Titelstory

Erinnerungen wachrufen

von Thierry Ruef
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Die Firma Zlin

Die Firma Zlinska Letecka AS wurde 1935 in Otrokovice in der heutigen Tschechischen Republik gegründet. Als Tochtergesellschaft des Schuhherstellers Bata stellte sie zu Beginn des Krieges militärische Schulungsapparate her, wie zum Beispiel den Zweisitzer Bücker B181 Bestmann, der für die Luftwaffe bestimmt war. Ihre Flugzeuge sind heute eher unter dem Namen Zlin bekannt. Die Zlin 526 wurde ausschliesslich für die Anforderungen im Rahmen des Kunstflugs entworfen. Sie machte ihren Erstflug im Jahr 1966. Die Version 526 F ist die einsitzige Variante mit Metallstruktur. Die verschiedenen Versionen der Zlin 526 erreichten am Ende der 60er-Jahre bei Wettbewerben üblicherweise erste Plätze. In der Schweiz war einer der glücklichen Benutzer der verstorbene Christian Schweizer. Ohne die 726 ausser Acht zu lassen, wurden die Zlin bei den Wettbewerben durch die Ankunft der berühmten Stephens Acro, Laser 200, Acrostar, Pitts und Cap 21 verdrängt.



Erinnerung an die 1970er-Jahre

Nachdem sie von den modernen Kunstflugzeugen genug hatten, die heutzutage ausgeartet sind für alles Mögliche und sich alle ähnlich sind, haben viele Modellbauer das Bedürfnis nach einem weniger aggressiven, flüssigeren und ästhetischen Kunstflug. Die Nachbildung dieses Flugzeugs hat eine Spannweite von 3 Metern, was einem Massstab von etwa 1:3,5 entspricht. Seine Bauweise, fast vollständig aus Holz, wird also Wehmut hervorrufen. Dies ist ein Flugzeug mit grossen Abmessungen, aber trotzdem einfach zu transportieren, ideal für Vorführungen im Wettbewerb, aber für vieles einsetzbar mit einem Motor von 40 bis 50 cm3.


Auslegung

Das Modell ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen der tschechischen Firma Modellstudio CZ, Jaroslav Velisek, der die Produkte für die numerisch gesteuerte Herstellung anpasst, und Jozef Paracka, unserem Schweizer aus Le Locle. Als sie sich trafen, hatte jeder eine Zlin auf seine Weise konstruiert: der eine mit Elektromotor, der andere mit Verbrennungsmotor. Das kommerzielle Ergebnis ist eine Version des Flugzeugs mit eckiger Kabinenhaube und festem Fahrwerk. Optional werden erhältlich sein: eine gerundete Kabinenhaube und Tanks am Flügelende wie bei der Konstruktion von Jozef. In beide kann darüber hinaus je nach Wahl ein einfahrbares Fahrwerk installiert werden. Das Giezendanner-Fahrwerk mit 100° für ein Flugzeug mit 15 kg ist für dieses Modell perfekt geeignet. Der Rumpf ist aus einem Träger mit aufgereihten Spanten aufgebaut. Man fügt dann die verschiedenen Holme an, danach die Verschalungen auf Vorder- und Rückseite des Geräts. Wie beim Original ist der Rumpf nur teilweise verschalt und bespannt. Nachdem dies erledigt ist, kann man den Basis-Träger herausziehen, um Gewicht zu sparen. Der zentrale Teil des Flügels ist fester Bestandteil des Rumpfs und versteift ihn erheblich. Das elektrisch einziehbare Fahrwerk ist in diesen zentralen Teil integriert. Es dreht sich wie im grossen Zlin nach hinten und lässt dabei eine Hälfte des Rads draussen. Die Landeklappen, von denen sich lediglich der untere Teil nach unten dreht, haben ihre Gelenkachse auf die Flügel verlängert, dies mittels eines Rohrs aus Kohlenstoff. Der Steuerungs-Servo für die Klappen befindet sich im Flügel. Der Flügelverschluss ist ein Aluminiumrohr mit 30 mm Durchmesser und 1100 mm Länge. Der V-Winkel des Flügels wird über den Winkel der Buchsen des Flügels erzeugt, die in der Konstruktion vorgesehen sind. Die Ruder sind mit halbrunden Leitkanten eingepasst. Der mittlere Teil des Flügels ist mit Fasern verstärkt, um ihn für Manöver widerstandsfähig zu machen. Teile, in die Öl eindringen kann, wie zum Beispiel die Lagerung der Klappen, sind ebenfalls mit Fasern versehen. Diese sind ebenfalls versteift. Die Motorhaube ist aus Fasern geformt. Das Bord-Armaturenbrett ist Bestandteil der Kabinenhaube, um bei der Öffnung den Zugang zur Elektronik freizugeben. Es wird eine Vorrichtung für Rauch-Erzeuger installiert, um Kunstflugpräsentationen interessanter zu gestalten.


