Sport

F3B-Saisonauftakt Binningen

von Rudolf Schaub
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Eine Vierergruppe von aktiven Schweizer F3B-Piloten organisiert jeweils einen internationalen F3B-Wettbewerb (gewertet als Worldcup, Eurotour und SM) auf dem Segelflugplatz Binningen in Deutschland nahe der Schweizer Grenze bei Thayngen.


Letztes Jahr mussten wir aufgrund des nassen Bodens nach bisher neun erfolgreich durchgeführten Anlässen immer im August zum ersten Mal absagen. Dieses Mal wollten wir nicht zuletzt wegen sinkender Teilnehmerzahlen den zweitägigen Wettbewerb früh auf 12./13. April festlegen. Der Flugplatz wurde auf einem drainierten sumpfigen Schilfgebiet angelegt und sinkt bei Trockenheit bis zu 10 cm pro Jahr ab und der Grundwasserpegel kommt häufig immer näher an die Oberfläche.

Die Problematik mit den Teilnehmerzahlen ist zum Teil auf die Konkurrenz von F3G (Elektroantrieb, kein Hochstart mit Winden) zurückzuführen.

Da der vorgesehene Wettbewerb 14 Tage später in Hülben (D) von den Kirchheimern abgesagt wurde, profitierten wir mit für uns rekordhohen 44 Piloten stark davon.

Die über zwei Wochen dauernde Trockenperiode, die just am Sonntag endete, half uns sehr, ein schönes Wochenende zu erleben. Am Samstag Sonnenschein und angenehme Temperaturen, am Sonntag wechselnd bewölkt mit einem kurzen Regenunterbruch erlaubten, dank guter Führung durch den Wettbewerbsleiter Kurt Strasser, drei volle Durchgänge und zwei Disziplinen. Dies ergab für jeden Piloten elf Flüge, was wir in all den Jahren noch nie geschafft hatten.

Zum ersten Mal durften wir erfreulicherweise drei Junioren begrüßen; Teo und Hannes Weberschock (D) sowie den erst 13-jährigen Ondra Behensky (CZ), alles Söhne von aktiven F3B-Piloten. Wie auch bei anderen Kategorien leiden wir an Überalterung der Teilnehmer.

Bei den Modellen scheint seit einiger Zeit ein Endzustand in der Evolution eingetreten zu sein.

Rein äußerlich sehen alle Modelle gleich aus, sind aber in der aerodynamischen Auslegung ganz leicht unterschiedlich, vor allem bei der Profilwahl.



Es dominieren Freestyler 6, gefolgt von Precision 2 und Device, wobei Letzteres infolge der kriegerischen Ereignisse in der Ukraine von Vladimir nicht mehr hergestellt werden kann. Der Ersatzteildienst wird aber durch den Entwickler des Modells, Martin Weberschock, sichergestellt.

Erfreulicherweise haben zwei Münchner Piloten während der Coronazeit ein eigenes Modell mit Namen Gadget entwickelt. Das Profil wurde mit Xfoil und Xopfoil erstellt und die Flügelpositivformen CAD-gefräst und das Rumpfpositiv mit einem FDM-3D-Drucker hergestellt. Das Modell ist absolut wettbewerbsfähig, aber nicht käuflich zu erwerben. Die Profile und CAD-Daten werden aber Interessenten zur Verfügung gestellt.

Den Wettbewerb gewann Andreas Herrig (D), der seit beinahe 20 Jahren praktisch immer auf dem Treppchen steht; ausserdem flog er mit 14,07 Sek. den schnellsten Speed. Er setzt auf den von ihm mitentwickelten Freestyler 6.



Auf dem 2. Rang landete Stefan Besmer (D). Er fliegt eine etwas unkonventionelle Kombination: Rumpf Freestyler 5 und Flügel Freestyler 3.

Auf dem 3. Platz haben wir unseren Andreas Böhlen, schon 25 Jahre lang vorne mit dabei.

Am meisten Längen realisierte Hans Rossmann (Oe) mit 29. Für die Schweizer Meisterschaft flogen nur noch sieben Piloten. Diese geringe Zahl zeigt auch, dass eine reine SM ohne internationale Teilnehmer völlig illusorisch ist.

Gewonnen wurde sie von Andreas Böhlen (F3F Swiss Pilots) vor Thomas Kübler (MG Diesenhofen) und Roland Hofmann (MG Mörsburg).




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