Hughes MD-500D «Magnum» von Roban
Mit der 800er-Super-Scale-Serie bietet Roban eine ganze Reihe beliebter Modell-Helikoptertypen an. Sämtliche Modelle weisen dabei einen hohen Vorfertigungsgrad mit bereits vormontierter HSM-Mechanik auf, um innerhalb kurzer Zeit mit dem Scale-Modell fliegen zu können.
Im Lieferumfang immer enthalten sind auch zahlreiche Scale-Zubehöerteile, die das Erscheinungsbild des Modells deutlich aufwerten. Mit diesen Bausätzen ist es auch für einen Anfänger mit wenig finanziellen Mitteln und wenig baulichen Kenntnissen möglich, ein Scale-Modell nach entsprechendem Vorbild zu bauen und in der Scale-Szene Fuss zu fassen und Erfolg zu haben. Genau dies wollte ein Urgestein der Szene beweisen und hat den MD-500D «Magnum» mit der Immatrikulation N58243 gebaut und «ein wenig» modifiziert.
Der Hersteller Roban (in China beheimatet) erweiterte seine Produktpalette in den letzten Jahren regelmässig. Modelle in den Grössen 470, 600, 700 und 800 werden gefertigt und vertrieben. Die Modellpalette reicht vom Eurocopter AS-350 bis hin zur Bell 429. Hat man sein gewünschtes Modell gefunden, kann unter etlichen Farbgebungen ausgesucht werden. Sollte kein passendes dabei sein, werden die meisten Typen auch in grundierter Version angeboten, sodass der eigene Lackierwunsch möglich ist.
Die 600-, 700- und 800er-Modelle werden mit der HSM-600, 700- oder 800-Mechanik, ebenfalls aus dem Hause Roban, geliefert. Entsprechende typenspezifische Teile, wie etwa ein Winkelgetriebe für einen höher gelegten Heckrotor, Scale-Kufen etc., sind im Baukasten enthalten. Auch dabei sind der Rotorkopf, Heckrotor, Haupt- und Heckrotorblätter, Starrantrieb sowie das komplette Cockpit, welches beleuchtet ist, und viele Scale- und Kleinteile liegen den Baukästen bei. Für Leute, welche lieber ihre eigenen Komponenten einbauen, gibt es auch den einen oder anderen Rumpf einzeln.

Franz Planzer aus dem bernischen Wiedlisbach ist kein unbekannter in der Scale-Szene. Seit Jahren baute er bereits die unterschiedlichsten Modelle als Pendant zu ihren Vorbildern. Schon seit Längerem beschäftigte auch ihn das Thema «Nachwuchs». Mit einem Modell unter CHF 5000.– wollte er Erfahrungen sammeln, ob ein Modell von Roban den Anforderungen der Scale-Gemeinde Rechnung tragen kann und dafür geeignet ist. Es muss doch nicht immer ein Modell einen Turbinenantrieb und mehr als zwei Meter Rotordurchmesser aufweisen.
Dabei fiel seine Aufmerksamkeit auf die legendäre Hughes MD-500D von TC (Pilot Theodore Calvin) aus der Serie Magnum. Die 800er-Grösse ist für dieses Modell schon sehr beeindruckend und entspricht dem Massstab 1:4,5.
Seine Erfahrungen und die Eindrücke über dieses Modell soll in diesem Bericht zum Ausdruck gebracht werden, vielleicht animiert es den einen oder anderen dazu, sich mit dem Scale-Fliegen doch auch einmal zu beschäftigen.

