Eine unendliche Geschichte
Das «Helikoptermodell» der etwas anderen Art

Vor rund 30 Jahren startete das Projekt mit dem damals bereits verfügbaren Rumpfbausatz von Vario mit einer Länge von 1300 mm. Zu dieser Zeit absolvierte Martin eine Modellbausbildung, und somit waren für ihn Abänderungen und Anpassungen am Modell natürlich kein Problem. Bereits zu Beginn der Arbeiten am Modell wurde eine markante Änderung am Rumpf vorgenommen, und zwar mit dem Einbau der Bodenklappe. Im originalen Rumpf wird diese Klappe nach unten weggeklappt, zum Beispiel dann, wenn die Rettungswinde bedient wurde. Diese wurde aber am Modell, anstatt klappbar, mit einem im Boden versenkbaren Blech ausgeführt. Viele grössere und kleinere Details an Rumpf und Fahrwerk wurden vorgenommen und nahe dem Vorbild
entsprechend nachgebildet. Die Halterung für den Suchscheinwerfer aussen und das Gestell für den Lasthaken wurden selber gemäss Bildern vom Vorbild, hergestellt. Lastenkorbb, Rettungswinde, Scheinwerfer sowie der Einsinkschutz für die Fahrwerke konnten gekauft werden. Viel Zeit und Arbeit erforderte der Nachbau der Turbinenattrappe, aber das Ergebnis entschädigt für all die Mühen.
Als Mechanik wurde die damals von Vario im Vertrieb geführte Nitro-Version verwendet. Das Ziel von Martin war aber immer die Schaffung eines möglichst geräuschlosen Antriebs für seine Zwecke, was irgendwann dann dazu führte, dass er sämtliche Getriebeteile ausbaute und durch direkte Elektromotoren auf den Hauptrotor sowie den Heckrotor er-
setzte. Dadurch ist der Betrieb des Modells heute praktisch geräuschlos, bis auf die Luftgeräusche, je nachdem, in welcher Geschwindigkeit man den Hauptrotor drehen lässt. Dies ermöglicht nun den Dauerbetrieb des Modells im Wohnbereich ohne störende Nebengeräusche.
Natürlich war die Elektronik damals noch auf einem anderen Stand der Technik, was hiess, dass das Modell damals mit zwei «analogen» Strobolight-Blitzern ausgerüstet wurde. Diese Blitzer funktionierten zwar gut, hatten jedoch das Problem, dass die Stromzufuhr von einem ausserhalb des Modells platzierten Netzgerät über eine längere Distanz problematisch war. Als Scheinwerfer wurden Halogen-Birnen verwendet, welche jedoch immer das Problem von grosser Wär-
meentwicklung hatten. Der integrierte Suchscheinwerfer konnte jeweils nur für kurze Zeit eingeschaltet werden, da er nur einen geringen Abstand zum GFK-Rumpf aufweist.
Der externe Suchscheinwerfer sowie die am Rumpf des Modells angebrachten Scheinwerfer waren zwar weniger von diesem Problem betroffen, da sie «freiliegend» waren, trotzdem passierte mehrmals Folgendes: Es kam bisweilen vor, dass sich eine Fliege in die horizontal montierten Scheinwerfer am Rumpf hineinverirrte. Schaltete man nun den Scheinwerfer ein und bemerkte das nicht, verbrannte die Fliege im Scheinwerfer, was zur Folge hatte, dass sich die schwarze Eloxierschicht braun färbte. Eine teure Angelegenheit, diese Scheinwerfer neu schwarz eloxieren zu lassen. →
Die Corona-Krise nutzte Martin Dällenbach, um die Beleuchtung auf den neusten Stand der Beleuchtungstechnik zu bringen. Die problematischen analogen Strobolights wie auch die Scheinwerfer mit den Halogen-Birnen wurden entfernt und durch Produkte der neusten LED-Technik ersetzt. Als besonderes Highlight wurden in der Kabine vier LEDs in der Decke als Innenbeleuchtung eingebaut. Dieser Umbau hat sich in jeder Hinsicht nur schon von der Optik der eingeschalteten Beleuchtung her gelohnt und natürlich benötigen diese LEDs zudem kaum noch Strom im Vergleich zu der alten Beleuchtung. Auch die Stromversorgung über die langen Distanzen, hängt das Modell doch in grosser Höhe in einem eigens dafür gemachten Gestell über dem Treppenhaus, ist kein Problem mehr.
Ich habe Martin Dällenbach einige Frage zu seiner Person und dem aussergewöhnlichen Projekt gestellt:
Die damals verfügbaren Verbrennungsmotoren hatten mich nie überzeugt, Turbinen gab es noch keine und der Betrieb mit Elektromotor und Akku wäre bei dieser Grösse wohl sehr schwierig gewesen. Auch habe ich mich an die Mechanik

