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Vögel und Modellflug

von Emil Giezendanner
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Mit Kanonen auf Spatzen schiessen

Ein See mitten in einer schönen Landschaft. Natur- und Vogelschutz rundum seit Jahrzehnten. Etwas weniger lang entstehen Events – auch rund um und auf dem See: Volksläufe, Open-Air, Feuerwerk. Neuere Sportarten wie die verschiedenen Surferdisziplinen – auch am Drachen hängend. Stand-up-Paddling, Wasserski und Seeüberquerungen ganzer Heerscharen. Wenn all diese gigantischen und öffentlich bewilligten Tätigkeiten unsere Wasservögel nicht stören, dann sind wir Modellflieger mit unseren Flugzeuglein beziehungsweise deren Auswirkungen geradezu vernachlässigbar.


Die etwas andere Behandlung

Viele unserer Modellflugsportler können deshalb nicht nachvollziehen, weshalb gerade wir zur Zielscheibe gewisser Naturschutzorganisationen geworden sind. Unsere Fluggelände – meistens in Grün – fügen sich problemlos in die Landschaft ein. Schöpflein hat es in allen Regionen der Schweiz zuhauf. Auch wir müssen unsere Geräte unterbringen. Leuchtet doch ein, oder? Trotzdem werden wir bei noch so bescheidenen Projekten eingedeckt mit gut organisierten Einsprachen.


Fragwürdige Schutzzonen

Im Verlaufe von Fluggelände-Evaluationen stossen wir öfters auf eingetragene Schutzzonen, ohne dass ersichtlich ist, was geschützt werden soll. Dies ist gerade bei älteren kommunalen und kantonalen Einträgen oft auch nach vertiefteren Recherchen nicht mehr herauszufinden. Entweder sind die dort früher einmal lebenden Tiere längst umgezogen – Vögel ausgeflogen –, warum auch immer, oder das Feuchtgebiet ist ausgetrocknet. Weshalb ist das wichtig zu wissen?

Nicht alle Schutzobjekte sind durch Modellflugaktivitäten «gefährdet».


Was sind Empfehlungen?

In einem zwischen Vogelschutzorganisationen und Modellflug (SMV) erarbeiteten Papier «Empfehlungen zur Standortevaluation von neuen Modellflugplätzen in Bezug auf Natur- und Landschaftsschutz, Natur- und Vogelschutz, Säugetierschutz und Jagd (erweiterte Version 2013/2014)» wird festgehalten, wenn «mit hoher Wahrscheinlichkeit besonders schützenswerte und störungsempfindliche Arten vorkommen, ist auf einen Flugraum näher als 500 m zum Gebiet zu verzichten». «Liegt der Flugraum näher als 500 m zu einem anderen Gebiet mit Schutzfunktion, sind vertiefte gebietsspezifische Abklärungen notwendig.» Eine solche Abklärung hat in einem Fall in der Region NOS keine Veränderungen in Bezug auf das Verhalten der Tiere feststellen können. Der Flugbetrieb konnte mit Auflagen – vermutlich zur Gesichtswahrung – wieder aufgenommen werden. In einem anderen Fall verweigert der Vogelschutz jede diesbezügliche Zusammenarbeit. Man will keine Abklärung – die könnte eventuell zugunsten der Modellflieger ausfallen... Denn wo auf einem Gebiet Bodenbrüter vermutet werden, weidet eine Rinderherde.


Die Studie

Diverse Empfehlungen zur Standortevaluation sollen sich auf eine Studie oder Untersuchung aus dem Jahr 2005 stützen. Mit Studien müssen wir uns grundsätzlich wie mit Statistiken verhalten: Traue keiner Studie, die du nicht selber bezahlt hast. Der Titel der Studie lautet «Einfluss des Flugverkehrs auf die Avifauna». Wie weit die Auswirkungen des Luftverkehrs auch auf den Modellflugbetrieb zutreffen, bleibe einmal dahingestellt. Unsere



Lasst die Praktiker sprechen

Auf vielen Modellflugplätzen vertragen sich Vögel und Modellflugzeuge ausgezeichnet. Das geht von Störchen über Greifvögel bis zu den Lerchen. Auch Adler und Gänsegeier sind nicht selten mitten unter unseren Modellflugzeugen zu beobachten, wie sie ruhig ihre Kreise drehen. Die Theorie der «Raubvogelsilhouette» ist aufgrund unserer Erfahrungen nicht haltbar. Beobachtungen haben deutlich gezeigt, dass selbst grosse Modelle, die am ehesten dem Bild eines Raubvogels nahe kommen, nicht als Todfeinde wahrgenommen werden und eine reflexartige Flucht auslösen. Aus diesen praktischen Erfahrungen heraus soll nun eine Dokumentation erarbeitet werden. Wir wollen möglichst viele Beispiele sammeln, aus denen ganz klar die Verträglichkeit zwischen der Vogelwelt und dem Modellflug dokumentiert werden kann. Dazu sind Fotos erforderlich, Ort der Beobachtungen, Jahres- und Tageszeit, Vogelarten usw.

Die detaillierten Infos über den Aufbau einer Datenbank zum Thema «Modellflug und Vogelwelt» folgen.




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