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Funblei statt Funray

von Roland Moser
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Der Funray hatte mir zu wenig Durchzug, weswegen Abhilfe hermusste. Ein erster Versuch mit 342 Gramm Ballast war mir noch nicht über alle Zweifel erhaben, weshalb ich dann 1 kg Ballast reinpacken wollte. Das Fluggewicht mit 1 kg Ballast und einem 4S-Akku beträgt 3060 Gramm.


Der Ballast und die Lage des Ballasts

Der Ballast lässt sich exakt im Schwerpunkt unterbringen, wenn der unter dem Flügel liegende Freiraum dafür genutzt wird. Bedingung ist aber, dass der Masse-Mittelpunkt des Ballasts 80 mm vor dem hinteren Ende des Ballasts liegt und dass der Ballast hinten anstossend reingeschoben werden kann, damit der Schwerpunkt stimmt.

Damit der Ballast optimal reinpasst, sollte er in der Länge 160 mm haben, dann steht er nicht vorne raus, und der Akku (400 g) kann noch ganz nach hinten geschoben werden. Die Breite von 58 mm sorgt dafür, dass er sich seitlich nicht bewegen kann, sobald er ganz reingeschoben ist. Die Höhe von 17 mm bis 21 mm sorgt dafür, dass er auch in dieser Bewegungsrichtung fixiert wird. Bei 160 mm Länge muss der Masse-Mittelpunkt in der Mitte des Ballasts liegen.



Die Schnur am vorderen Ende dient dazu, dass der Ballast gut wieder rausgezogen werden kann.

Vom Ballast ist die Oberseite zu sehen! Die Klettverschlüsse auf der Unterseite (!) haften an den im Rumpf verklebten Gegenstücken. Ich habe sie auf die Oberseite gezogen, damit sie sich nicht lösen sollten. Der Klett auf der Vorderseite und der Oberseite hat somit keine Haftfunktion!

Am Ende des Ballasts rechts ist eine Ausnahme zu sehen. Ohne diese Ausnahme kann der Ballast nicht genügend nach hinten geschoben werden, weil dort sonst die Servokabel für HLW und SLW das Ganz-nach-hinten-Schieben verhindern.



Der 1-kg-Ballast ist in der Höhe grösser: Mit Kabelbinder 24 mm, ohne Kabelbinder 20 mm. Unter den Klettverschlüssen hat es auch Kabelbinder. Die Kabelbinder fixieren zwei Tauchblei à 500 g (bestellt bei Decathlon, auffindbar als Bleigewicht) in Längsrichtung auf einem 2 mm dicken Flugzeug-Sperrholz, das 38-mm-Tesa fixiert in Querrichtung und Höhe. Der Ballast passt immer noch rein, aber eher sehr knapp. Am hinteren Ende habe ich auch eine Ausnahme ausgefeilt, siehe oranger Pfeil.

Des Weiteren habe ich durch eine Abluftöffnung unter dem Flügel mit einem Schraubenzieher das Loch gegen oben vergrössert, durch welches die Servokabel für HLW und SLW gegen hinten geführt werden. Der Ballast lässt sich ganz gegen hinten schieben. Der Schwerpunkt stimmt auf jeden Fall, wenn der 4S-Akku 400 g schwer ist und ganz gegen hinten geschoben wird, und die Stahlkugel im Heck auch dort ist.



Die Unterseite der beiden Ballaste

Zusätzlich zur Verklebung der Klettverschlüsse mit dem Ballast habe ich sie am hinteren Ende noch mit Tesa fixiert, indem ich den Ballast und den Klett mit Tesa umwickelt habe. Allerdings kann sich der Schieber (s.u.) darin festklemmen und lässt sich dann nicht mehr weit genug hineinschieben. Das Tesa also wirklich nur auf dem letzten Zentimeter rumwickeln.


Das Einschieben und Fixieren des Ballasts

Die Klettverschlüsse im Rumpf für die Fixierung des Ballasts beginnen dort, wo das CFK-Quadratrohr im Schaum verschwindet, und gehen ca. 3 cm gegen hinten.

Bevor der Ballast an seinen Platz gebracht wird, müssen am Empfänger noch die Servokabel für Höhe und Seite, bei Futabakanälen 2 und 4, nachgezogen werden, weil diese länger sind als diejenigen für die Flügel. Ich habe die Kabel dann mit einem Stück beidseitigem Klett umwickelt, damit sie einigermassen fixiert sind. Tesa würde natürlich auch gehen. Ich würde die anderen Kanäle auch mit einem Blick überprüfen, evtl. müssen andere Servokabel auch nachgezogen werden.

Während des Einschiebens des Ballasts muss leicht an den Kabeln und gerade gegen vorne gezogen werden, damit die Kabel gestreckt sind und die Servokabel für Höhe und Seite in



die ausgefeilte Ausnahme reingehen. Der Empfänger wird erst später und mit der Oberseite gegen unten reingeschoben und oben angeklebt. Schlecht zu sehen, weil sie weiss sind, sind die beiden an den Rumpf geklebten Klettverschlüsse, auf welchen der Ballast fixiert wird.



