RCS-Hang auf dem Raten
Veranstalter: Region 5
Durch eine Verkettung unglücklicher Umstände (Wetterpech, Missverständnisse usw.) schien die Durchführung der diesjährigen Schweizer Meisterschaft der Hangflieger gefährdet. Das Nachholen von Schweizer Meisterschaften im nächsten Jahr scheint wohl niemand ernsthaft vertreten zu wollen, sonst könnte es sein, dass wir im Jahre 1990 zweihundert Schweizer Meisterschaften der Vorjahre abhalten müssten.
Den Tessinern hatte man vorgeworfen, keinen Verschiebungstermin vorgemerkt zu haben (im Tessin ist es schliesslich immer schön!) und es fehlte dementsprechend auch das Auskunfts-Telefon, wobei selbst diese Telefonnummer kein Wundermittel sein kann und eine lange Fahrt für nichts im RC-Hangsegelflug ein normales Risiko darstellt. Nun, in der zweiten Auflage des Wettbewerbs, die im Raume Innerschweiz (Stans) vorgesehen war und von Kameraden der Region 3 hätte organisiert werden müssen, fehlte zwar die besagte Telefonnummer nicht, dafür aber der Verschiebungstermin. Man ersparte den geplagten Hangfliegern diesmal wenigstens lange Autofahrten für die Katz, da an diesem Sonntag schwere Herbststürme über unser Land fegten, aber ansonsten war man gleich schlau wie vorher und einige altweibersömmerliche Herbstsonntage verstrichen ungenutzt. Schliesslich ist es dennoch gelungen, einige unentwegte Helfer für die Rettung der Schweizer Meisterschaft zu gewinnen. Die Arbeitsgruppe für F3B-Wettbewerbe in der Region 5 hat unter der Leitung von Hans Dangelmeier, RCSG-Mörsburg, in kurzer Zeit genügend Helfer zusammengetrommelt, so dass man Hals über Kopf den Wettbewerb nochmals ausschreiben konnte. Das Wettbewerbsgelände auf der Raten-Passhöhe kann sicher nicht uneingeschränkt als ideal bezeichnet

werden. Es gab jedoch drei Gesichtspunkte, die den Organisator für dieses Gelände entscheiden liessen:
1. Wintersichere Zufahrt und genügend Parkplätze
2. Fliegen bei beiden Haupt-Wetterlagen möglich
3. Restaurant (Verpflegungsmöglichkeit, Aufwärmen, WC)
Punkt eins und drei spielen natürlich besonders zu dieser Jahreszeit (Mitte November) je nach Witterung unter Umständen eine ganz entscheidende Rolle. Für meinen (inkompetenten) Geschmack wäre eine etwas grössere Überhöhung des Startplatzes, welche ein mutigeres Suchen von Aufwinden ermöglicht hätte, schön gewesen. So lag für Experimente wenig drin, da selbst geringe Höhenverluste des Modells sich schliesslich als Punkte und Ränge rächten. Aber man kann eben nicht immer alles haben, und es gibt sicher noch genügend Möglichkeiten und Wettbewerbe, wo andere Gruppen ihre Super-Hangfluggelände eindrücklicher demonstrieren können als mit den doch praktisch wenig einbringenden Worten: «man müsste, man sollte, man könnte ...»
Wie bereits erwähnt, war weder die Überhöhung der Startstelle noch die Stärke des Aufwindes so, dass der Pilot sich auch nur kleinere Fehler leisten konnte. Gefragt war ein möglichst ökonomisches Gleiten mit mittleren Fluggeschwindigkeiten.
Während fröhlichmorgens noch eindeutig Westlage herrschte, so drehte der Wind bereits zu Wettbewerbsbeginn langsam gegen Norden. Somit geriet eine Ecke des Dreiecks zusehends ins Lee. Wer zu weit gegen Südwesten flog, war fast hoffnungslos verloren. Gegen den Schluss des ersten Durchganges drückte der Wind immer stärker um den Hügel herum, so dass der Startplatz zeitweise stark in den Bereich von Abwinden geriet. Das Starten wurde problematisch. Während dieser Zeit setzte zudem ein Schneeschauer ein und das Gelände wurde so eingenebelt, dass ein Unterbruch hingenommen werden musste. Bereits zu dieser Zeit wurde das Verlegen des Parcours auf die von Anfang an vorgesehene Bisseite ins Auge gefasst. Doch ein Augenschein machte deutlich, dass zu dieser Zeit der Nebel durch den Wind an den Hang gedrückt wurde, so dass die schlechte Sicht ein vorzeitiges Verlegen bereits während des ersten Durchganges nicht ermöglichte. Die gruppenbezogene Wertung hätte ja den grossen Vorteil, dass man während eines Durchganges den Hang oder den Parcours wechseln könnte.
Kurz vor dem Mittag hat sich dann das Wetter fast schlagartig verbessert. Strahlender Sonnenschein drang durch die aufgerissenen Schneewolken. Mehr und mehr setzte sich diese Wetterlage durch, und innert 30 Minuten präsentierte sich das Fluggelände unter strahlend blauem Himmel mit fantastischer Sicht über die Altmatt bis weit ins Ybriggebiet. Die rasch einsetzende Wetterbesserung wirkte wie ein Signal auf die Organisation: Bei bester Laune, mit viel Witz und Gelächter wurden die beiden Zelte (Senderdepot und Flugleitung) sowie das ganze Material um den

