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C 3605 – der letzte Eigenbau der Schweizer Armee

von Roland Schlumpf
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Eindrückliche Präsentation zweier Modelle auf dem Flugplatz Langenthal


Die C 3605 war der letzte Eigenbau der schweizerischen Luftwaffe. Sie blieb bis 1988 im Einsatz. Dann und wann entstehen Modelle – allerdings kaum von der Stange, sondern als aufwendige Unikate. Gerade zwei Unikate wurden jüngst in der Nordwestschweiz fertiggestellt und waren unlängst auf dem Flugplatz Langenthal zu bestaunen.

Es war ein friedliches Stelldich-ein von Flugbegeisterten am Sonntagmorgen auf dem Flugplatz Langenthal, wie es in der Schweiz doch eher die Ausnahme bildet: Dank dem Entgegenkommen des Flugplatzhalters, der AeCS-Sektion Langen-

thal, und der Motorfluggruppe Bleienbach und nicht zuletzt der Flexibilität des «Towers» (vielen Dank!) konnten Fredy Gass und Marco Zaugg ihre beiden C 3605 innerhalb des normalen Sonntagsflugbetriebs präsentieren. Somit erweiterte

sich bei warmem Südwindwetter die übliche Flugplatzgesellschaft um ein Grüppchen Modellflieger. Diese wollten sich die Vorführung nicht entgehen lassen, die auf einem Modellflugplatz wegen der Dimension der Modelle kaum möglich wäre. 29,5 kg auf Abfluggewicht, bei einem Massstab von 1:4 gut 360 cm Spannweite und eine Länge von 330 cm. Der Antrieb, Kingtech-Turboprop, macht ordentlich Dampf, dennoch brauchen die C 3605 für sichere und vorbildgetreue Starts und Landungen reichlich Pistenlänge. Das realistische Flugbild sorgt für Begeisterung, wie bei den Origi-

nalen liegen einfache Kunstflugfiguren drin, die Piloten zeichnen sie gleichmässig an den Himmel, die Zuschauer spenden Applaus für saubere Landungen.


Längere Baugeschichte

Nicht immer lief für die beiden C-3605-Modelle alles so rund. Das anspruchsvolle Projekt und erste Bauschritte hatten Modellbauer in der Region Zug an die Hand genommen. Dann kam es allerdings zum Stillstand, bis Fredy Gass, Präsident der MG Unterburg, und sein Vereinskollege Toni Leuenberger die Pläne und angefangenen Arbeiten übernahmen. Der



Aufwand für die Holzkonstruktion blieb immer noch enorm, doch die beiden zeigten viel Einsatz und verfügen über ausreichend technisches Know-how und modellbauerisches Geschick, sodass irgendwann noch gut kam, was so lange währte. Die Erstflüge waren ermutigend. Danach ging es an die Details, wie etwa eine elektrisch betriebene Cockpithaube, und vor allem brauchte das Design nochmals einiges an Zeit. Das Grundmuster des Originals, der «fliegende Zebra-streifen», war das eine, die unzähligen Details das andere. Da trat Marco Zaugg auf den Plan. Er beherrscht das Kunsthandwerk des Weathering. Unter seinen Händen altern Modelle, sodass sie aussehen wie die Originale nach 30 Betriebsjahren. Zoggs Engagement führte denn auch nach den ersten Flugerprobungen zur Übernahme des Modells von Leuenberger, der sich nach dem Beweis, dass die Kiste fliegt, lieber anderen Projekten zuwenden wollte.


«Gnadenbrot» als Ziel-schlepper

Die Originale waren die letzte Eigenkonstruktion und -bau der schweizerischen Luftwaffe. Die Entwicklung aus dem Zweiten Weltkrieg der Eidgenössischen Konstruktionswerkstätte (K+W) in Thun diente für Aufklärungsflüge und den Erdkampf. Vom freitragenden zwei-



sitzigen Tiefdecker mit Doppelleitwerk Typ C 3603 wurden 142 Exemplare gebaut. Sie wurden von einem Hispano-Suiza 12Y-51 angetrieben. Nach dem Krieg fand die C 3603 immer mehr und bald nur noch ausschliesslich für den Ziel-schlepp Verwendung. Als dann die Hispano-Suiza Altersschwächen zeigten, wurde ein Ersatz für diese Flugaufgabe gesucht. Schliesslich entschied sich das damalige Militärdepartement für einen Umbau von 24 C-3603-Exemplaren zur C 3605. Die Arbeiten waren umfassend, im Zentrum stand ein neuer Antrieb. Die Wahl fiel auf die Propellerturbine Lycoming T53. Da diese bei deutlich



mehr PS leichter war als die Hispano-Suiza, musste für den gleichen Schwerpunkt die Nase um 1,8 m verlängert werden. Hinzu kamen ein (zusätzliches) zentrales Seitenleitwerk sowie die charakteristische Bemalung, welche bei Zielübungen für die Flab-Truppen die Unterscheidung vom Schleppsack gewährleisten sollte. Erstflug war im August 1968, die Einheiten blieben bei der schweizeri-

schen Luftwaffe bis 1988 im Einsatz. Es war mit rund 1000 PS die stärkste und schnellste C 36; die Spannweite betrug 13,74 m, das Abfluggewicht 3716 kg.

Heute sind nur noch einzelne C 3605 flugbereit, sonst sind sie beliebte Museumsobjekte – und dann und wann Motivation und Herausforderung für Hardcore-Modellbauer.




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