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Klein, aber fein

von Res Dauwalder
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Die Flügel leicht hängend, fliegen die zwei Modelle mit schönem Sound mit erhöhter Geschwindigkeit spektakulär ... – halt, stop: Das ist der falsche Anfang ...!


Massstab 1 zu 15

Noch einmal zum Textanfang: Die Flügel leicht hängend, begleitet von einem kaum wahrnehmbaren Schnurren der Getriebeantriebe, drehen die zwei Modellchen gemeinsam ihre Runden. Obschon nur über Motor, Seiten- und Höhenruder gesteuert, ist bei günstigen Bedingungen Staffelflug möglich, bei einem Fluggewicht von lediglich knapp 60 g erträgt es keinen Wind, das ist verständlich ...!

Die nachfolgend beschriebenen Modelle sind in der MG Münchenbuchsee immer etwas beliebter geworden; mögliche Gründe dafür werden später im Bericht beschrieben.


Wie kam es zu dieser farbenfrohen «Modellwolke»?

Das erste Hallenfliegen fand in der MG Münchenbuchsee im Jahr 2001 statt; käufliche Modelle machten eine spontane Teilnahme an diesem Anlass möglich – man wollte ja dabei sein ...! Der Erfolg war überschaubar, da die Modelle entweder zu schwer und damit zu schnell oder zu filigran waren. Man versuchte, die Fluggeräte mithilfe von Getriebemotoren und NiCd-Akkus in die Luft zu bringen – dies mit unterschiedlichem Erfolg ...! Das hässliche Geräusch von Modellen, welche in die Sprossenwand krachten, war jedenfalls nicht zu überhören, und der Leimverbrauch liess die Klebstoffhersteller innerlich jubeln ...! Und eine Regel musste man einhalten: niemals entlang der Hallendiagonalen gegen eine Ecke fliegen; wer diese Regel nicht befolgte, sah den unausweichlichen Crash auf das Modell zukommen ...!

Die ganze Entwicklung der Hallenfliegerei zu dokumentieren, würde den Rahmen des Artikels sprengen; klar war aber recht schnell, dass in unserem Verein vor allem der Wunsch nach selbst gebauten, vorbildähnlichen Modellen verbreitet war – die Akrofliegerei hat bei uns nie ernsthaft Anhänger gefunden, wäre aber sicher auch eine faszinierende Entwicklung gewesen!

Die Suche nach geeigneten Modellen führte uns bereits im Jahr 2010 zu den Gummimotor- und CO2-Modellen. Nach der Vorlage eines Hacker-Bausatzes entstand mithilfe von Spaltdepron der Nachbau eines Piper J-3, welcher schon bald mit etwas Farbe und ergänzt mit Ski seine Runden drehen durfte. Diese Modellchen fanden schnell ihre Anhänger; es war genüsslicher Modellbau im vereinseigenen Baulokal möglich, die Ansprüche an den Modellbau und später an das fliegerische Können blieben bewältigbar, und schlussendlich tat man etwas Sinnvolles: Die RC-Komponenten aus Überresten von ARF-Modellen fanden ein neues Betätigungsfeld – Recycling, wer kann da etwas dagegen haben...! Zudem dürfte das eine oder andere Modellchen gebaut worden sein, weil sie nicht teuer waren, der Erfolg bei sorgfältigem Modellbau fast vorprogrammiert war und im bereits vollgestopften Hangar lediglich ein Verdichtungsprozess stattfinden musste – Platz fand man für ein so kleines Ding immer.

Verschiedene ähnliche Ideen wurden erfolgreich realisiert: Die kleine Wilga, Bruno hat für den Rumpf des Modells gar eine Tiefziehform gebaut und dann mit vielen Details versehen – sehr hübsch. Das kleine Ding fliegt auch heute noch erstaunlich gut, war aber vermutlich ebenfalls etwas gar speziell – es blieb bei diesem Einzelstück.



Verschiedene ähnliche Ideen wurden erfolgreich realisiert: Die kleine Wilga, Bruno hat für den Rumpf des Modells gar eine Tiefziehform gebaut und dann mit vielen Details versehen – sehr hübsch. Das kleine Ding fliegt auch heute noch erstaunlich gut, war aber vermutlich ebenfalls etwas gar speziell – es blieb bei diesem Einzelstück.