Rumpf und Leitwerke sind bereits in den von Kunden bestellten Farben fertig lackiert und die Spanten sind eingeklebt. Die Mechanik und das Zubehör sind sauber in separaten Plastikbeuteln nach Baugruppen nummeriert und verpackt. Qualität der einzelnen Komponenten und die Lackierung sind von bester Qualität. Bei seinen Recherchen zum Modell im Vorfeld war viel zu hören über die schwache Auslegung des gerade verzahnten Hauptgetriebes. Um hier nicht eine böse Überraschung zu erleben, entschloss sich Franz von Anfang an, die HSM-800 auf die schräg verzahnte Variante umzubauen. Dieser Umbausatz muss leider separat geordert werden.
Die ganze Ausführung des Modells und der Mechanik ist in einer sehr guten Qualität hergestellt und verdient ein grosses Lob. Sicherlich könnte das eine oder andere besser gemacht werden, aber das Produkt ist ja auch keine Einzelanfertigung, sondern wird doch industriell gefertigt, was halt für den Scale-Bauer zu der einen oder anderen Anpassung oder Verbesserung führt. Aber das ist doch gerade die Herausforderung bei unserem schönen Hobby.
Das Vorbild hat oben im Dombereich ein grosses Lufteinlassgitter, welches beim Modell fehlt. Dieses hat Franz Planzer natürlich am Modell ergänzt. So etwas Markantes darf bei einem Scale-Modell auf keinen Fall fehlen. Dafür hat er mit Dremel den Ausschnitt mit äusserster Vorsicht am lackierten Rumpf ausgeschnitten. Der erforderliche Rahmen wurde aus Sperrholz ausgesägt und darauf das feine Fliegengitter geklebt. Das fertige Lüftungsgitter wurde von innen in den Rumpf geklebt. Damit keine Lackierarbeiten notwendig waren, hat er den Rahmen aussen mit Klebefolie realisiert.
Eine weitere Änderung umfasst den gewünschten schnellen Akkuwechsel der beiden 6S-5200-mAh-Flugakkus. Damit dabei nicht jedes Mal das Vorderteil der Kabine abgenommen werden muss, wurde im hinteren Teil des Kabinenbodens eine Öffnung herausgefräst. Aus dem Ausschnittteil wurde ein passender Deckel mit Haltemagneten gefertigt. Die Flugakkus können nun so mit den Kabeln nach hinten eingesetzt werden, was zum einen diese im Boden verschwinden lässt und zum andern eine Verlängerung der Akkukabel zum Regler überflüssig macht.
Zur optischen Aufwertung wurde der ganze Cockpitboden mit einer selbstklebenden Riffelblechimitation versehen, welche in jedem Baumarkt erhältlich ist.
Der Frontscheinwerfer gehört zum Lieferumfang, aber eine entsprechende Öffnung wurde vom Hersteller im Rumpf «vergessen». Diese hat Franz Planzer mit dem Stufenbohrer vorsichtig herausgearbeitet. Den Flansch hat er mit einer Sanitärdichtung nachgebildet und mit Micro-Inbusschrauben am Rumpf verschraubt. Die restliche Beleuchtung, zum Teil bereits eingebaut, gehört zusammen mit dem Beleuchtungsmodul, welches über die RC ansteuerbar ist, ebenfalls zum Lieferumfang. Einzig, für viele sind die Leuchtelemente etwas schwach, sie können aber problemlos mit stärkeren selber getauscht werden.
Da das Modell ja nur Semi-Scale gebaut wurde, konnte es sich der Erbauer nicht verkneifen, die Schriftzüge «Magnum und T.C.» auf den Dachscheiben anzubringen. →
| Rumpflänge: | 1,98 m |
| Rotordurchmesser: | 1,72 m (Witte-Blätter) |
| Kufenbreite: | 0,59 m |
| Höhe: | 0,645 m |
| Abfluggewicht inkl. Akku: | 11,5 kg |
| Antriebsmotor: | Hacker A50-10L Turnado V3 kv530 |
| Regler: | Kontronik JIVE PRO 120+ HV |

