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26. Alpines Modellfluglager Hahnenmoos

von Mark Schlaubitz
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«Achtung, vo rääääächts...!» – mit einem leisen Rauschen fliegt der Segler mit erhöhter Geschwindigkeit der Hangkante entlang; es folgt ein Aufziehen – weitere Manöver folgen.

Der jugendliche Pilot scheint sein Flugmodell bereits recht gut zu beherrschen! Das sah zu Beginn der Woche noch anders aus; die sieben Tage auf dem Hahnenmoospass bei besten Flugbedingungen scheinen ihre positiven Spuren hinterlassen zu haben!

Dass die jungen Piloten während der Lagerwoche alle Jahre wieder enorme Fortschritte machen, ist zwei Tatsachen zu verdanken: Sie werden von erfahrenen Modellfliegern betreut und mit wertvollen Tipps aus der Praxis beraten, und zudem spornen sie sich gegenseitig auf spielerische Art und Weise zu immer neuen Flugmanövern an.


Lassen wir doch an dieser Stelle drei Lagerteilnehmer über ihre Eindrücke berichten:

Micha:

Das «Alpine Lager» für Kinder zwischen 11 und 15 Jahren ist ein Segelfluglager auf dem Hahnenmoospass bei Adelboden; es findet während der Sommerferien statt.

Dieses Jahr fand das Lager vom 21. bis 28. Juli 2018 statt. Die Mahlzeiten im Restaurant genossen wir sehr. Musste man etwas reparieren, bekam man Hilfe von den Leitern. Wir hatten eine sehr schöne Zeit miteinander. Das Highlight war definitiv das gute Wetter. Wir konnten viel fliegen. Jeden Morgen gab es einen «Spruch des Tages», welcher vom Vortag erzählte. Einer ist mir geblieben: «Gestern wurde viel geflogen und so manches Schaumteil verbogen. Manchmal hats auch richtig gekracht, da hat der Beat nicht mehr gelacht. Am «Schaumi» ist das Unglück passiert und er hat die Ka-8 von Florian abserviert. Drum sprecht ab die Flugrichtung, sonst endets mit einem Krach. Auch heute müsst ihr Sonnencreme verwenden, wollt ihr nicht als rote Ampeln enden.»


Nils:

Am Donnerstag sind die Leiter und Teilnehmer des alpinen Modellfluglagers Hahnenmoos nach dem Mittagessen fröhlich und gut gelaunt zum Luegli aufgebrochen. Jedes Lager gibt es einen Ausflug zu einem etwas weiter entfernten Flugort, zu dem man etwa eine Stunde unterwegs ist. Der Marsch war für die einen etwas strenger als für die anderen, weshalb die Truppe verstreut am Luegli eintraf.

Am Luegli angekommen, packten alle ihre Flugzeuge aus, checkten die Lage sowie das Flugzeug und liessen den Gleiter in die sanften Wogen der Thermik gleiten. Zur Stärkung gab es nach einer Stunde einen kleinen Snack, den alle sehr begrüssten. Während Bossi und Beat (zwei Leiter) nahe am Limit flogen, segelten die Teilnehmer etwas ruhiger durch die Gegend. Bossi liess sich nicht lumpen und machte sogar ein paar «Bangladeschs», die den Teilnehmern den Mund offen stehen liessen.

Leider mussten wir nach ein paar Stunden schon wieder den Rückweg antreten, da niemand das Nachtessen verpassen wollte. Schlussendlich kamen alle munter, gesund und beflügelt im Hotel an.

Fazit: Es war ein sehr cooler Nachmittag! Eines der Highlights des Lagers, das jedes Jahr vorkommen muss! ☺


Mark:

Auch im diesjährigen «Alpinen Modellfluglager» im Hahnenmoos fand wieder ein spannender Gleiterwettbewerb statt.

Das Ziel war, einen möglichst schönen Gleiter zu bauen, der im Idealfall nicht nur schön verziert und gebaut ist, sondern auch möglichst lange fliegt. Als Vorlage für den Wurfgleiter diente die «Alpinetta», ein Modell, das schon viele Jahre zuvor als «Wettbewerbsgleiter» benutzt wurde.

Am zweiten Tag des Lagers begannen die Teilnehmer motiviert mit dem Bau der Balsagleiter. Schon wenige Tage später konnten sie denn Gleiter lackieren und anschliessend mit Klebefolie verzieren. Wie immer gab es auch einige sehr spezielle Modelle wie z.B. eine Ka-8, Doppeldecker oder auch einen Drachen...

Und dann kam der Tag des Wettbewerbs: Aufgeregt liessen Teilnehmer und Leiter ihre Gleiter am «Strässli» in die Luft steigen, in der Hoffnung auf einen der vielen tollen Preise, die es zu gewinnen gab. Bei wenigen Gleitern ging nach ihrem ersten zählenden Flug der Flügel leider zu Bruch.

Am Nachmittag wurde die Baubewertung durchgeführt, die nochmals entscheidende Punkte für die Rangliste brachte.

Am Abend kam der Moment der Wahrheit: Wenn man den Gleiter gut und schön verziert hatte, dann hatte man gute Chancen auf einen der ersten Plätze und somit auf die grösste Auswahl an vielen tollen Modellen und Bausätzen.

Als die Rangverkündigung vorbei war, blieb nicht viel Zeit um die Modelle zu bestaunen, denn das Jahrhundertereignis liess nicht lange auf sich warten, und schon bald ging der rotgoldene Mond hinter der Bergkette auf und liess auch auf dem Hahnenmoos die Leute staunen.



Die Stimmung ist während der Lagerwoche auf dem Hahnenmoos jeweils sehr toll; anders ist es nicht zu erklären, dass insgesamt 15 jugendliche ModellfliegerInnen im Hotel untergebracht waren, welche sich aus früheren Jugendlagern kennen- und schätzen gelernt haben. Sie kommen immer wieder und freuen sich darauf, sich ein Mal im Jahr zu sehen oder den Lagerleitern zu begegnen «und von früher» zu erzählen – diese Tatsache ist ein grosses Lob an das motivierte und engagierte LeiterInnen-Team des Jugendlagers...!

Wichtig scheint mir auch zu sein, dass in dieser Woche das Segelfliegen jeweils im Zentrum steht: «Absaufübungen» sorgen für Spannung und schaffen «Geschichten», von denen man später immer wieder mit etwas Stolz erzählen kann; «Lipo-Thermik» ist zum Glück in dieser Woche jeweils eher eine Randerscheinung – das könnten sich andere Modellpiloten zum Vorbild nehmen...!

Die zahlreichen «WiederholungstäterInnen» sprechen auch für die Unterkunft: Auf dem Hahnenmoospass sind ModellfliegerInnen definitiv gut aufgehoben!

Ich freue mich jedenfalls schon jetzt auf die nächste Hahnenmooswoche im Juli 2019 mit den vielen schönen Begegnungen und den erholsamen Segelflügen vor einer imposanten Kulisse...!

Wer sich für die Teilnahme am 27. Jugendlager auf dem Hahnenmoospass interessiert, findet unter www.alpines.ch ab sofort die nötigen Informationen und Anmeldeunterlagen. Das Lager findet vom 20. bis 27. Juli 2019 statt.

Text: Mark Schlaubitz,
Micha Wüthrich,
Nils de Courten,
Res Dauwalder
Fotos: Beat Hofmann




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