Geschichte

Schöne Leistungen einer jungen Modellfluggruppe

von Emil Giezendanner
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Die vor zwei Jahren mit fast ausschliesslich Junioren gegründete Modellfluggruppe Wald im Zürcher Oberland hat ihre größten Anlaufschwierigkeiten überwunden.

Eine schrankenlose «Zellteilung» unter den Modellfluggruppen ist sicher nicht wünschenswert. Andererseits zeigt sich immer



wieder, dass junge, neugegründete Modellfluggruppen mit viel Schwung in kürzester Zeit recht viel erreichen können. Besonders dann, wenn in der neuen Gruppe die Führung aus einer alten, erfahrenen Modellfluggruppe hervorgegangen ist. Das Wissen, die Erfahrung und vieles, was es sonst noch braucht, um eine Gruppe aufbauen zu können, bringen dann diese Leute aus ihrer angestammten Gruppe mit.

Ganz besonders erfreulich ist immer wieder die Tatsache, dass neue Gruppen in den meisten Fällen viel Junioren – nicht selten sogar mehr Junioren als Senioren aufweisen. Gruppen mit eigenem, festem Fluggelände müssen gezwungenermassen eine gewisse Zurückhaltung gegenüber Neueintreten ausüben, da sie sonst überrannt würden. Diese Aufnahme-«Politik» hat den gewaltigen Nachteil einer zunehmenden

Überalterung der Vereine. Aus dieser Situation heraus entstehen dann oft neue Modellfluggruppen. Es wären viele positive Beispiele dieses natürlichen Systems «aus alt mach jung» zu erwähnen.

Ganz objektiv muss die Pionierarbeit solcher junger Gruppen gewürdigt werden. Man weiss ja, dass diese Ablösungen nicht immer ganz ohne Probleme vor sich gehen. Anstelle einer Ermunterung für die grosse Aufgabe erhalten die Gründer viele Wenn und Aber mit auf den beschwerlichen Weg. Man steht den Neugründungen sehr oft skeptisch gegenüber und versucht, die mehr persönlich gefärbten Gründe mit sogenannten sachlichen zu überdecken, indem von zu grossem Aufwand, unrationell

usw. gesprochen wird. Dabei steht hinter dieser Skepsis sehr oft ein Generationenkonflikt – ein Vaterproblem. Ein Vater, der seinem Sohn sein Wissen und sein Ziel nicht weitergeben kann, hat als Vater versagt. Vor Jahren hatte ich als Obmann der MG Pfäffikon bei «meinen» Mitgliedern aus Effretikon die Gründung einer Nachbargruppe angeregt, unterstützt und eine Abtrennung in Freundschaft erreicht. Natürlich geht solches nur, wenn bei der zu gründenden Gruppe die Führung die nötigen Voraussetzungen mitbringt. Ich glaube aber, dass ein solches Experiment nur gelingt, wenn später unter den Vereinen eine saubere personelle und administrative Trennung durchgeführt wird. Ist nachher ein Mitglied statt in einer Gruppe in zwei bis drei und Gast hier und Gast dort, dann wird die Sache nicht nur für die Region kompliziert und unüberschaubar, sondern es fehlen den Gruppen die Ernsthaften, welche sich auf eine Sache konzentrieren und verantwortlich fühlen. «Man soll nicht auf zwei Hochzeiten tanzen», hat mir einmal ein scheidendes Mitglied geschrieben. Er hatte sich für einen Übertritt zu einer Gruppe in der Nähe seines Wohnortes entschlossen.

Unter diesen Aspekten muss auch die Gründung der MG Wald gesehen werden. Lehrlinge und Schüler sind in dieser Gruppe in der Mehrzahl. Willy Fahrni möchte als Gründungsobmann die Gruppe so weit bringen, dass aus den eigenen Reihen heraus ein Obmann wächst, dem mit der Zeit die Geschicke des Vereins anvertraut werden sollen. Günstigere Voraussetzungen kann man sich kaum vorstellen. W. Fahrni besitzt einen reichen Erfahrungsschatz von über zwanzig Jahren aktiver Gruppenarbeit. Er weiss, worauf es ankommt. Auch er konnte seiner Gruppe nicht einen wunderbaren Flugplatz mit Achtzigmeterpiste und Clubhaus hinzaubern. Stattdessen machten sich die Walder die hügelige Topographie des oberen Töss-



tales zunutze und pflegen zur Hauptsache den Hangflug. Bald gelang es der initiativen Gruppe, in einer Altliegenschaft der reformierten Kirchgemeinde Wald einige Räume zu sehr günstigen Bedingungen zu mieten und dort ein bescheidenes aber gut frequentiertes Baulokal einzurichten. Noch heute bin ich überzeugt, dass bescheidene Anfänge effektiv Grosses bringen. Wohl fehlt das Geld für teuerste RC-Anlagen, aufwendiges Zubehör und elegante Kunststoffsegler. Dafür ist die Freude, mit bescheidenem Aufwand etwas zu leisten, um so grösser.

Giez.



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