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Der riskante Umgang mit Lithium-Akkus

von Roland Schlumpf
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Die Beratungsstelle für Brandverhütung (BfB) warnt vor den Risiken im Umgang mit Lithium-Akkus. Dabei nimmt sie auch gleich mal die Modellflieger ins Visier, weil diese auf «feste Schutzhüllen und interne Laderegelung» verzichten.


Keine Frage: Lithium-Akkus sind gefährlich, wenn man unsachgemäss mit ihnen umgeht. Deshalb sind die Warnungen und Empfehlungen der Beratungsstelle für Brandverhütung in einer Medienmitteilung durchaus angebracht, insbesondere auch, weil Lithium-Akkus immer häufiger zum Einsatz kommen. Bei Handys und Laptops sind Lithium-Akkus schon lange Standard. Seit die Lithium-Akkus auch hochstromfest sind, haben sie ganz neue Produktkategorien erobert. Bei den Elektrowerkzeugen haben sie Unabhängigkeit von Kabel und Steckdose gebracht, bei den Rasenmähern den Benzinantrieb verdrängt und bei den E-Bikes eine ganz neue Fahrzeuggeneration ermöglicht.


Inkompetente Angstmacherei

Modellflieger profitieren von der hohen Energiedichte bzw. vom geringen Gewicht. Elektrosegler haben dank der Lithium-Akkus (und der bürstenlosen Motoren) einen ungeahnten Aufschwung erlebt. Die gleiche Kombination von Antrieb und Energieversorgung hat das Lärmproblem für die Motorflieger aus der Welt geschafft. Doch der Einsatz von Lithium-Akkus im Modellflug ist der Beratungsstelle für Brandverhütung ein Dorn im Auge, weil Modellflieger «aus Gewichtsgründen auf eine interne Laderegelung und eine Zellüberwachung verzichten... Ohne Schutzmechanismus könnten die Einzelzellen überladen und einen Brand auslösen.» All das würden wir zur Gewichtseinsparung tun, heisst es in der kürzlichen Medienmitteilung. Und die bz Basel bzw. Aargauer Zeitung hat die BfB-Medienmitteilung gleich mit dem Titel «Brand-gefährliche Modellflugzeuge» überschrieben. Es scheint der BfB nicht bekannt zu sein, dass Modellbauer «intelligente Ladegeräte» benützen, die mindestens die gleiche Sicherheit im Ladevorgang bringen wie «eine interne Laderegelung und eine Zellüberwachung». Dazu gehört im Minimum das Ausbalancieren der Spannung der einzelnen Zellen während des Ladevorgangs und das Abregeln des Ladevorgangs, wenn die Schlussspannung erreicht ist.

Die Beratungsstelle für Brandverhütung kann ihre Behauptungen und unterstellten Zusammenhänge nicht belegen. Auf Anfrage kann sie keine Zahlen nennen, wie viele Akkus Modellflieger «abgefackelt» und wie viele Schäden sich aufgrund von Lithium-Akkus in andern Bereichen ereignet haben. Einzig die Solothurnische Gebäudeversicherung weiss offenbar von vier Brandfällen. Kein Thema sind indessen abgebrannte Laptops und Handys, bei denen Hersteller ja immer wieder und in beunruhigend kurzen Abständen umfangreiche Rückrufaktionen vornehmen müssen, um ihre Kunden vor Bränden zu schützen. Immerhin hat die Beratungsstelle für Brandverhütung ihre Medienmitteilung nicht mit einem brennenden Modellflugzeug, sondern mit einem brennenden Handy illustriert...


Berechtigte Vorsichtsmassnahmen

Bei aller Unkenntnis und Oberflächlichkeit hat die Beratungsstelle recht, wenn sie an einen sorgfältigen und verantwortungsvollen Umgang mit Lithium-


Akkus

Akkus appelliert und entsprechende Empfehlungen abgibt.

Dazu gehören insbesondere:

  • Akkus immer in einem feuerfesten Behälter aufbewahren
  • Akkus immer im Trockenen und bei einer Umgebungstemperatur zwischen 10 und 40 Grad Celsius laden
  • Akkus beim Laden auf eine feuerfeste Unterlage legen und genügend Abstand zu brennbaren Materialien einhalten
  • Akkus nicht überladen
  • Beschädigte und verformte Akkus auf keinen Fall erneut laden, sondern fachgerecht entsorgen.

*Roland Schlumpf*


Brand-gefährliche Modellflugzeuge

Bei den meisten elektronischen Geräten mit Lithium-Akku würden eine interne Laderegelung und eine Zellüberwachung verhindern, dass das Gerät überhitze. Das schreibt die Beratungsstelle für Brandverhütung (BfB) in einer Mitteilung. Bei Modellflugzeugen respektive im Modellbaubereich würde auf diese Überwachungseinrichtung oft verzichtet, um Gewicht einzusparen. Ohne Schutzmechanismus könnten die Einzelzellen überladen und einen Brand auslösen. «Wenn der Akku eines Modellflugzeugs im Keller geladen wird, kann dies gefährlich werden», heisst es auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Bei Smartphones besteht laut BfB eine geringere Brandgefahr. Trotzdem empfiehlt sie, auch solche Geräte auf einer nicht-brennbaren Unterlage wie einer Glasplatte zu laden. SDA

Der Artikel in der bz Basel und Aargauer Zeitung bringt Modellflieger ungerechtfertigterweise in Verruf.



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