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Die Welt der Indoor-Fliegerei

von Michel Hauser
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In unseren Breitengraden ist es wieder Winter geworden. Die Tage wurden kürzer und die Indoorsaison ist voll im Gange. Ich dachte, es sei an der Zeit, die gemachten Erfahrungen weiterzugeben. Das hier Beschriebene sind meine Erfahrungen aus der Praxis. Es soll anregen und Interesse wecken, sich mit der Indoor-fliegerei tiefer auseinanderzusetzen.


Interessantes Konzept

In den letzten Jahren ist mir ein Modell immer treu gewesen, der Clik von RC-Factory. Noch immer bin ich mit diesem Flieger sehr zufrieden und von seinen Flugeigenschaften begeistert. Wie es halt so ist, «grösster Feind des Guten ist der Bessere». Eines Tages entschloss ich mich, nach einem neuen Indoormodell Ausschau zu halten. Und siehe da, der Symmetric von Donatas Design hat es mir angetan. Wie es der Name des Modells bereits andeutet, ist die Formgebung absolut symmetrisch. Die beiden Rumpfsseiten oberhalb und unterhalb der Tragflächen wie auch das Seitenleitwerk sind beidseitig exakt gleich ausgebildet. Einzig das Fahrwerk und die Farbgebung sind unterschiedlich. Ein sehr interessantes Konzept mit vielversprechenden Flugeigenschaften. Und so baute ich mir diesen Flieger.


Der Bau des Symmetric

Das Modell ist in der «klassischen Kreuzrumpfbauweise» aufgebaut. Die im Bausatz enthaltenen Depronteile werden auf der Unterseite ausgefräst geliefert. Dies ermöglicht ein sehr geringes Abfluggewicht, ohne dass am Bausatz aufwendige Ausfräsarbeiten vorgenommen werden müssen. Die enthaltenen Teile wie auch das Zubehör sind soweit einwandfrei und von guter Qualität. Die Bauanleitung kann auf www.eflight.ch unter «Downloads» heruntergeladen werden. Sie ist wirklich sehr schön gemacht und gut bebildert.


«Konstant Speed»

Indoormodelle kann man grundlegend in zwei verschiedene Gruppen aufteilen. Zum einen sind da die agilen 3D- oder sogar 4D-Maschinen mit Stellpropeller, bei welchen Retour Schub möglich ist. Diese kommen in der Regel mit wenig bis gar keinen Anbauten, sprich Air-Bremsen, aus. Bremsen, wie sie hier beschrieben werden, sind bei dieser Art von Modellen nicht ideal oder sogar störend.

Zum andern gibt es die Indoormodelle, welche für exaktes, konstantes Fliegen von Kunstflugfiguren eingesetzt werden. Unter anderem fällt der Symmetric unter diese Kategorie. Bei diesen Modellen sind solche Bremsen eine Möglichkeit, die Fluggeschwindigkeit konstant und langsam zu halten. Ein möglichst tiefes Abfluggewicht ist natürlich die Voraussetzung, um diese Flugeigenschaften zu erlangen. So können die Kunstflugfiguren sauber geflogen und kontrolliert werden.

Bremsen sind nicht gleich Bremsen. Wie so oft hat das Gute auch eine schlechte Seite. Der Nachteil an diesen Anbauten ist, dass sie auch in Aufwärtspassagen oder bei ausgefahrenen Rudern ihre Wirkung haben. An dieser Stelle kommt die Faszination der Indoorfliegerei voll zum Tragen. Es sind keine Grenzen gesetzt und es kann mit erstaunlich wenig Mitteln Grossartiges geschaffen werden. So zum Beispiel die an meinem Modell angebauten Air-Bremsen.

Hier beschreibe ich die Air-Bremsen bei meinem Symmetric. Ich habe sie an die Querruder im äusseren Drittel angebaut. So sind sie aus dem Propellerluftstrom, was für die
«Torque-Rollen» wichtig ist. Ich habe versucht, die Anbauten auf meinen Flugstil abzustimmen und so dem angestrebten «Konstant-Speed» näherzukommen. Die Bremsen sind im Bausatz nicht so vorgesehen.

Bild 1 zeigt den Zustand, welcher im Geradeausflug herrscht. Die Anbauten oberhalb und unterhalb der beiden Querruder haben ihre volle Bremswirkung. Die Wirkung nimmt mit ausgefahrenerm Querruder, wie auf dem Bild 2 und 3 er-


Technische Daten:
Spannweite:850 mm
Rumpflänge:960 mm
Abfluggewicht:121 g
Akku:2S Desire Power V8 XP 300 mAh 35C
Motor:ePower 2202 / 1525U/V
Empfänger:2,4 Ghz R6004FF
Servo:3 Stück Futaba FS31
Regler:ePower 7A


sichtlich, ab. Bei voll ausgefahrenem Ruder ist die Bremswirkung praktisch aufgehoben, da das Depronteil in Fahrtrichtung schaut.

So wirkt die Bremse nur, wenn es gefordert wird. Wenn die
Bremsen, wie man es oft sieht, einfach an das Ende des Querruders angebaut werden, wirken sie auch bei ausgefahrenem Querruder. Dies kann sich bei Rollfiguren negativ bemerkbar machen.


«Stabilisatoren»

Von den Air-Bremsen zum Thema Stabilisatoren. Solche Anbauten sind dazu da, den Flieger im Flug zu führen. Sie sollen bewirken, dass das Modell ruhig in der Luft liegt und
gut kontrollierbar ist. Diese Anbauten werden unter anderem am Seiten- oder Höhenleitwerk montiert. Auch im vorderen Bereich der Tragflächen oder auf dem Rumpfrücken werden sie angebracht.

Hier ein paar mögliche Varianten. Bild 1 und 2 zeigen die Anbauten beim Symmetric, Bild 3 beim Clik. Mit der Grösse und dem Anstellwinkel dieser Anbauten kann die gewünschte Wirkung auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt werden. Auch die Position spielt eine Rolle. Bei der Suche nach dem Optimum schneide ich mir ein paar dieser Anbauten zu. In der Halle testete ich das Modell zuerst ohne Anbauten. Danach «steckte» ich die vorbereiteten Anbauten nach und nach an verschiedenen Orten an. So kann das Ganze abgestimmt werden.


Fazit

Die Indoorfliegerei ist eine vergleichsweise junge Modellflugsparte. Nichtsdestotrotz hat sie sich mittlerweile einen festen Platz in der Modellflugwelt geschaffen. Die Grenzen, um Neues auszuprobieren und eigene Ideen einzubringen, sind gegen oben offen. Es kann mit verhältnismässig kleinem Aufwand viel erreicht werden. Also ran an den Speck. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön für die freundliche Unterstützung an www.eflight.ch.

Viel Glück und kameradschaftliche Grüsse: Michel Hauser




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