Vor dem ersten provisorischen Cockpiteinbau müssen die Spangen noch im Inneren des Rumpfes angepasst werden. Da diese bereits lackierfertig dem Bausatz beiliegen, muss hier mit der nötigen Vorsicht gearbeitet werden. Dem Bausatz liegt ein hintergrundbeleuchtetes Cockpit samt Steuerknüppel, Pitch-Hebel und Pedalen bei.
Natürlich hat der Erbauer die Sitze dem Vorbild entsprechend braun lackiert.
Um das Cockpit optisch noch weiter aufzuwerten, wurden die Sitze mit Gurten versehen. Weitere Scale-Teile im Inneren, wie Feuerlöscher oder Kartentaschen, runden das Gesamtbild des Cockpits ab. Diese Scale-Teile sind nicht im Bausatz enthalten.
Ebenfalls eine optische Aufwertung ist die Luftzufuhr für die Kabinenbelüftung. Diese wurde aus einem Faltschlauch vom Elektromarkt erstellt. Die beiden oberen Kabinenfenster wurden, wie beim Vorbild, dunkel abgetönt, dazu verwendet Franz jeweils einen Lexan-Tönungsspray aus dem RC-Car-Zubehör.
Die Rücksitze können ausgehängt werden und werden von Magneten gehalten, womit der Akkudeckel rasch zugänglich ist.
Eine der grösseren Arbeiten ist das Ausschneiden und Einkleben der Fenster an den Türen und am Rumpf. Der Geheimtyp vom Scale-Profi: «ZAP Canopy Glue Formula 560.» Dieser trocknet glasklar ab, verfärbt sich nicht und bleibt sehr elastisch.

Hinter der Rückwand finden das Lichtmodul, der separate Beleuchtungsakku so wie der zugehörige Schalter mit Ladebuchse Platz. Ebenfalls dort sauber verstaut sind der Stützakku zum BEC für den Empfänger, der elektronische Schalter von PowerBox-Systems und der Regler JIVE PRO 120+ HV von Kontronik. Durch die gewählte Anordnung des Reglers mussten die Kabel zum Antriebsakku, wie schon bereits erwähnt, nicht verlängert werden und die Kabel vom Regler zum Motor nur um 10 Zentimeter.
Dank Rückwand und Rücksitzen wird die ganze Elektronik von aussen unsichtbar, nur die beiden Schalter sind von der Cockpitseite her zugänglich, ohne dass für das Ein- oder Ausschalten etwas demontiert werden muss.
Beim Ausbau der Mechanik hat Franz die HSM-800-Mechanik auf Schrägverzahnung umgebaut. Dazu musste die bereits vormontierte Mechanik wieder fast ganz zerlegt werden. Bei dieser Gelegenheit wurde aber das etwas seltsam aussehende werksseitige Fett am Heckantrieb komplett entfernt und mit Aceton gereinigt. Ersetzt wurde es mit dem bekannten und hochwertigen DryFluid Gear Lube. (Aktuell werden die Mechaniken mit der Schrägverzahnung ausgeliefert). Als Antriebsmotor ist ein Hacker A50-10L Turnado V3 kv530 (mit langer Welle) verbaut. Als Servos an der Taumelscheibe und für das Heck sind vier Savöx SC-1258TG verbaut. Den Bavarian Demon 3X hat der Erbauer auf der hinteren Plattform der Mechanik montiert und gleich dahinter den Empfänger, somit können alle relevanten Kabel kurz gehalten werden. Ein weiterer grosser Vorteil ist dabei, dass die gesamte Mechanik samt Elektronik schnell aus dem Rumpf ein- und ausgebaut werden kann, wenn Servicearbeiten anstehen. Dabei ist der Heckausleger nicht tragend, sondern dient nur als Verschalung.
Der 5-Blatt-Alu-Rotorkopf fügt sich harmonisch in den Dombereich ein und kommt dem Original auch sehr nahe. Die Qualität des Rotorkopfes, wie auch des Heckrotors, konnte selbst einen kritischen Modellbauer wie Franz überzeugen. Er wird so eingesetzt.
Das Original ist mit einem Lasthaken ausgerüstet. Das durfte natürlich auch beim Modell auf keinen Fall fehlen. Der bei der Firma A.L.K. Modellbau in 5304 Endingen bezogene Lasthaken ist eloxiert und sehr gut verarbeitet. Die Lieferung erfolgt mit eingebautem Servo, ist fertig montiert und einjustiert. Er passt hervorragend zur Hughes und ist exakt im Schwerpunkt montiert.
Ebenfalls hat sich bei den ersten Flügen gezeigt, dass das Modell am Boden hinten gerne einsinkt. Dieses Problem hat Franz mit einem selber gebauten Einsinkschutz gelöst.
Eine dem Original nachempfundene Besatzung, also T.C. und Magnum, rundet das Bild im Cockpit ab. Die Piloten stammen aus dem Hause Scale Axels Pilots.
Die dem Bausatz beiliegenden Rotorblätter vermochten in der Flugerprobung nicht zu überzeugen und wurden durch symmetrische Rotorblätter von Stefan Witte ersetzt. Mit den 777 × 40 mm messenden Blättern konnte auch dieses Problem behoben werden. →

