SMV / FSAM

10. Freiflug-Seminar in Aarau

von Heiner Borer
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Zum 10. Mal lud die Fachkommission F1 Freiflug des Schweizerischen Modellflugverbandes (SMV) am 2. Februar 08 zu ihrem traditionellen Seminar in die Kaserne Aarau ein. Die zwei Schwerpunktthemen waren: Nachwuchsförderung und praxisbezogene Aspekte zum Freiflug.


Die Fako F1 bemühte sich in diesem Jahr, von der früheren Art der eher theorielastigen Seminare zu praxisorientierten und aktualitätsbezogenen Themen zu wechseln.

Wiederum traf sich im Auditorium der Kaserne Aarau eine stattliche Zahl «angefressener» Freiflieger. Obwohl das Seminar auch für Modellflieger anderer Sparten offen stand, vermisste man solche. Eigentlich schade, könnte doch manch einer von den modernen Leichtbauweisen der Freiflieger einiges mitnehmen. Eröffnet wurde die Tagung mit einer kurzen Orientierung des Präsidenten der FaKo F1, Christoph Bachmann, über deren Aktivitäten und den SMV:

  • Dieter Siebenmann ist neuer F1-Vertreter in der FAI/CIAM.
  • Keine reglementarischen Änderungen für 2008
  • F1A-Konkurrenten, die an der SM mit «offenem Hacken» fliegen, werden separat gewertet.
  • Erwähnung der erfolgreichen Freiflieger 2007
  • Die FaKo F1 hat ein neuzeitliches Freiflugmodell ange-

schafft, das sie gerne einem Neueinsteiger für Wettbewerbe zur Verfügung stellt.

  • Der SMV erhält 2008 in der Person von Peter Germann einen neuen Sportchef.

Nachdem schon am letztjährigen Seminar die Grundzüge der Nachwuchsförderung im SMV und speziell im Freiflug vorgestellt und auch aufgegleist wurden, sind in der Zwischenzeit doch einige der damaligen Ideen gestartet und realisiert worden.


Modellbau und Schule

Ein speziell für den Werkunterricht der Schulen gedachter Flyer wurde geschaffen und liegt in grosser Stückzahl vor. Er wird in nächster Zeit mit entsprechenden Begleitschreiben an alle Modellflugvereine verschickt. Es ist die Meinung, dass die Vereine dieselben an die Schulen in ihrer Umgebung weiterleiten. So wäre auch gleichzeitig ein direkter Kontakt zwischen den lokalen Modellfliegern und den Schulen hergestellt. In die ganze Aktion einbezogen werden auch die entsprechenden Lehrerorganisationen (z.B. Werklehrer), kantonale Behörden und Lehrmittellieferanten. Über all diese Organe soll den Lehrkräften geeignetes Material mit schüler- und lehrergerechten methodisch/didaktischen Begleitunterlagen zur Verfügung gestellt werden.



Meiner Meinung nach ein vielversprechender Ansatz, der aber weitgehend vom Engagement der Modellflugvereine abhängt, da eine entsprechende Nachbetreuung motivierter Schüler unabdingbar ist, sollte die ganze Aktion nicht im Sande verlaufen.


Junioren SM

Ab 2008 soll eine Junioren-SM im Freiflug ausgeschrieben werden.

Ich bin der Meinung, dass diese auch offen stehen soll für «Nicht-SMV-Mitglieder», z.B. eben für begeisterte Schüler, die ihre Modelle im Werkunterricht gebaut haben. Auch bezüglich der eingesetzten Modelle sollte es keine Einschränkungen geben – Reglemente hin oder her. Wichtig ist in dieser Phase, den jungen Leuten Spass an der Sache zu vermitteln und ihnen nicht aus falsch verstandenem Formalismus Steine in den Weg zu legen!


Leistungsabzeichen SMV

Die neu geschaffenen Leistungsabzeichen des SMV und die zugehörigen Regeln stehen ab sofort auch dem Freiflug zur Verfügung. Die Details zu dieser Aktion werden in nächster Zeit auf allen Publikationsorganen des SMV zu finden sein.


Modellpool für Neueinsteiger

Walter Eggimann, Mitglied der FaKo F1, steht für die Idee eines Modellpools für Neueinsteiger.

Erwiesenermassen gibt es eine Vielzahl Freiflugmodelle, die ungebraucht in irgendwelchen Kellern oder Dachkammern «schlafen». Auf diese Modelle hat es Walter Eggimann abgesehen. Er ist der Meinung, dass man diese Modelle wieder zum Fluge erwecken sollte und sie in erster Linie Neueinsteigern (jung und alt) zur Verfügung stellen könnte.

Wer zu Hause solche Freiflugmodelle «rumliegen» hat und



sich von ihnen trennen kann, der soll sich doch bitte bei Eggimann melden. Gesucht sind alle Arten von F1-Modellen, auch Oldtimer wie Kö-C, Passat, etc. und neuzeitlichere.

Kontaktadresse: Walter Eggimann, Seftigenstrasse 125, 3123 Belp, Tel. 031 819 17 84, E-Mail: walter.eggimann@belponline.ch.

Der Nachmittag war gespickt mit einer Vielzahl praktischer Themen rund um den Freiflug:


Elektronische Steuerungen für F1A-Modelle

Christoph Bachmann, Martin Greub und Christian Gugger

demonstrierten in wechselnden Arbeitsgruppen die verschiedenen elektronischen Steuerungen für F1A-Modelle. Mit diesen Steuerungen lassen sich alle denkbaren Funktionen vorprogrammieren, wobei während des Fluges kein Einfluss mehr genommen werden darf.


Grundeinstellungen an F1A-Modellen

Christian Gugger zeigte mit einfachen Hilfsmitteln, wie die Grundeinstellungen bei einem neuen Modell vorgenommen wird. Damit können zum Vornherein weitgehend gravieren-

de Fehler mit zum Teil verheerenden Folgen eliminiert werden.


Suchhilfen für Freiflugmodell

Gottfried Bachmann bearbeitete das altbekannte Thema: Wie finde ich mein Modell wieder?

Anhand von neuester Technologie wie Peilgeräten und GPS ist das Auffinden der Modelle heute doch wesentlich erleichtert worden.


Arbeiten mit Bespannmaterialien

Es gibt eine Vielzahl von Bespannmöglichkeiten, vom alt-



bekannten Bespannpapier über Polyesterfliese, Milar- und andere Folien bis zu dünnen Drachenfolien. Jede dieser Bespannarten hat ihre besonderen Tücken. Wie man damit fachmännisch umgeht, zeigten die beiden erfahrenen Freiflieger Kurt Sager und Christian Gugger.


Holzwahl für verschiedene Bauteile

Dieter Siebenmann ist der absolute Fachmann in Sachen Leichtbauweise. Er ist ja auch sehr aktiv am bekannten Projekt «Solar Impulse» von Bertrand Piccard beteiligt. An verschiedenen Beispielen zeigte er uns, dass Balsaholz nicht gleich Balsaholz ist und wozu man die verschiedenen Holzarten verwenden kann. Dickeres Holz heisst nicht unbedingt mehr Festigkeit, viel wichtiger ist es, welche Holzart man wie und wo verwendet.

Ein hochinteressanter Tag in Aarau, der hoffentlich im nächsten Jahr noch weitere Interessenten findet.

Text: Heiner Borer
Bilder: Jörg Strub



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