F3B-Weltmeisterschaft in Nardt
Deutschland siegt vor Österreich und den USA. Das Schweizer Team landet auf dem undankbaren 4. Platz.
17 Nationen und insgesamt 54 Piloten kämpften in 8 Durchgängen um den Weltmeistertitel. Der Wettbewerb selbst fand auf einem grossräumigen Segelflugplatz in Nardt in der Nähe von Hoyerswerda östlich von Dresden statt, der für die Dauer der WM für den sonstigen Flugbetrieb gesperrt wurde.
Wie bereits im Jahr 2009 stand auch dieses Mal wieder das Auswerteprogramm unserem ehemaligen Schweizer Weltmeisterschaftsteilnehmer Christian Müller zur Verfügung (siehe http://f3b-wm-2013.rcsolutions.ch/d/wm2013). Damit war es möglich, die Pilotenleistungen untereinander nach verschiedenen Kriterien auszuwerten. Oftmals waren die Ergebnisse schneller online, als die Piloten vom Flugfeld zu ihrem Zelt benötigt hatten.

Völlig neu war die Fernseh-Liveberichterstattung mit den beiden Moderatoren Martin Weberschock und Uli Helfrich. Der livestream kann unter http://www.f3b-wm-2013.de/ unter dem Menüpunkt livestream sogar heute noch als Konserve angeschaut werden. Rund 140 000 Besucher haben so an ihrem Computer zu Hause live mit ihren Teams mitfiebern können.
Pünktlich zu Beginn der WM hatte es kurz, aber heftig geregnet, was zu einem verspäteten Beginn des Wettbewerbs geführt hat. In der zweiten Nacht gab es sogar einen kräftigen Sturm, der das Zelt für den Livestream und einen Teil der Fernsehhausrüstung vernichtet hat. Zwei Tage hatten wir mit fast Windstille, extremem Seitenwind und brütender Hitze (37 °C im Schatten) zu kämpfen. Erst am Donnerstag und Freitag frischte der Wind ein wenig auf und sorgte für Abkühlung. Insgesamt war es während des Wettbewerbs (mit Ausnahme Montag früh) trocken. Die Siegerehrung auf dem Platz am späten Freitagabend fand bei Regen statt. Die Flugbedingungen waren äusserst anspruchsvoll. Das richtige Startfenster sowie die richtige Seite für den Streckenflug waren wettbewerbsentscheidend. Beim Speed waren die Bedingungen nicht immer ausgewogen, durch den Speed in umgekehrter Reihenfolge der aktuellen Platzierung entschärfte sich die Situation ein wenig.
Bei turbulenten Bedingungen im Speed der Runde 1 touchierte das Modell von Niklaus Huggler beim Ausflug aus der letzten B-Wende den Boden und stürzte ab. Die Rumpfspitze mit Akku und Empfänger war leider nicht auffindbar. Da während eines Durchgangs das Modell nicht gewechselt werden darf, wurde es für die noch zu fliegenden Disziplinen Dauerflug und Streckenflug in Runde 1 notdürftig repariert. Dieser frühe Streicher im Speed war eine schwere Bürde für die weiteren Speedflüge von Niklaus, der aber im Lauf des Wettbewerbs wieder zu seiner alten Speedstärke zurückgefunden hat. Roland Hofmann kollidierte im Streckenflug der Runde 1 und beschädigte die Tragfläche. Er konnte mit dem Ersatzmodell die WM fortsetzen. Krönender Abschluss unserer Pechsträhne war der Penalty bei Andreas Böhlen in Runde 5, der bei der Landung im Streckenflug mit einer Tragfläche im Sicherheitsbereich zu liegen kam.

| Teamwertung Erwachsene: | |||
|---|---|---|---|
| 1. Platz | Deutschland | 61135,35 | |
| 2. Platz | Österreich | 60056,22 | 1079,13 |
| 3. Platz | USA | 59747,56 | 308,66 |
| 4. Platz | Schweiz | 59633,41 | 114,15 |
| 5. Platz | CZE | 59284,10 | 349,31 |
| Einzelwertung Erwachsene: | |||
|---|---|---|---|
| 1. Platz | Andreas Herrig (GER) | 20752 | |
| 2. Platz | Martin Herrig (GER) | 20717 | 35 |
| 3. Platz | Thomas Dylla (GER) | 20566 | 151 |
| 4. Platz | Pölzl Jürgen (AUT) | 20349 | 217 |
| 5. Platz | Roland Hofmann (SUI) | 20335 | 14 |
| 6. Platz | Tom Kiesling (USA) | 20270 | 65 |
| 7. Platz | Andreas Böhlen (SUI) | 20209 | 61 (Penalty 300) |
| 34. Platz | Niklaus Huggler (SUI) | 19088 |
Nach 8 Durchgängen bei einem Streicher (maximal 21 000 Punkte möglich) standen die Ergebnisse fest: Erstmals kämpften an einer WM auch Junioren (bis 18 Jahre) um den Juniorenweltmeistertitel. Jede Nation konnte maximal einen Junior zur WM mitbringen. Dabei zählte dieser Junior in der Teamwertung mit (wie im Team Österreich mit dem Weltklasse-Piloten und Juniorensieger Berni Flixeder), sofern dieser besser als der schlechteste Erwachsenenpilot des Teams war. Letztlich hat ein wenig Glück für die Schweizer Piloten gefehlt, um noch weiter nach vorne zu fliegen.
Rückblickend betrachtet war es eine sehr gut organisierte WM. Wie bereits 2003 und 2011 konnten mehr als 7 Runden geflogen werden. Der nächste Ausrichter in den Niederlanden im Jahr 2015 wird hieran zu messen sein.
Wir bedanken uns vor allem beim Schweizer Modellflugverband SMV, der uns wie immer mit einem namhaften Betrag unterstützt hat, und unseren Sponsoren, ohne diese eine WM-Teilnahme kaum möglich wäre.
Thomas Schorb

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