Das kleine MU-Trainerli stellte eine Verkleinerung des sehr beliebten MU-Trainers dar, das kleine Modell wird aus 3 mm Depron sehr einfach aufgebaut und fliegt sehr gut. Aber auch da wurden kaum Modelle nachgebaut – es müsste offensichtlich einfach und, wenn möglich, gleichwohl vorbildähnlich sein...! Versuche für weitere Modellnachbauten gab es etliche, die Modelle waren häufig zu schwer und damit verbunden für das Hallenfliegen zu kritisch, weil zu schnell, und deshalb für den Nachbau in grosser Zahl nicht geeignet. Freude bescherten sie den Erbauern sicher alle, vor allem auch, weil sie mit sehr viel Liebe zum Detail gebaut worden sind. Es blieb aber eine persönliche Freude, und ein Gemeinschaftserlebnis wollte sich nicht einstellen.


Einen neuen Schub gab es im Jahr 2022: Anlässlich des Eigenbautreffens in Huttwil erstanden Bruno und ich je einen Bausatz des Graupner-Retromodells BO-209 Monsun. Im Herbst fand unser Segelfluglager bei katastrophalem Wetter statt: 8 Tage Regen...! Als Alternativprogramm entstanden zuerst das Balsammodell der Monsun und anschliessend das viel leichtere Depronmodell nach derselben Vorlage. Das kleine Modell flog auf Anhieb ausgezeichnet und wurde anschliessend mithilfe von kleinen Details vervollständigt: Trittflächen aus 400er-Schleifpapier und Aufstiegshilfen aus feinem Packband sowie Positionslampen aus sehr feinen Glasperlen vervollständigten das Modell. Das sah doch sehr schick aus und weckte entsprechend Lust auf mehr, sei dies in Form von weiteren Monsun-Nachbauten oder gar nach neuen Projekten!


Bereits während des Baus der Monsun wurde die Idee besprochen, die Monsun in eine AS-202 Bravo umzubauen; die Kompromisse waren aber zu gross. Deshalb wurde ziemlich genau im Massstab 1 zu 15 aus 3 mm Depron eine Bravo aufgebaut. Der Bau ist einfach und lässt verschiedene Vorgehensweisen zu – je nach Fähigkeiten bzw. Lust und Laune des Modellbauers; ein einfacher Plan für dieses Modell ist im Angebot der Fachzeitschrift FMT erhältlich. Aus Styrofoam wurde ein Capot-Klötzchen erstellt und ein Capot aus 0,2 mm starker Tiefziehfolie gezogen; später habe ich sogar ein Klötzchen aus Giesskeramik erstellt, weil sich Interesse für das Modell abzeichnete. Der Rohbau sah doch schon ansprechend aus. Mit etwas Farbe versehen und neben die kleinen Vorgänger gestellt, sah das Ganze doch bereits sehr gut aus. Freude herrschte...!

Das Modell der Bravo flog auf Anhieb ausgezeichnet, an windstillen Tagen ist das Fliegen in freier Natur ein Genuss und ein Einsatz in der Halle ist selbstverständlich ebenfalls gut möglich. Es sind sogar sehenswerte Staffelflüge möglich.



Das Modell der Bravo flog auf Anhieb ausgezeichnet, an windstillen Tagen ist das Fliegen in freier Natur ein Genuss und ein Einsatz in der Halle ist selbstverständlich ebenfalls gut möglich. Es sind sogar sehenswerte Staffelflüge möglich.



Modellbauern gehen die Ideen bekanntlich nicht aus und: Der Hunger kommt mit dem Essen! Folgeprojekte liessen nicht lange auf sich warten, auch der Nachbau der Fournier RF-3 fliegt sehr gut. Das Modell ist praktisch gleich aufgebaut wie die Vorgängermodelle. Neu war bei diesem Nachbau einzig der Einbau von Querrudern. Die kleinen vorbildähnlichen Flugmodelle machen Spass, beim Bau und beim Fliegen! Und das Schönste am ganzen Projekt ist aus meiner Sicht, dass man die Freude mit Modellflugkollegen teilen kann, geteilte Freude ist doppelte Freude – das Sprichwort trifft zu! Sowohl der Bau wie auch das Fliegen ist Genuss und Erholung pur, das sollte Modellflug ja sein, oder? Ich freue mich jedenfalls auf die nächsten Ideen in dieser Modellflugkategorie; die wird es sicher geben – man hat bereits Ideen gehört...!




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