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Lentus ELAPOR plus Hartschaum-Elektrosegler mit 3 m Spannweite

von Manfred Dittmayer
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Diesmal muss es «Plastik» sein

Dass Multiplex der Erfinder der «Schaumwaffelflieger» ist, ist wohlbekannt. Natürlich spaltete die damals neue Technik das Lager der Modellflieger. Die einen meinten, man müsse zuerst mal bauen lernen, bevor man zum Fliegen kommt, die anderen, dass diese Flieger nichts mit Modellflug zu tun haben.


Klappenflügel von MULTIPLEX

Eines wurde jedoch schnell klar, eine neue Art von Modellflugzeugen war geboren. Multiplex ermöglichte es mit seinen Modellen am Modellflug Interessierte möglichst rasch und erfolgreich in die Luft zu bringen. Keine oder nur geringe Bauerfahrung waren kein Hindernis mehr. Diese Modelle flogen alle «werksseitig» ohne Probleme und ermöglichten durch ihre Robustheit einen leichteren Einstieg in den Modellflugsport.

Jüngstes Produkt und wahrscheinlich der Letztstand der Entwicklung von «Schaumfliegern» ist der Lentus. Der Lentus ist, man könnte sagen, ein Semiscale-Seglermodell, angelehnt an den allseits bekannten Ventus. Dieses «Schaummodell» mit drei Metern Spannweite überzeugt nicht nur durch gutes Aussehen, sondern ist eine durchdachte Konstruktion «made in Germany». Sowohl die Oberfläche des Rumpfes als auch die der Flächen und des Leitwerkes sind sehenswert. Unzählige Verstärkungen aus GFK, CFK und Metall sorgen für die Stabilität des Modells. Beispielsweise ist das Heckteil des Rumpfes durch ein GFK-Rohr mit 20 mm Durchmesser und 750 mm Länge verstärkt. Die Tragflächen sind mit Doppel-CFK-Alu-Verbundholmen gefertigt. Alle Ruderklappen sind durch Edelstahlrohre verstärkt und daher torsionsfrei. Die vier Flächenservos werden mit dem Empfänger im Rumpf über eine bereits gefertigte Zwangssteckung (Rumpf/Fläche) mit M6-Hochstromsteckern verbunden. Das Seitenruder ist mit Hohlkehlen scharnieren abnehmbar. Optional ist für den Lentus auch ein CFK-Einziehfahrwerk erhältlich, das besonders beim Einsatz des Lentus im Seglerschlepp Vorteile bringt.


Die Qual der Wahl

Multiplex bietet den Lentus in zwei Varianten an:

  • Die KIT-Version: Hier bekommt man alle erforderlichen Depron-Bauteile und Zubehör. Alle übrigen Komponenten wie Servos, Regler, Motor etc. stehen zur freien Wahl, ob von anderen Herstellern oder auch aus dem eigenen Fundus. Alle Modellteile müssen selbst zusammengeklebt werden.
  • Die RR-Version: Hier bekommt man ein fertig gebautes Modell mit allen Antriebs- und RC-Komponenten (ohne Empfänger und LiPo) flugfertig! Der Zusammenbau beschränkt sich auf den Anschluss des Empfängers, das Einstellen der Ruderwerte und das Auswiegen des Schwerpunktes.

All diese Arbeiten werden durch die dem Bausatz beiliegende sehr umfangreiche Bauanleitung unterstützt.


Fliegen mit dem Lentus

Ist der vorgegebene Schwerpunkt durch Verschieben des LiPos (3S/4S) eingestellt und die Ruderausschläge laut Anleitung programmiert, so steht dem Erstflug nichts im Wege. Mein Erstflug mit dem Lentus fand auf unserem Platz bei fast idealen Windbedingungen per Handstart statt. Mit «Vollstrom» steigt der Lentus zügig unter mehr als 45° in den Himmel. Nach einer Motorlaufzeit von ca. 5–7 Sekunden sind bereits die erlaubten Höhen erreicht und der Lentus geht in einen flotten, aber sehr flachen Gleitwinkel über. Die vorgegebenen Ruderausschläge und der angegebene Schwerpunkt sind genau richtig und der Lentus folgt sehr willig dem Kommando des Piloten. Ein Überziehen kündigt der Lentus durch gut sichtbaren Geschwindigkeitsverlust an. Loopings und Rollen gelingen gut mit etwas Fahrtüberschuss durch Andrücken oder mit Motorunterstützung. Ein Mischen der Wölbklappen mit den Querrudern ist von Vorteil und erhöht die Wendigkeit um die Längsachse sehr gut. Die Wirkung der Flugphasen «Speed und Thermik» zeigt der Lentus durch Fahraufnahme oder sichtlich verbesserte Steigfähigkeit an. Der Lentus hat einen sehr guten Gleitwinkel. Das zeigt er besonders beim Landeanflug. Benutzt man nicht die Butterfly-Stellung, so muss man sich auf einen sehr langen Landeanflug gefasst machen. Im Seglerschlepp zeigt der Lentus bei moderater Schleppgeschwindigkeit keine Extravaganzen und verhält sich «lammfromm» und willig.

Am Hang ist der Lentus «gut zu Hause». Mischt man zum Höhenruder die Wölbklappen zu, so kann man fast F3F-Wenden fliegen. Der Lentus zeigt damit, dass ab sofort ein «Schaumwaffelverbot» am Hang keine Gültigkeit mehr hat. Natürlich kann der Lentus nicht mit reinrassigen F3F-Flitzern aus CFK mithalten, aber die kosten auch das Vielfache zum gleichen Flugpass.



Resümee

Mit dem Lentus mischt Multiplex ab sofort auch in der 3-m-Klasse der Elektrosegler mit. Die angebotenen zwei Fertigungsvarianten Kit oder Fertigmodell erschliessen einen breiten Kreis von Modellpiloten. Ich persönlich empfehle die Fertigvariante. Sie ist sowohl in der Ausführung als auch im Preis-Leistungs-Verhältnis (alles drin, alles dran) ein sehr gutes Angebot von Multiplex. In der Luft überzeugt der Lentus sowohl durch ausgezeichnetes Flugverhalten als auch durch ein tolles Flugbild.



Technische Daten
Spannweite:3000 mm
Länge über alles:1410 mm
Fluggewicht:ca. 2300–2600 g
Flächeninhalt:ca. 52,6 dm²
Flächenbelastung:ca. 44–49 g/dm²
9 RC-Funktionen:Höhenruder, Seitenruder, Querruder, Wölbklappen, Motor, optional Einziehfahrwerk, Schleppkupplung
Motor:Roxy C35-48 990 kv
Regler:Roxy 755 S BEC
Servos 6 Stk.:HS-65HB Carbonite
Propeller:11x7 Zoll



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