Editorial

Muammar al-Ghadhafi und wir Modellflieger

von Emil Ch. Giezendanner
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Liebe Leserin, lieber Leser

Da kommt also einer aus der Wüste und will die Schweiz zerstückeln. Das ist doch wirklich gut gemeint. Ghadhafis Altersmilde scheint durchzuschlagen. Da ist sein verwöhntes Söhnlein Hannibal etwas weniger diplomatisch: «Wenn ich eine Atombombe hätte, würde ich die Schweiz von der Landkarte fegen», war eine seiner «bemerkenswerten» Aussagen. Für uns Modellflieger ist die Hypothese interessant, die einzelnen Landesteile an Deutschland, Frankreich und Italien anzuschliessen. Schade, dass der grosse Kameltreiber Österreich vergessen hat – MMD-Effekt. Als zahlendes Mitglied des Nordostschweizer Regionalverbandes würde ich den Anschluss an dieses Land bevorzugen. Etwas schwierig wirds für unseren Aero Club: Zentral in der Innerschweiz gelegen, kann er sich um ein paar Kilometer verschieben und sozusagen zwischen den Kulturen auswählen. Denn eine Zerstückelung des Zentralsekretariates wäre bei der heute schon fast mikroskopisch kleinen Bürofläche gar nicht möglich. Die Luftwaffe könnte zwischen Payerne,

Magadino oder Meiringen auslesen. Ich würde Payerne empfehlen, weil ich für die Rafale – Schweden ist leider kein Nachbarland – und gegen den viel zu teuren Eurofighter bin. Doch vielleicht wäre man – wenn es in der Politik so weitergeht – schon mit ein paar alten Fiat G.91 zufrieden. Für sie wäre Magadino geradezu ideal. Hingegen würden in Kloten die Anflüge in jedem Fall über eigenem Land erfolgen, was zu einer Entspannung führen müsste. Auch unsere «Schweizer Marinesoldaten» – ausgebildet in Hamburg, wo sonst – müssten sich nicht mehr der Lächerlichkeit preisgeben.

Zurück an den Vierwaldstättersee: Wir Modellflieger müssten uns sehr genau überlegen, wo wir unseren Aero Club anschliessen würden. Dazu ist ein konsequenter Benchmark unausweichlich. Was leisten die fliegerischen Dachverbände zuhanden ihrer Modellflieger/innen? Fliesst ein ansehnlicher Teil der Mitgliederbeiträge an sie zurück, wie dies beim AeCS der Fall ist? Welche Dienstleistungen könnten wir erwarten?

Wie steht es mit der Beeinflussungsmöglichkeit der Verbandspolitik durch die Modellflieger? Anzahl Stimmen, Verhältnis Modellflieger und übriger Luftfahrer in den zentralen Steuerorganen, Rechtsberatung in Bau- und Planungsfragen, professionelle Öffentlichkeitsarbeit, Information und Betreuung der Websites, finanzielle Unterstützung des Sports, insbesondere der Nationalmannschaften. Welche Aero Clubs verfügen über ein gemeinsames Flug- und Schulzentrum aller Sparten wie etwa den Spitzerberg des Österreichischen Aero Clubs? usw.

Auch wenn die Uno Ghadhafis Traktandenliste nicht genehmigen wird, ein Vergleich der Leistungen der Aero Clubs zuhanden ihrer Modellflieger – nur schon einmal in Westeuropa – wäre eine wunderbare Aufgabe der FAI. Allerdings ist dieser Club nicht gerade durch mutige Unternehmen bekannt.

Mit freundlichen Grüssen
Emil Ch. Giezendanner



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