Hügel herumgetragen und neu aufgebaut. Die Telefonverbindung zum Startplatz, das Landerechteck, die Lautsprecheranlage usw. wurden in flotter Kameradschaft spontan und mit viel Eifer neu installiert. Nach etwas mehr als einer halben Stunde war das «alte» Fluggelände vollkommen geräumt, wie wenn es nichts Einfacheres gäbe. Die Organisation war nicht bis ins Detail ausgeklügelt. Abgesehen davon, dass dazu wenig Zeit zur Verfügung stand, hat sich diese Form von rollender Planung recht gut bewährt, vorausgesetzt, dass alle zupacken und nicht stur auf ihrem Posten harren. Sicher hat sich diese Umstellung gelohnt. Wohl wäre ohne sie ein vierter Durchgang möglich geworden – was nützen aber vier Durchgänge in frustrierender Start-Ziel-Fliegerei? So konnten doch noch zwei Durchgänge und ein Stechen bei schönstem Sonnenschein und rechten Bedingungen ausgeflogen werden. Die herrlich strahlende Winterlandschaft hat sicher das Ihre zur guten Stimmung beigetragen.
| 1. Reto Senn, Riggisberg | 3000 + 1000 |
| 2. Rolf Girsberger, Wettingen | 3000 + 879 |
| 3. Walter Galliker, Luzern | 3000 + 727 |
| 4. Jürg Wildi, Buchs | 2963 |
| 5. Roland Thomke, Münchenbuchsee | 2882 |
| 6. Stefan Meier, Signau | 2783 |
| 7. Rudolf Schaub, Mörsburg | 2750 |
| Peter Disler, Balsthal | 2750 |
| 9. Pierre Décoppet, Lutry | 2708 |
| 10. Fritz Urfer, Mörsburg | 2630 |
| 11. Roland Müller, Luzern | 2590 |
| 12. Josef Gisler, Schwyz | 2556 |
| 13. Rolf Heutschi, Balsthal | 2429 |
| Josef Brüllhard, Freiburg | 2429 |
| 15. Beat Stucki, Thun | 2381 |
| 16. Bruno Sieber, Mörsburg | 2334 |
| 17. Hans-Ruedi Wägeli, Grosshöchstetten | 2315 |
| Rainer Sommerhalder, Hinwil | 2315 |
| 19. Bruno Weber, St. Gallen | 2280 |
| 20. Christof Wassmer, Buchs | 2119 |
| 21. Kurt Küng, Freiburg | 2075 |
| 22. Heinz Stadler, Buchs | 2000 |
| Max Frey, Illnau-Effretikon | 2000 |
| 24. Walter Schulz, Buchs | 1805 |
| 25. Roger Fischer, Mörsburg | 1695 |
| 26. Gottfried Rohner, Mittelhheintal | 1683 |
| 27. Toni Fontana, Berikon | 1619 |
| 28. Erich Liechti, Riggisberg | 1438 |
| 29. Willy Koch, Emmen | 1427 |
| 30. Claude Weber, Neuenburg | 1307 |
| 31. Hugo Klingenmeier, Wettingen | 1239 |
| 32. Arnold Aebischer, Schmitten | 1122 |


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