Sport

Freiflugsaison Schweiz 2024

von Alfred Andrist
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Die Saison in der Schweiz war geprägt von vielen Wettbewerbsverschiebungen. Das Wetter war uns nicht gut gesinnt. Noch sind verschiedene Wettbewerbe terminiert.


Ein sehr grosses Problem für uns sind die Wettbewerbsgebiete. Für die Klassen F1A/B/C haben wir noch zwei Gelände und in der Klasse F1E ist es im Moment sogar nur ein Gelände, welches zur Verfügung steht. Hier sind wir gefordert, nach neuen möglichen Fluggeländen zu suchen. Fluggelände, die wir jetzt benützen dürfen, werden landwirtschaftlich genutzt. So sind wir auf die Zusage und den Goodwill der Landbesitzer angewiesen.

Der Höhepunkt war aus Schweizer Sicht die Europameisterschaft F1A/B/C in Rumänien. Die Leistung, die wir als kleines Team (5 Piloten und 1 TM) war herausragend. Die beiden dritten Plätze in der Klasse F1A von Christian Andrist und dem Team war für uns der Höhepunkt. Aber auch den 4. Platz in der Teamwertung F1B nahmen wir mit Freude wahr. An der EM F1E blieben die Resultate sehr bescheiden. Hier merkte man, dass wir international nur noch selten an den Start gehen.

In der Schweiz konnten wir diverse Meisterschaften durchführen.


F1A – Segler mit Hochstart

Elf Teilnehmer haben sich zu dieser Meisterschaft angemeldet. Nebel verhindert vorerst den Beginn. Nachdem sich dieser verzogen hatte, konnte um 11 Uhr begonnen werden. Wind mit keiner konstanten Richtung erschwerte den Piloten die Bedingungen. Am Schluss hatte keiner mehr die volle Punktzahl. Der Wettbewerb musste frühzeitig beendet werden. Der Wind frischte auf und Modelle wären in den nahe liegenden Wald geflogen. Der amtierende Weltmeister wurde neuer Schweizer Meister. Zweiter Samuel Mouret, der erst seit Kurzem Freiflug betreibt, Dritter Christian Andrist.


F1A-Sonderkonstruktion – Segler mit Hochstart

Fünf Piloten kämpften um den Titel eines Schweizer Meisters. Diese wurde zusammen mit der Klasse F1A geflogen. Michael Bleuer erfolgte den ersten Platz vor Christian Gugger und Heinz Bleuer. Es wird immer schwieriger, noch genügend Teilnehmer zu finden. Wir werden sehen, ob wir diese Klasse nächstes Jahr nochmals fliegen können. In der Schweiz müssen mindestens fünf Piloten teilnehmen.


F1B – Segler mit Gummimotor

Sechs Piloten entschlossen sich, an dieser SM teilzunehmen. Sonnig mit Temperatur von ca. 10 Grad und schwach windig ergab einen wunderbaren Wettbewerb. Am Schluss hatten vier Piloten nach sieben Durchgängen das Punktemaximum. Ein Fly-off musste entscheiden. Der Wind änderte nun immer wieder die Richtung. Es wurde entschieden, dass jeder zehn Minuten in seinem Timer als Flugzeit eingab. Ein weiteres Problem war die Zeitmessung. Es standen keine Zeitnehmer zur Verfügung. So entschlossen wir uns, die Flugzeiten aus den Timern auszulesen. Alle hatten den Sidus-Timer in ihren Modellen. Nach dem Start sahen wir, dass die Modelle in Längsrichtung des Tales flogen. Somit wurde die Flugzeit auf acht Minuten festgelegt. Nach Auslesen der Timer war Dominik Andrist mit einer Flugzeit von 386 Sekunden der Sieger. Giancarlo Polla wurde mit 384 Sekunden nur knapp geschlagen. Dritter wurde Christian Andrist.



F1E – Hangflug

Neun Piloten fanden sich in Wiktartswil (nahe Bern) zu dieser SM ein. Leicht bewölktetes Wetter mit wenig Wind erwartete die Teilnehmer. Der Hang ist Richtung Süden ausgerichtet, so können wir bei Westwind oder Bise nicht fliegen. Es ist auch nicht möglich, mehr als drei Minuten geradeaus zu fliegen. Die Flugzeit wurde bei allen Durchgängen auf vier Minuten festgelegt. Dies bedeutete, dass nach ungefähr zweieinhalb Minuten der Kreis eingeleitet werden musste. Ansonsten erreichte man die geforderte Zeit nicht. Mit Andreas Tschanz hat der Pilot gewonnen, der mit diesen Bedingungen am besten zurecht kam. Tschanz baut seine F1E-Modelle selber und ist der Weltmeister von 2001 im Hangflug. Er gewann vor Michael und Heinz Bleuer.



F1E-Sonderkonstruktion Hangflug

Hier waren fünf Piloten am Start. Nebel verhinderte vorerst den Beginn. Kaffee war angesagt. Gegen Mittag lichtet sich der Nebel und wir verschieben uns zum Fluggelände. Der Nebel liess aber einen Start an der üblichen Stelle nicht zu. So entschlossen wir uns, den Startplatz tiefer zu legen. Wir hatten jetzt noch etwa 50 Höhenmeter. Die Flugzeit wurde auf zwei Minuten festgelegt. Es gewann Fredi Andrist vor Michael und Heinz Bleuer.



Dass der letzte Hangflug-Selektionswettbewerb F1E und gleichzeitig die Regionalmeisterschaft der Zentralschweiz im Novemberschnee untergingen, passt zum Wetterpech dieser Saison. Kein Wunder, richtet sich der Blick einiger Schweizer Freiflieger nach Lost Hills in Kalifornien (USA). Bei den dortigen Weltcups in allen Freiflugkategorien wird der Saisonstart 2025 kaum von zu viel Regen, hohem Gras und Schnee behindert. 2025 wird ein Jahr mit Weltmeisterschaften in Rumänien in den Kategorien F1A/B/C und neu Q sein. Die Hangflieger F1E fliegen ihre Weltmeisterschaft 2025 in der Tschechei.

Die gesamten Ergebnisse sind auf der Homepage www.modellflug.ch/Sport/Freiflug veröffentlicht.


*Alfred Andrist/
Schlussanmerkung und
Fotos: Urs Muntwyler*



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