Geschichte

Vor zehn Jahren Das Unmögliche möglich gemacht

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Mitte der achtziger Jahre beabsichtigten mehrere Schweizer Flugbegeisterte mit DC-3-Nostalgiefügen ein neues Angebot für die Tourismusindustrie, aber auch für Geschäftsleute zu lancieren. Der einzige, der Erfolg hatte, war Bruno Dobler und seine Classic Air. Sie feiert 1995 ihr zehnjähriges Bestehen.


Im Sommer 1985 kaufte der damalige Crossair-Chefpilot und Leiter der Horizon-Flugschule, Bruno Dobler, in Kanada seine erste DC-3. In insgesamt 27 Stunden flog sie in mehreren Etappen von Montreal nach Altenrhein am Bodensee. Dort durchlief sie bei den damaligen Flug- und Fahrzeugwerken Altenrhein eine intensive Verjüngungskur. Am 17. Dezember 1985, dem 50. Jahrestag des ersten Fluges einer DC-3, gründete Dobler zusammen mit einigen anderen Aviatik- und Touristikfachleuten in Grenchen die Classic Air. Ausser ihm glaubten nur wenige ans Gelingen seines Unternehmens. Ein Spinner sei er, der im Land mit den strengsten Luftfahrtvorschriften ein 50jähriges Flugzeug kommerziell betreiben wolle, lautete der Tenor der Fachleute. Doch im Frühling 1986 erhielt die als HB-ISB im schweizerischen Luftfahrtregister eingetragene DC-3 ihre kommerzielle Zulassung. Zuvor musste sich die für rund eine Million Franken erneuerte DC-3 intensiven Lärmtests unterziehen. Classic Air besass damit die erste lärmzertifizierte DC-3 der Welt.


Harziger Anfang

Im Mai 1986 folgte aus England die Schwestermaschine, die HB-ISC. Ebenfalls in Altenrhein wurde sie auf den neusten Stand der Technik gebracht, so dass einem Einsatz unter den strengen schweizerischen Vorschriften nichts mehr im Weg stand.

Die junge Nostalgie-Fluggesellschaft hatte zu Beginn schwer zu kämpfen. Ihre exklusiven Flüge erforderten eine Neupositionierung im Markt. Nach drei Jahren kreierte sie ihr eigenes Flugprogramm «Faszination». Ab sofort war es möglich, auch einzelne



Sitze auf den beiden Douglas DC-3 zu buchen; bisher setzte Classic Air immer nur das ganze Flugzeug für Gruppen, Firmen und Vereine ein. Das Konzept «Erlebnis – Genuss – Einmaligkeit» setzte sich durch. Bereits in ihrem vierten Geschäftsjahr, 1989, erzielte Classic Air Gewinn. Bei den Aktionären, aber auch den Mitarbeitern steht nicht das Geschäft im Vordergrund. Sie vergiessen Herzblut für eine Idee und freuen sich an den beiden legendären DC-3.


Nicht mehr wegzudenken

In den Rezessionsjahren bewährte sich die Nostalgiefuggesellschaft und erwirtschaftete durchwegs befriedigende Zahlen. Seit 1992 besitzt der bekannte Zürcher Parfümgrossist Silvio Denz von der Alrodo AG die Mehrheit der Classic Air-Aktien. Der Mitarbeiterstab wuchs stetig an, heute werden 36 Personen, davon 12 fest, beschäftigt. Der Geschäftssitz wurde von Kloten nach Bülach verlegt, dort bieten sich mehr Möglichkeiten für die Expansion. In den vergangenen Jahren genossen jährlich im Durchschnitt rund 10 000 Fluggäste die Erlebnisflüge in den beiden legendären DC-3.

Heute wäre der Flughafen Zürich-Kloten ohne die beiden DC-3 um eine echte Attraktion ärmer. Mit erhobener Nase schlängeln sie sich regelmässig an den um über 50 Jahre jüngeren Passagierjets vorbei zur Startpiste. Dann entführen sie für eine Stunde oder länger wiederum 28 Fluggäste in eine Welt, in der Fliegen eben noch gemütlich war.

Classic Air AG, Ackerstrasse 2, 8180 Bülach
Tel. 01/860 44 24, Fax 01/860 47 07



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