Modellflugplatz Elbis
Eine fast nicht enden wollende Zügelgeschichte mit Happy End!
Die Modellfluggruppe Auenstein (MFGAU) wurde im Jahr 1961 gegründet. Die MFGAU ist heute eine von 180 Modellfluggruppen im Schweizerischen Modellflugverband (SMV). Die Modellfluggruppe Auenstein verfügt derzeit über rund 70 Mitglieder im Alter zwischen 13 und 89 Jahren. Seit 1980 steht den Mitgliedern im Gebiet «Elbis» ein Flugplatz für Flächenflugzeuge und Helikopter zur Ausübung des Hobbys zur Verfügung.
Uns war es stets bewusst, dass wir nicht die Einzigen sind, die ihr Hobby im Gebiet Elbis pflegen. Es ist ein wunderbarer Naherholungsort und bei Spaziergängern, Reitern sowie anderen Sportlern äusserst beliebt. Seit jeher ist es uns ein Anliegen, unser Hobby rücksichtsvoll und in gutem gegenseitigem Einvernehmen auszuüben. Dies gilt nicht nur für Menschen, sondern auch für Tiere und die Natur. Unsere Verantwortung nehmen wir ernst. Auch deshalb sind wir in einem Verein sowie im Schweizerischen Modellflugverband organisiert und verfügen seit 1980 über ein entsprechendes Flugplatzreglement, in dem wir uns selbst Auflagen wie zum Beispiel beschränkte Flugzeiten auferlegen. Das Fliegen mit einer mit Kerosin betriebenen Turbine lassen wir bewusst aufgrund des oftmals grösseren Radius und der damit verbundenen Lärmemissionen nicht zu. Das Hobby Modellflug wurde in den letzten Jahren durch den grossen technischen Fortschritt sowie die fast ausschliessliche Verwendung von Elektromotoren auch sonst deutlich emissionsärmer.
1997 wurde der Platz nach 17 Jahren aus Sicherheitsgründen um ca. 90° gedreht, da ein Jahr zuvor die Autobahn Richtung Basel in Betrieb genommen wurde. Bis 2016 bestand der Flugplatz an diesem Ort. Im Jahre 2017 wurde der langjährige Flugplatz der Modellfluggruppe Auenstein Opfer des Zwischenlagers für den Aushub des neuen Bözbergtunnels. Dank der Unterstützung des Landbesitzers und des Pächters konnten wir im selben Perimeter etwas näher am Dorf einen neuen Platz erstellen. Im August 2020 mussten wir unsern «neuen» Modellflugplatz aufgrund des schnell fortschreitenden Kiesabbaus des angrenzenden Kieswerks verschieben. Wiederum war es uns gelungen, dank der Unterstützung des Landbesitzers und des Pächters in unmittelbarer Nähe einen weiteren Flugplatz zu erstellen. Dieser Standort führte leider innert Kürze zu diversen Reklamationen. Weiters lag der Platz – wie wir mittlerweile wissen – sehr ungünstig in einem wichtigen Wildtierkorridor. Vom Kanton Aargau wurde ein sofortiges Nutzungsverbot verordnet. Zudem wurden wir aufgefordert, für einen allfälligen neuen Standort bei der Gemeinde ein Baugesuch einzureichen. Sofort haben wir den Kontakt mit den Verantwortlichen des SMV und RMV gesucht, und es fanden erste Besprechungen statt. Die bisher schwierigste Zügelaktion begann. Zusammen mit

Kanton, Gemeinde, Landbesitzer und Pächter wurde eine geeignete Fläche für einen zukünftigen Modellflugplatz gesucht. Betrachtet man die vielen unterschiedlichen Auflagen, Schutzzonen, die gelten den Korridore und nicht zuletzt die Bedürfnisse einer Modellfluggruppe, sind diese nicht einfach unter einen Hut zu bringen. Letztlich gab es zwischen Auenstein und Schinznach nur zwei mögliche Standorte. Da wir seit jeher zum Landbesitzer im Gebiet Elbis sowie dem Pächter ein sehr gutes Verhältnis haben, war es unser Wunsch, den Flugplatz, wenn irgendwie möglich, dort zu belassen. Der dortige Standort liegt jedoch etwas tiefer auf bereits abgebautem Grund und ist im Moment noch umgeben von hohen Kieswänden. Ein Flugbetrieb ist aktuell noch nicht möglich. Deshalb suchten wir nach einer Übergangslösung. Zusammen mit Vertretern des SMV, dem Landbesitzer sowie der Gemeinde und dem Kanton haben wir die Situation vor Ort angeschaut und eine mögliche Übergangslösung gefunden.
Es war ein grosser Moment, als wir bei der Gemeinde Schinznach-Dorf unser zehnsseitiges Baugesuch einreichten. Leider wurden unsere Befürchtungen bestätigt, und es gingen fristgerecht vier Einsprachen ein. Sowohl zwei Privatpersonen als auch die Jagdgesellschaft Schenkenberg und BirdLife Aargau legten ihr Veto ein. Es folgten diverse Gespräche und teilweise auch Besichtigungen vor Ort. Stets mit der Unterstützung der Vertreter des SMV und des Landbesitzers. Mit den beiden Organisationen konnten einvernehmliche Lösungen gefunden werden. Wir haben uns bereit erklärt, einige Vernetzungselemente in der unmittelbaren Nähe des Flugplatzes für die Natur und ihre Bewohner zu erstellen und auch zu pflegen. Unser Flugplatz befindet sich am Rande eines Wildtierkorridors. Wie einleitend erwähnt, wollen wir der Natur nicht schaden, sondern mit Rücksichtnahme unserem Hobby fröhnen.
Der Flugplatz befindet sich nun wieder am ursprünglichen Standort, wie er von 1980 bzw. 1997 bis 2016 ohne jegliche Zwischenfälle betrieben wurde. Da der Standort am Rande, aber innerhalb des Wildtierkorridors liegt, konnte nur eine befristete Bewilligung für die nächsten fünf Jahre ausgestellt werden. Der vorgängig erwähnte definitive Standort ausserhalb des Wildtierkorridors kann frühestens in etwa fünf bis zehn Jahren bezogen werden, je nach Fortschritt des Kiesabbaus. Wir sind froh, dass wir jetzt einen Flugplatz haben und bereits die Aussicht auf eine definitive Lösung, wenn die Zeit dafür gekommen ist.
An dieser Stelle bedanke ich mich von Herzen bei allen Beteiligten für die stets super wertvolle Unterstützung. Besonders hervorheben möchten wir die Unterstützung von Adi Eggenberger (SMV), Martin Bolliger (RMV) sowie Ruedi Amsler (Samuel Amsler AG). Ohne euch hätten wir das nicht geschafft!
Modellfluggruppe Auenstein
André Hostettler

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