Sport

F3P-WM 2023 Litauen

von Ruedi Gallati
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Eine über 1800 km erfolgreiche Reise nach Litauen, mit 10 kg Raclettekäse im Gepäck, brachte für die Schweizer Piloten erfreuliche Resultate. Die Schweizer Piloten halten mit der Weltspitze mit.


Vorbereitung

Das Schweizer Team ist stolz, sein Ziel zu 100% erreicht zu haben. Das Engagement der vergangenen Jahre zahlt sich mit der Teilnahme an dieser WM in Litauen aus. Es sind dies: WM 2015 in Polen, WM 2017 in Frankreich, WM 2019 in Griechenland, seit 2016, 17, 18, 19, 20, 22, 23 organisieren wir das Swiss Open Indoor Master, das sich in der Szene etablieren konnte (siehe Bericht im letzten MFS). Man kennt das Schweizer Team und wir konnten unsere Leistung von Jahr zu Jahr steigern. Dazu gehört auch die regelmässige Teilnahme am Worldcup im Ausland wie z. B. letzten Herbst an der Jonava Challenge, die in Litauen in derselben Halle wie die WM stattgefunden hat. Der Reiseaufwand und zeitliche Aufwand ist nicht zu unterschätzen. Speziell Sylvain Pasini, der in beiden Kategorien, F3P und AFM, durch sein fliegerisches und technisches Können Spitzenresultate erreicht.


Team

Sylvain und Philipp haben sich für die Teilnahme an der WM klassifiziert, und da Arnaud Carrard und Sandro Veronelli beruflich verhindert waren, ist Ruedi Gallati, mit Therese als Helferin, eingesprungen.


Anreise

Nach langem Hin und Her haben wir uns entschlossen, die Anreise über 1800 km mit zwei Fahrzeugen anzutreten. Sylvain und Philipp mit einem Bus, in zwei Tagen, vollgepackt mit fünf Kisten mit Modellen. Ruedi und Therese, in drei Tagen mit dem PW, einem Modell und zehn Kilo Raclettekäse. Vorteil: kein Mietauto vor Ort, alles dabei,



F3P

Wenn gleich nach der 1. Runde der Pilot vom Punktrichter informiert wird, dass er ihn im Vergleich zu den nachfolgenden zu schlecht bewertet hat, so war zu hoffen, dass der Punktrichter diese harte Bewertung über die ganze Runde durchgezogen hatte. Auch die Punktrichter müssen sich einschiessen; die Piloten machen dies in den Trainingsflügen, die Punktrichter in den ersten Runden. Umso wichtiger ist es gleich zu Beginn, die besten Flüge zeigen zu können. Vier Mal fünf Minuten Flugzeit, und genau dann das Beste zu zeigen, ist die grosse Herausforderung. In den Trainings gelingen vielleicht einzelne Figuren etwas besser. An einer WM gilt es jedoch genau zu



einem bestimmten Zeitpunkt seine besten Leistungen hervorzubrauen. Unser Ziel war es, wie am letzten SOIM kundgetan, zwei Piloten im F3P ins Finale zu bringen und den dritten Mannschaftsrank zu erreichen. Dass uns dieses gelungen ist, darauf sind wir stolz und ist nicht zuletzt der super Unterstützung und den Ratschlägen von vielen Helfern zu verdanken, die im Hintergrund ihre tolle Arbeit leisten – sei es beim SMV, in den FAKOs oder in den Vereinen.


AFM

Zu bewundern ist, wie hier Fantasie, fliegerische und musische Begabung und technische Kompetenz zusammen-treffen. Zu Musik passende Flugfiguren, Lichtshows mit LEDs am Modell und, zum ersten Mal gesehen bei Jeffrey und Maxime, auch auf Streamern. Gernot warf Ballone und Markus Fallschirme ab, Derk zeigte Rauch, der in Form von Puderzucker vom rückwärts drehenden Propeller aus einem Röhrchen im richtigen Moment zum 007- Song ausgestossen wurde, und erreichte damit den 4. Rang. Donatas startet rückwärts aus einer Kiste, begleitet von einer Schnipselwolke – dies und vieles mehr mussten die Punktrichter auf sich einwirken lassen und bewerten. Zuletzt vermochte Donatas mit seinem «alten» Programm das heimische Publikum zu überzeugen. Gernot erreichte dank seiner präzis geflogenen Figuren den 2. Rang. Gefolgt von Jeffrey, Maxim und Sylvain auf Rang 5; sie haben alles in allem das breiteste Spektrum an Attraktionen gezeigt.



Technik

Im F3P hat sich nicht viel geändert. Gernot, Sylvain und Lukas setzen neu den gegenläufigen Antrieb von Glavak mit einem 20-Zoll-Propeller ein (52 cm Durchmesser). Dieser soll abwärts noch besser brem-sen.

Auch die AFM-Modelle werden neu mehrheitlich in Carbon/ Maylar- und 4D-Technik, (parallel zum Seitenruder schwenkbarer Motor) gebaut. Die anfälligen Pitch-Verstellsysteme verschwinden langsam und werden durch Regler mit Drehrichtungsumkehr ersetzt. Durch die 1,2 g leichten Propeller von Glavak wird mit Drehrichtungsumkehr fast die gleiche Agilität erreicht.


Side Events

Hätte es beim Nations-Dinner eine Rangliste gegeben, so hätte es sich parallel zur Nationen-wertung gezeigt. Wobei wir mit dem Raclette, unschlagbar, den 1. Rang erreicht hätten. Rang 2 für den Weisswein aus dem Elsass und Rang 3 für die Sacher-torte aus Wien. Was sich auch hier widerspiegelt, ist die gute Zusammenarbeit zwischen den Spitzennationen: Es passt einfach.


Resultate:

F3P

  • Rang 1 Gernot Bruckmann AUT
  • Rang 2 Donatas Pauzuolis LIT
  • Rang 3 Durochat Jeffrey FRA
  • Rang 6 Philipp Schürmann SUI
  • Rang 10 Sylvain Pasini SUI
  • Rang 21 Ruedi Gallati SUI

AFM

  • Rang 1 Donatas Pauzuolis LIT
  • Rang 2 Gernot Bruckmann AUT
  • Rang 3 Durochat Jeffrey FRA
  • Rang 5 Sylvain Pasini SUI

Team

  • Rang 1 Frankreich
  • Rang 2 Österreich
  • Rang 3 Schweiz

Heimreise

Sylvain und Philipp haben die 2012 km in 18,59 Std. bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 106 km/h und einem Ver-brauch von 7,7l/100 km am Sonntagmorgen angetreten und waren am nächsten Mor-gen um 4 Uhr zu Hause. Für Ruedi und Therese zeigt sich der Montag wie erwartet, mit Staus und, weniger erwartet, mit Schneestürmen, kräftigen Regengüssen, gefolgt von blauem Himmel, und schliesslich wandelte sich nach 1797 km bei 104 km/h und einem Verbrauch von 6,9 l/100 km das von Litauen bekannte Grau in Grau allmählich in ein Grün in Grau.

Für das Indoor-Team war es eine Ehre, die Schweiz in Li-tauen zu vertreten – all dies wird uns in guter Erinnerung bleiben. Danke!

https://f3plithuania.eu/



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