Schweizer Meisterschaften Artistic Aerobatics F6A in Grenchen
Im Rahmen des Air Display 2010 wurden die ersten Schweizer Meisterschaften in der Kategorie F6A in Grenchen ausgetragen. Die Klasse F6A ist ein Acrobatic Freestyle-Wettbewerb mit musikalischer Begleitung.
Bei hervorragenden äusseren Bedingungen – blauer Himmel und Windstille – wurde mit dem 2-Minuten-Vorprogramm begonnen. Emil Giezendanner, als Wettkampfleiter, briefte die anwesenden Piloten über den Austragungsmodus und erklärte die zur Verfügung stehende Flightbox auf dem Fluggelände der MG Grenchen. Je fünf Teilnehmer in der Kategorie Flächenflugzeuge und Helikopter nahmen die Herausforderung für die erstmalige Durchführung dieser Meisterschaft an. Auch für die Punktrichter gehören F6A und F6B zu den neueren Kategorien. So wurde die Abstimmung der Bewertungsrichtlinien vor dem Start nochmals durchgesprochen.
Die musikalische Begleitung und auf die Musik abgestimmte Flugmanöver kennzeichnen die Klasse F6A. Diese Anforderung wurde von einigen Piloten wohl eher als nebensächlich angesehen. Aber der Erfolg dieser Klasse wird sich schnell durchsetzen, bietet sie doch für Piloten zu relativ günstigen Konditionen einen sehr guten Start in den Wettkampfsport, der im Übrigen bei den zahlreichen Zuschauern sehr gut angekommen ist und die Leistungen der Piloten jeweils mit grossem Applaus belohnte. Die Musik wird normalerweise von einer CD eingespielt, die der Pilot mitbringen muss. Der Fortschritt im Modellflugsport zeigt sich nicht nur darin, dass ausschliesslich mit 2,4-GHz-Systemen geflogen, sondern auch das aktuelle Smartphone nicht nur zum Telefonieren geeignet ist: Einige Piloten spielten die Musik direkt vom mitgebrachten iPhone ein. Zukünftige Veranstalter sollten diese Möglichkeit bei der Organisation berücksichtigen.

Bereits das 2-Minuten-Programm liess erste Rückschlüsse auf die Favoriten der jeweiligen Kategorie erahnen. Starten doch bei den Flächenfliegern Jean-Claude Spillmann und Michael Hauser, die beide bereits über langjährige F3A-Erfahrung verfügen und dieses Können nun in diese Klasse einbrachten. Bei den Helikoptern, überwiegend mit Verbrennungsmotoren ausgestattet im Gegensatz zu den Flächenfliegern, die alle elektrisch angetrieben wurden, traten dann doch die einen oder anderen Startprobleme auf, wie hektische Abstimmungsarbeiten noch kurz vor dem Wettkampf zeigten. Doch auch hier kristallisierten sich schnell die Favoriten heraus. Das Vorprogramm war gegen Mittag abgeschlossen, unterbrochen nur von einer kurzen Zwangspause, weil die Fallschirmjägertruppe den Bereich direkt neben dem Modellflugplatz als Übungsgelände für die nachmittägliche Vorstellung am Air Display nutzte. Das abschliessende 4-Minuten-Programm wurde dann doch von den Piloten dominiert, bei denen das vielfältigste Flugprogramm am besten mit der Musik harmonierte. Jean-Claude Spillmann bei den Flächenfliegern und Dario Neuenchwander bei den Helikoptern belegten verdientermassen die jeweils ersten Plätze. Vor allem bei den Helikoptern war auffallend, auf welch geringem Raum die kompliziertesten Flugmanöver gezeigt wurden. So
mancher Zuschauer, sichtlich beeindruckt von Flugmanövern, liess seinen Gedanken freien akustischen Auslauf: «Wissen die eigentlich noch, was die da fliegen?» (Heli) und: «Wenn ich diese Figur fliege, bestelle ich gleich immer ein neues Modell» (Fläche).

Ja, ... sie wussten es. Und wie. Der erste Wettkampf in der Klasse F6A wurde gegen 14.00 Uhr beendet, und die anschliessende Siegerehrung gegen 15.00 Uhr wurde feierlich vollzogen, während das PC-7-Team der Schweizer Luftwaffe seine Vorführung an den Himmel über Grenchen zauberte. Bleibt zu hoffen, dass das Organisationskomitee der nächsten F6A-Meisterschaft mehr Piloten auf das Starttableau schreiben darf. Denn die Klasse F6A hat das Potenzial, zu einem Zuschauermagnet zu werden. *rb/SMV*


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