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Fesselflug – Spass für jedermann! (Teil 1)

von Heiner Borer
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Fesselflug ist die älteste Methode, ein Flugmodell bewusst und sicher zu steuern.


Eine Lanze für den Wettbewerb

Trotzdem hört man immer wieder, Fesselflug sei zu technisch, zu aufwendig und zu speziell. Zugegeben, wer Fesselflug in den Wettbewerbskategorien Geschwindigkeit (Speed), Kunstflug (Akro), Mannschaftsrennen (Team Racing) oder Fuchsjagd (Combat) betreibt, der ist ein «Spezialist», der viel Aufwand und Zeit in sein Hobby investiert. Er wird aber dafür belohnt mit der Möglichkeit, sich an Wettbewerben zu messen und tolle Kameradschaften zu erleben, wie zum Beispiel an der kommenden Weltmeisterschaft in Frankreich, an der über 300 Konkurrenten aus 40 Nationen teilnehmen werden. Wie man Fesselflug aber auch aus reinem Spass betreiben kann, möchte ich im Folgenden aufzeigen:


Die Qual der Wahl

Der «normale» Modellflieger hat bestimmt in erster Linie Freude an einem schönen Flugmodell. Doch was heisst «schön»? Ich denke, den meisten von uns gefällt ein Modell, das möglichst einem Originalflugzeug mit all seinen Funktionen nachempfunden und einfach zu fliegen ist. Nicht jedermann ist aber ein begnadeter Modellbauer oder hat die Zeit für einen aufwendigen Modellbau. Das heutige Marktangebot kommt uns da sehr entgegen. Wer sich in den einschlägigen Modellflugzeitschriften oder Homepages umsieht, hat die Qual der Wahl zwischen flugfertigen Modellen, halbfertigen Fabrikaten oder vorgefertigten Baukästen. Man findet wunderbare Modelle für jeden Gusto und jeden Geldbeutel. Aber – all diese Modelle sind RC-Modelle. Ich



sage: kein Problem! Mit relativ kleinem Aufwand und einer guten Anleitung können diese zu einem Fesselflugmodell umgebaut werden. Selbstverständlich lassen sich so angepasste Modelle aber nur mit dem Höhenruder hoch und tief steuern – wie eben ein Fesselflugmodell. Spass macht es erst dann so richtig, wenn auch alle Zusatzfunktionen (Drehzahl der Motoren, Einziehfahrwerk, Landeklappen, Beleuch-



tung etc.) mit einer Fernsteuerung bedient werden können. Auch dies ist kein Problem: Der Pilot lenkt mit einer Hand das Modell, mit der andern bedient er die Fernsteuerung. Verschiedene gestandene Fesselflieger haben sich die vorgenannte Idee schon zu eigen gemacht und fliegen mit grossem Spass sogenannte Semi-Scale-Modelle.


Fesselflug mit Semi-Scale-Modellen im Kommen

Die Fachkommission F2 Fesselflug hat vor drei Jahren einen internationalen Wettbewerb, unter anderem für solche Semi-Scale-Modelle, ins Leben gerufen. Er findet jeweils auf der Fesselfluganlage «Hard 2000» in Untersiggenthal statt, so auch wieder am 18./19. August 2018. Kameraden aus Deutschland und Österreich werden erwartet und erstmals auch Teilnehmer aus Tschechien. Wer also Interesse an dieser Art Modellflug hat, der kann sich am genannten Wochenende wertvolle Informationen und Inspirationen holen.


Vom RC-Modell zum Fesselflieger

Wie nun konkret ein RC-Modell in ein Fesselflugmodell umgebaut werden kann, werde ich in



einer nächsten Ausgabe des «modell flugsport» beschreiben. Doch – ein RC-Modell umzubauen ist die eine Sache, es dann aber zu fliegen wieder eine andere. Nur keine Angst – Fesselflug ist einfacher, als viele denken. Jugendliche haben es schon fertig gebracht, nach zwei bis drei Starts alleine ihre Runden zu ziehen. Sicher ist es aber nicht empfehlenswert, dies ohne kompetente Betreuung zu versuchen. Es wäre schade ums Modell und um die enttäuschte Vorfreude. Deshalb werden wir auf der Homepage www.fesselflug.ch eine Liste mit Kontaktadressen zu Fesselfliegern veröffentlichen, welche gerne mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Bleibt noch die Frage: Wo kann man denn Fesselfliegen? Auch wenn es in der Schweiz nur zwei eigentliche Fesselflugpisten gibt: Im «Schwalbennest» in Büsserach SO und «Hard 2000» in Untersiggenthal AG kann mit vorgenannten Modellen auf jedem einigermaßen gepflegten Rasen (RC-Modellflugplatz, Sportplatz etc.) geflogen werden. Mit Elektroantrieben ist dies heute kein Lärmproblem mehr. Auf jeden Fall sollte man sich aber vorher mit dem Landbesitzer absprechen und auch eine Person mit dabei haben, die sicherstellt, dass niemand in den Flugkreis hineingelangt.



Heiner Borer



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