nie richtig herangetraut, da ich zu wenig Wissen in diesem Bereich hatte. Ferner hat mich der Betrieb eines solchen Modells im Dauerbetrieb im Wohnbereich immer mehr gereizt, als selber ein Flugmodell zu betreiben
Heute weder noch: Modellbauer bin ich nicht mehr, selber fliege ich auch nicht. Was ich allerdings mit grosser Freude mache, ist mit Freunden Heli- kopterflüge zu organisieren und dabei dann den Helikopter in schöner Umgebung, sowie natürlich auch unsere wunderbare Natur, zu fotografieren.
Ja, es gab immer wieder jahrelange Unterbrüche, in denen ich nichts gemacht habe oder zum Teil auch keine Zeit hatte, etwas am Modell zu machen. Heute hat meine Familie oberste Priorität. Das ist auch der Grund, wieso ich den Umbau der Beleuchtung in der Corona-

Krise gemacht habe. Da war ich drei Wochen zu Hause und die entsprechende Zeit dafür vorhanden
Ja. Immer wenn ich längere Zeit dafür investieren konnte. Zum Beispiel konnte ich vor Jahren einmal viele Überstunden kompensieren, was mir erlaubte, vier Wochen am Modell zu bauen.
Nein, in den vergangenen etwa 15 Jahren hat sich meine Leidenschaft in diesem Bereich eher weg von den Modellen, hin zur Helikopter-Spotterei

angefragt und bestellt werden.
Nein, die meisten Fotos dafür habe ich über Jahre gesammelt. Viele wurden mir von Firmen wie der Rega und anderen Schweizer Operatoren zur Verfügung gestellt. Aber auch viele Fotos erhielt ich von Privatpersonen, welche ich über die Jahre kennenlernte. Dort, wo aber die Originale noch da waren, habe ich die Fotos selber gemacht. In unzähligen Telefonaten oder vor Ort bei ehemaligen Firmen, welche die Alouette III einsetzten, habe ich die Beschriebe zusammengestellt.

In Zukunft habe ich evtl. vor, eine Webseite in diesem Bereich aufzubauen. Ich selbst sowie ein Freund möchten darüber Erzeugnisse wie die erwähnten Bücher, Aufkleber, Zeichnun-
gen sowie Textilien verkaufen. Diese Webseite soll auch anderen Aviatik-Fans offenstehen, um Bilder zu veröffentlichen, Projekte zu lancieren etc.
Kann ich heute noch nicht sagen. Dieses Projekt ist erst vage in Planung, wenn ich etwas mache, dann eben richtig, was auch die entsprechende Zeit
benötigt. Das muss dann auch mit meiner Familie abgesprochen werden. Das grobe Konzept für eine solche Seite steht zwar bereits, aber eben, das Ganze will gut überlegt sein.
**Vielen Dank, Martin, für die tollen Einblicke in deine Welt des Modellbaus.**
*Bilder: Martin Dällenbach*
verlegt. Daraus sind drei Bildbände entstanden, in denen ich versucht habe, die Geschichte jeder der 126 in der Schweiz registrierten Alouette III möglichst umfassend zu dokumentieren:
- Bildband Alouettes III 316
- Bildband Alouettes III 319
- Bildband Rega-Gönnerzeitungen
Diese Bildbände werden bei Bestellung im Einzeldruck hergestellt und können direkt bei mir unter m.daell@bluewin.ch


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