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Geschichte des Wasser-F-Schleppts

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Zitat des Deutschen Forschungsinstitutes für Segelflug (DFS):
«Der Gedanke des Segelflugbootes ist so alt wie die Segelflugerei selbst.»

Man erinnere sich: Jaques Schneider, Begründer der Schneider-Trophy, war als fanatischer Seemann und Flugbegeisterter so um die 1910 – wie etliche andere auch – der Meinung, die Zukunft der Start- und Landepisten läge auf dem Wasser. Seen und Meere gäbe es vielerorts, Pisten auf dem Land seien teuer und nicht überall erstellbar. Zur selben Ansicht kam man auch in der Schweiz. Im Artikel «Der Wasserflugplatz am Zürichhorn» schreibt Hans-Heiri Stapfer in seinem Buch «Aviatik am Zürichsee seit 1919»: «Kurz nach Ende des Ersten Weltkrieges waren Flugplätze dünn gesät, gleichzeitig liess sich nicht von der Hand weisen, dass ein Grossteil der wichtigsten Städte in der Schweiz an Seen oder Flüssen liegt.» 1920 operierte vom Zürichsee aus eine stattliche Flotte von 12 Macchi- und Savoia-Flugbooten. So wäre es doch rein fiktiv denkbar gewesen, vom Zürichsee aus Segler in die Höhe zu schleppen, welche dann nach stundenlangem Segeln auch wieder im Wasser landen könnten.


Wasser-Seglerschlepp mit Motorbooten

Aus Neugier wollten wir wissen, ob in der Vergangenheit Seglerschleppts vom Wasser aus durchgeführt wurden. Als Quintessenz unserer Internet-Recherchen kann gesagt werden, dass bisher zahlreiche Schleppts mit schwimmfähigen, meist umgebauten Land-Segelflugzeugen durchgeführt wurden. Der erste Versuch wagte Gabriel Voisin. Er erhob sich am 6. Juni 1905 von der Seine aus, von einem Motorboot mit 150-PS-Motor geschleppt, zum ersten Mal mit einem Flugzeug vom Wasser aus in die Luft und flog in einer Höhe von 15 Metern ganze 150 Meter weit.

1929 veröffentlichte das Magazin «AVIATION Magazine» einen Report, dass ein Versuch gemacht wurde, mit einem an einen Ozeandampfer gehängten Peel Glider, einem Doppeldecker-Gleiter made in USA, nach Europa zu fliegen! Die Sache lief jedoch (wie zu erwarten war?) schief. Wenn wir heutigen Modell-Wasser-Seglerschlepper uns als Spinner bezeichnen, müssen das anno dazumal Spinner hoch drei gewesen sein!


Wasser-F-Schlepp mit Wasserflugzeugen

Von meinen Modellflug-Vereinskollegen Hanno Pfeifer und Dominique Vultier erhielt ich weitere Informationen. Beispiel 1: Eine Dornier Do 12 (Amphibium-Flugboot mit aufgesetztem Triebwerk) schleppte 1936 auf dem Bodensee ein Wassersegelflugzeug vom Typ Seeadler. Bei 40 km/Std. ging der «Seeadler» auf Stufe, um bei 58 km/h abzuwassern. Dieses wunderschöne, mit Knickflügeln versehene Segelflugzeugmuster sollte auf dem Wasser und auf dem Land starten und landen können und so leistungsfähig sein, dass es für Thermik- und Strecken-Segelflüge eingesetzt werden kann. Beispiel 2: Im Herbst 1944 wurden am Chiemsee Wasser-Segler-Schleppts mit Wasserflugzeugen als Schlepper durchgeführt. Dabei wurden mit Schwimmern bestückte Lastensegler (Typ DFS 230) von einem ebenfalls mit Schwimmern versehenen Doppeldecker (Heinkel He 60) in die Höhe geschleppt.

Damit endet unseres Wissens jedoch die Geschichte des Wasser-F-Schleppts mit Schlepp-Flugzeugen, da er als nicht mehr sinnvoll betrachtet wurde, und feiert eventuell seine Wiederbelebung im Bereich der Modellflugzeuge ...




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