Für das Einschieben und Rausnehmen des Ballasts braucht es ein Werkzeug, ich nenne es Schieber, weil man es reinschiebt, damit während des Einschiebens des Ballasts der Ballast nicht an den Klettverschlüssen haftet.

Für das Rausnehmen des Ballasts braucht es diesen Schieber auch, um den Ballast vom im Rumpf verklebten Klett zu trennen. Neckisch ist, dass der Schieber am im Rumpf verklebten Klett anstossen kann, und man ihn dann nicht reinbringt :-)

Der Schieber ist aus einem Biella-Mäppchen geschnitten und dann mit 38-mm-Tesa umwickelt, um den Schieber ein wenig zu versteifen.

Die farbigen Streifen dienen nur der besseren Erkennbarkeit in der Transportschachtel des Flugzeugs.



Das Klemmstück, welches den Ballast gegen unten drückt und somit auch dem Klett-Verschluss fixiert.

Das Weisse ist zurechtgeschnittener Verpackungsschaum. Zwischen die beiden Wände kommt dann der Empfänger zu liegen.


Alles drin!

Der Empfänger hat an der Unterseite Klett und wird mit der Unterseite gegen oben in den Rumpf an das dort verklebte Gegenstück geklettet. Anschliessend kommt das Klemmstück rein und drückt den Empfänger

gegen oben und den Ballast gegen unten.

Ich weise darauf hin, dass die Antennen sehr gefährdet sind, wenn sie am Rumpf fixiert sind, weil durch die Manipulationen mit dem Ballast und dem Klemmstück schnell an den Antennen gerissen ist.


Starten mit 4S und Klapp-Propeller-Wahl

Die Gewichtszunahme des Flugzeugs beträgt mit 1 kg Blei 50%. Das neue Fluggewicht beträgt 3060 Gramm. Diese 3 kg wollen beschleunigt werden, wozu vermutlich mehr Leis-

tung nötig ist. Vielleicht würde es auch mit 3S gehen, ich wollte aber auf Nummer sicher gehen und auf 4S wechseln. Da die Drehzahl in der 3. Potenz in die Leistungsaufnahme des Propellers einfliesst, resultiert vom Wechsel von 3S auf 4S eine Leistungszunahme des Propellers von (4/3)³ = 2.35 (Faktor), weshalb ein Propeller mit kleinerer Leistungsaufnahme montiert werden muss. Mit dem passenden Propeller bleibt die Stromaufnahme gleich, aber wegen der höheren Spannung steigt die Leistung um 33%.



Der Original-Klapp-Propeller hat die Abmessungen 11 × 7 Zoll (Durchmesser 27,94 cm) mit dem passenden Mittelstück. Mit dem Funray-Mittelstück ergibt es einen 12 × 7-Zoll-Propeller. Ich habe dann meine Propeller-Umrechnungstabelle angeworfen und bin für den Wechsel von 3S auf 4S auf folgende sinnvolle Propeller gekommen: Entweder 12 × 7 Zoll oder 11 × 7 Zoll. Mit Berück-

sichtigung des Mittelstücks kommen wir z.B. von einem 10 × 7 auf einen 11 × 7, oder von 12 × 7 auf 12 × 5 Zoll Klapp Propeller.

Ich habe mich dann für den 11 × 5-Zoll-Klapp-Propeller entschieden, da mir Steigleistung und eine gute Beschleunigung im unteren Geschwindigkeitsbereich (Start aus der Hand!) wichtiger sind als schnelles Fliegen mit Motor.

Vorsichtshalber hat mir Hans-Ruedi beim ersten Start mit 1 kg Blei, 4S und dem 11 × 5-Zoll-Propeller, der wegen des Mittelstücks eigentlich ein 12 × 5-Zoll-Propeller ist, die Krähe geworfen. Danke, Hans-Ruedi. Die Propeller-Wahl hat sich dann als goldrichtig erwiesen. Wobei man sagen darf, dass ein 11 × 4-Zoll-Klapp-Propeller auch genügen und sogar die Stromaufnahme noch senken würde.


Die neue Fluggeschwindigkeit

50% Gewichtszunahme bedeuten, dass das Flugzeug die Quadratwurzel aus diesen 50% schneller fliegen muss, um denselben Auftrieb zu haben, weil die Geschwindigkeit im Quadrat in die Auftriebserzeugung einfließt. Das sind also 7,1%, die man schneller fliegen muss.

Beim Fliegen auf dem Flugplatz hat es mich gedünkt, dass das Flugzeug wegen des erhöhten Fluggewichts genügend Druck aufbaut, damit man die 7,1% ohne grosses Überlegen erreicht.

Beim Landen muss man sich der 7,1% höheren benötigten Geschwindigkeit aber sehr gut bewusst sein, sonst knallt es vielleicht in Bodennähe. Die Landegeschwindigkeit erhöht sich um 7,1%, ausser man würde die Wölbklappen ein wenig ausfahren.

Wie es am Hang ist, wofür ich den Funray eigentlich gekauft habe, konnte ich leider noch nicht ausprobieren.




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