Oetiker oder die meisterhaft gebaute Me-109 von Hanspeter Hofer in den ehemaligen Farben der Schweizer Fliegertruppe. Aber, und das macht den Anlass und die IG Warbird so sympathisch, auch kleinere Warbirds haben an unserem Warbird-


History IG Warbird


Die Gründerjahre 1993 bis 1995

Am 11. September 1993 wurde in Triengen die IG Warbird (IGW) durch unseren «Corsair-Housi Messmer» gegründet. Mit einem veritablen Fernsehbericht in SF1 wurde die IG Warbird ins Leben gerufen, und aus lauter Freude fabrizierte Corsair-Messmer bei den Fernsehaufnahmen sogleich auch eine Aussenlandung im hohen Gras mit stehender Latte.

In der Zwischenzeit zählt die IGW bereits über 100 Mitglieder aus dem In- und Ausland. Bei der IG Warbird handelt es sich um eine freie Interessengemeinschaft für alle, die sich in irgendeiner Form mit Warbirds befassen. Der grösste Teil unserer Mitglieder sind Modellflieger, daneben hat es aber auch historisch Interessierte etc. Die IGW ist bestrebt, ihre Kontakte zur original Warbirdszenen Schweiz aufrechtzuerhalten, so sind Leute wie Max Vogelsang (ex P-51 Mustang, ex Morane) ebenfalls Mitglied in der IG Warbird.


Was bietet die IG Warbird?

Die IG Warbird ist bestrebt, jedes Jahr mindestens zwei Flugmeetings im Frühsommer und im Herbst abzuhalten.

Die Website www.igwarbird.ch hält die Mitglieder auf dem Laufenden. Im Weiteren sollen auch Exkursionen in Museen oder an Flugtage durchgeführt werden.

In erster Linie geht es bei der IG Warbird aber um den gegenseitigen Erfahrungsaustausch. Gerade in der Warbird-Modellszene sind Kenntnisse über Motoreneinbau, Fahrwerke, Batterien, Oberflächenbehandlung, Decore und Decals sowie die geeignete Flugtaktik und ein seriöses Einfliegen bei den oft grösseren Modellen enorm wichtig. Einsteiger in die Szene sind gleichermassen willkommen wie erfahrene Piloten.


Meeting immer ihren festen Platz im Geschehen. Dies zeigte Godi Hirschi unter anderem mit seiner F4U Tigercat oder Erich Züger mit seiner dem 3D-Drucker (!) entnommenen P-38 Lightning.

An dieser Stelle möchten wir uns herzlich bei allen Verantwortlichen bedanken, sei es der ASSAG als Flugplatzhalter des Segelflugplatzes in Schänis wie auch den Schänis Model Flyer, die uns

erneut ein schönes, und abgesehen von etwas «Blechsaden» an einer Tigercat, ein formidables Meeting in Schänis beschert haben. Wir freuen uns schon jetzt auf Schänis 2022!

Und nicht vergessen, gleich anmelden für den Winteranlass am 22. Januar 2022 im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern.




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