Im Grossen und Ganzen konnte der Bausatz und auch das Experiment, einen Semi-Scale-Helikopter unter CHF 5000.– zu bauen, Franz voll und ganz überzeugen. Der Bausatz mit Rumpf, Mechanik, Rotorkopf, Heckrotor und viel Zubehör kann ohne Probleme auch von einem Anfänger gebaut werden. Alle relevanten Arbeiten, welche ein Scheitern eines Anfängers beim Bau ereilen könnten, sind bereits weitgehendst ausgeführt. Die ausführlich beschriebene und bebilderte Anleitung trägt auf jeden Fall zu einem erfolgreichen Modell bei.
Auch in Sachen Flugverhalten, ob beim Rundflug oder im Schweben, ist das Modell sehr präzise, direkt und gutmütig. «Das Modell fliege ich mit zwei Drehzahlen am Kopf mit 1200 U/Min. eher zum Schweben und für die sportlichen Rundflüge dann 1400 U/Min.», verrät Franz Planzer zum Schluss.

Leider hat uns in den letzten Wochen die Nachricht erreicht, dass mit Scaleflying.de der Europaimporteur, die Zusammenarbeit mit Roban angekündigt hat. Das Europa-Lager wurde unterdessen praktisch ausverkauft. Ist zu hoffen, dass Roban in nächster Zeit eine akzeptable Lösung findet, sind die Modelle doch sehr beliebt und weit verbreitet. ■
Fotos: Erich Sardella, Franz Planzer

DIE PC-21-STORY

Neuigkeiten von HEBU

WEISCH, WASI MEINE? 125 JAHRE AERO CLUB DER SCHWEIZ

CORSAIR F4U – EIN WARBIRD MIT EINPRÄGSAMER OPTIK

STOLZ UND GUTE IDEEN

ATOM, DER NEUE DOPPELDECKER VON CPLR

52. COUPE DES ALPES 2026

HORIZON HOBBY/LEMACO NEWS:MICRO OV-10 BRONCO 645 MM VON E-FLITE

EUROPAMEISTERSCHAFTEN F3A IN ST-MACAIRE, FRANKREICH

WILLKOMMEN, NEUES MITGLIED!

FREIFLUG IM HOCHSOMMER

EURO CONTEST GLIDER ACRO TOUR ÖSTERREICH 2026

VON DER JUGEND FÜR DIE JUGEND

EINBLICKE IN DIE WASSERFLUGGESCHICHTE

TEAMMANAGER «THIS» BOSSHARD

Neuigkeiten bei Leomotion.com

STADTPARTNERSCHAFT

FERIENPLAUSCH 2026 BEI DER MG USTER

SCHNUPPERTAG BEIM MFV WETTINGEN

34. ALPINES MODELLFLUGLAGER HAHNENMOOS

KLEINE VORBILDÄHNLICHE SEGLER

COUPE DES ALPES – BEOBACHTEN UND LERNEN

REGION NOS – EIN ZENTRUM DES ELEKTROFLUGS

VON 0 AUF 100

NEUIGKEITEN VON HEBU

ERINNERUNGEN

WEISCH, WAS I MEINE? IM LAND DES LÄCHELNS