Spezifikation der Zlin 526 AF
Spannweite2970 mm
Profil an der FlügelwurzelNaca 2415
Profil an der FlügelspitzeNaca 4412
Gewicht12,5 kg für Version mit Verbrennungsmotor
11 kg elektrische Version
MotorMVVS 50 IRS, 48 cm3
ElektromotorAxi 5345/16
AkkuLiPo 10S/5000 mAh
Käufliche VersionModellstudio CZ
Preisnicht mitgeteilt


Der mit dem Modellstudio-Satz zu konstruierende Flügel ist eine vollständig verschalte Balsastruktur. Sie verfügt über abnehmbare Flügelspitzen, um als Option Flügeltanks montieren zu können. Ein gesteuierter Haken ist am Ende des Flügels vorgesehen zum Schleppen von Bändern. Die Servos sind in direkter Kupplung an den Rudern. Das Profil ist ein bikonvexes asymmetrisches Naca 2415 an der Flügelwurzel, das zum Flügelende übergeht in Naca 4412 (hohl!) mit negativer Verwindung von 5°. Das Profil des Originals war ebenfalls hohl. Die Bespannung des Flügels und des Leitwerks ist mit Super Monokote ausgeführt. Der Rumpf und das Leitwerk sind mit Seide bespannt und danach mit Landi Color Works spritzlackiert.


Motor

Der von Jozef Paracka verwendete Motor ist der MVVS 50 IRS mit 48 cm³. Er wiegt nur 1460 Gramm. Der Bug der Zlin ist sehr lang und schmal. Der Auspufftopf musste aufgrund der angeschweissten Rohre nach hinten verlegt werden. Um das äussere Aussehen des Flugzeugs als Modell zu erhalten, ist es unumgänglich, es seitlich nach aussen zu führen. Der MVVS 50 hat einen Vergaser, der sich hinter dem Motor befindet, womit Platz gewonnen wird. Die Drehzahl des Motors ist beim Kunstflug absolut regulär. Die Leistung ist ideal für ein Flugzeug mit 12,5 kg Gewicht. Die Starterklappe ist mit einem Servo verbunden, der mit einem Schalter über das Funkgerät gesteuert wird. Die elektronische Zündanlage arbeitet mit einer Spannung von 6,5 bis 9 Volt, erzeugt von einem Akku mit 6 Sanyo-Elementen mit 1,2 Volt und 250 mAh. Der 5-dl-Tank ermöglicht eine Flugdauer von 15 min. Dies ist reichlich genug für einen Flug von 6 bis 7 min bei Wettbewerb. Jozef wollte neben dem Tank genügend Platz lassen, um eine Vorrichtung zur Rauch-Erzeugung einzubauen. In der elektrischen Version von Modellstudio CZ dient dieser Raum auch für den Zugang zu den Akkus. Modellstudio CZ bietet diese Zlin an mit der Empfehlung für einen Motor Axi 5345/16, einen Akku LiPo 10S/5000 mAh, einen Regler Jeti Spin 99 und einen Propeller aus Kohlenstoff mit 21"×14". Ohne jegliche Änderung ist es möglich, einen Benzinmotor wie oben beschrieben anzupassen. Für beide Versionen ist das Gewicht des Modells praktisch gleich, etwa 11 kg für die elektrische Ausführung und 12,5 kg für die Ausführung mit Benzin, Gewicht einschliesslich Kraftstoff.



Radioinstallation

Der digitale Richtungsservo zieht 7 kg. Er steuert das Seitenleitwerk über Kabel. Ein analoger Servo mit 4,5 kg Zug, in jedes Leitwerk eingebaut, reicht für die Höhensteuerung aus. Die Querruder und die Klappen werden mit Servos betätigt, die 7 bis 10 kg ziehen können, was grosszügig dimensioniert ist. Es gibt noch einen Servo für Gas, einen für den Starter und einen für die Steuerung des Bänder-Abwurfs. 2 Akkus mit 6 V/ 2500 mAh, gekoppelt an ein DPSI Emcotec, versorgen die Elektronik. Das einziehbare Fahrwerk wird mit 4,8 V versorgt. Der Empfänger Graupner XR20 IFS mit 2,4 GHz wird so entfernt wie möglich von der Zündanlage eingesetzt.


Flug

Während der Beschleunigung beim Start ist ein kräftiger Druck auf das Seitenleitwerk erforderlich, um dem hohen Drehmoment des Motors entgegenzuwirken. Das Flugzeug hebt auf 40 bis 50 Metern ab. Der Start ist möglich, ohne Vollgas zu geben. Die Motorleistung ist absolut passend. Der Kunstflug ist perfekt, die Flugbahnen schön gerade. Flug auf dem Rücken ist einfach, indem man sehr leicht anschiebt. Abtrudeln lässt sich leicht einstellen. Der Abgang erfordert eine Umdrehung, dreiviertel Umdrehungen, wenn Tanks installiert sind, dies aufgrund der Trägheit, die diese Zahl etwas erhöht. Der Flug ist sehr realistisch, genau, aber sehr unempfindlich. Die Landung mit den Klappen ist einfach, aber sie zieht sich sehr lange hin. Man könnte die Klappen weiter ausfahren bei weniger Gas und schön abfangen. Ein Video der Zlin im Flug finden Sie unter www.aero-magazine.ch.


Schlussbemerkung

Die Abmessungen dieser Zlin sind in der Tat ein sehr guter Kompromiss, um damit bei Wettbewerben fliegen zu können, wo sie Aufmerksamkeit auf sich ziehen wird. Man weiss den einfachen Transport zu schätzen, weil Flügel und Leitwerke demontierbar sind. Das Modell zeigt auf dem Gelände eine Eleganz, die sich deutlich von den üblichen Extras abhebt, die einen aggressiven Kunstflug durchführen, dies aufgehängt am Propeller. Dieses Modell ist für jeden guten Piloten geeignet, dermassen gutmütig ist es. Wir warten voller Ungeduld darauf, dass es bald auf den Markt gebracht werden wird, womit es allen zur Verfügung stünde.




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