15. Retroday in Pfäffikon
Was eher bescheiden begann, hat sich zu dem Retroevent überhaupt gemausert. So gab es dieses Jahr gleich zwei Rekorde zu notieren: Über 20 Piloten brachten mehr als 60 Retromodelle mit. Dass nicht alle in die Luft kamen, stört nicht, schliesslich können Retroianer sich an derlei Dingen bekanntlich nicht sattsehen.
Wie so ein Retroday abläuft, dass die Cervelat in der Schweiz besonders rezent zubereitet wird, darf als bekannt vorausgesetzt werden. Richten wir also den Fokus auf die neu erbauten Modelle, beleuchten aber auch uraltes, voll funktionsfähiges Fluggerät.
So hatte beispielsweise der Autor erstmals seinen über 50 Jahre alten Charter mitgebracht. Und ja, die nicht minder alten Robbe-S-161-Servos funktionieren immer noch. Unglaublich! Valentino Fry hatte ein äusserst seltenes Exemplar eines RC-1-Modells dabei, seine Fledermaus 3 dürfte wohl den wenigsten bekannt sein, in Pfäffikon flogen gleich zwei davon, artgerecht mit Verbrennern bestückt. →

Oder Guidos perfekt gebauter E-Factor, das erste, speziell für E-Antrieb konstruierte F3A-Modell überhaupt. Damals mit 30 steinschweren Nickel-Cadmium-Zellen bestückt, in der Neuzeit selbstredend mit LiPos ausgestattet.
Das alles war nicht nur schön, sondern herrlich – und wieder einmal bei allerbestem Wetter. Und so fiebern wir alle dem 16. Retroday nächstes Jahr entgegen und sind gespannt, was es dann zu bestaunen gibt.

Wir schreiben 2010, das Jahr, in dem sich die erste Weltmeisterschaft RC-1, damals als radiogesteuerter Modellkunstflug (RCMM) bezeichnet, zum 50. Mal jährte. Damals, 1960, waren unglaubliche 10 000 Zuschauer anwesend, in den Medien war gar von sterbenden Motoren die Rede. Die starben natürlich nicht, sondern blieben einfach stehen. An dieser denkwürdigen Stätte in Dübendorf organisierte Urs Leodolter, zu ebendiesem 50-Jahre-Jubiläum, den ersten Retroday.
Die Resonanz war überwältigend, damit hatte niemand gerechnet. Denn selbst Sebastiano Silvestri war aus dem fernen San Marino angereist, wollte das Spektakel keinesfalls verpassen. Dieser Erfolg spornte den Initiator an, diese Veranstaltung zur ständigen Einrichtung zu machen, und so ging, nach einem Jahr Denkpause, ab 2012 der Retroday an den jährlichen Start. Aber eben nicht in Dübendorf, der dortige Militärflugplatz verlangte nach immensem logistischen Aufwand. So beschloss Urs, das Ganze an einen nicht minder geschichtsträchtigen Ort, in die Wiege des Elektroflugs und an die Austragungsstätte des Militärcups, nach Pfäffikon zu verlegen.


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