Geschichte

Elektronikpraktikum – Styropor-Säge

von Klaus-Dieter Preiss
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Styropor-Säge

In der letzten Zeit wurde in verschiedenen Modellbau-Zeitschriften das Thema «Thermosäge» behandelt. Es wurden zum Teil recht aufwendige Schaltungen zur Steuerung der Wärme des Schneidedrahtes zum Nachbau vorgeschlagen. Dass es aber noch einfacher und preisgünstiger ohne Verzicht auf den Komfort der stufenlosen Regulierung der Wärme geht, soll dieser Bericht zeigen.

In einer Ausgabe der Zeitschrift «Modell» vom Villinger-Verlag wurde der Einfachheit halber der Vorschlag gemacht, mit einem handelsüblichen Dimer den Schneidetrifo zu steuern. Es wird zwar kurz darauf hingewiesen, dass der Dimer für induktive Lasten geeignet sein sollte, aber, wie ich in verschiedenen Diskussionen feststellen konnte, macht man sich darüber keine grossen Gedanken. Mir wurde sogar schon zur Antwort gegeben: dann hänge ich den Schneidedraht eben direkt an den Dimer an.

Warum muss der Dimer für induktive Lasten geeignet sein? Ein Transformator ist eine Induktivität und keine «Glühlampe». Beim Schalten von Induktivitäten treten Schaltspitzen auf, die in der Höhe ihrer Spannung ein Vielfaches der ursprünglichen Spannung sein können, die als Störsignal dann das Netz verunreinigen. Der Dimer schaltet ja den Trafo nicht nur einmal ein, wie wir es mit einem Schalter tun, sondern hundertmal in der Sekunde. Die sogenannten Störspitzen bringen auch den Dimer ausser Takt, und man wundert sich dann, warum es reihenweise Sicherungen «putzt» oder die Schaltung «spinnt».

Als Elektronik-Techniker messe ich dem Personenschutz grosse Bedeutung zu. Aus diesem Grunde rate ich von der Möglichkeit, den Heizdraht direkt mit dem Dimer zu steuern, unbedingt ab. Zur Erinnerung möchte ich darauf hinweisen, dass Spannungen über 50 V lebensgefährlich sind.

Was also machen, um ein gutes und preiswertes Gerät zu bekommen? Kaufhäuser bieten für wenig Geld Autobatterie-Ladegeräte an. Man erhält also preisgünstig ein Gerät, das vom SEV auf Personenschutz geprüft und freigegeben wurde. Was nach dem Trafo passiert, interessiert die zuständigen Stellen nicht mehr. Man hat nun also den Trafo, das Gehäuse, ein Ampere-Meter als Anhaltspunkt für die Schneidedrahtwärme, einen Gleichrichter und auch einen Sicherungsautomaten. Was man jetzt noch braucht, ist eine geeignete Schaltung, die mit der Spannung von ca. 18 Vss auskommt.



P = Potentiometer 5 kOhm, R1 = Widerstand 100 Ohm ¼ W, R2 = Widerstand 22 Ohm ¼ W, C = Kunststofffolienkondensator 0,1 uF 40 V, T = Triac Q 4004 von ECC 4 A/240 V, Typ mit eingebaute Triggerdiode im Thermotap-Gehäuse.

Ladegerät für Umbau: Muss geeignet sein für 12-V-Autobatterie. Ladestrom = 4 A, z. B. Miocar-Ladegerät für Fr. 38.- bei Migros.


Die im Schema angegebene Schaltung arbeitet bis zu einer Trafospannung von 12 V einwandfrei. Sie wird zwischen dem Sekundärausgang und dem Gleichrichter geschaltet. Die Bauteilekosten sind gering und die wenigen Bauteile haben gut Platz auf einem Abfallstück einer Veroboard-Lochrasterplatte. Der Triac wird isoliert direkt auf das Metallgehäuse des ehemaligen Ladegerätes, besser noch auf einen separaten Kühlkörper, geschraubt. Die Vorteile des umgebauten Ladegerätes liegen auf der Hand. Wichtiger als die geringen Kosten, einschliesslich des Ladegerätes, sind die Funktionssicherheit und der Personenschutz. Durch die Sekundärregelung wird einerseits dem Schutz Genüge getan, andererseits aber auch das

Netz nicht mit induktiven Spannungsspitzen verseucht. Bei dieser Regelung ist diese rein ohmsch, das heisst, dass die Schaltspitzen gar nicht erst auftreten.

Wenn das auftretende Brummen stört, kann einen 2200 uF/40-V-Kondensator über die Ausgangsklemmen schalten. Wer sich scheut, die Arbeit für den Umbau vorzunehmen, kann bei mir ein fertiges Gerät für Fr. 85.- beziehen.

Meine Anschrift lautet:

Klaus-Dieter Preiss
Baumgarten 6, 8630 Tann-Rüti

Nun bleibt mir nur noch übrig, allen einen gelungenen Nachbau zu wünschen und eine gute Flug-Saison.

K.-D. Preiss, MFG Hinwil



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