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Rada und Renny, zwei neue RC-Segler

von Hans Schmuki und Sven Egli
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Als ambitionierter F3C-Heli-Pilot hegte ich schon lange den Wunsch nach einem kleinen Elektrosegler zum entspannten Fliegen. So kam ich über einen Vereinskameraden an Fritz Juckers Internetshop www.net-RC.ch, wo auch die beiden Elektrosegler Rada und Renny zu finden sind.


Rada – erster Eindruck stimmt

Der Rumpf aus GFK besitzt eine saubere Oberfläche, die Spitze ist schon abgetrennt. Der Ausschnitt für das Seitenleitwerk ist bereits vorhanden. Höhenruder-Auflage leider etwas wellig, ist aber schon mit Löchern und die Holzdübel mit Gewindebohrung versehen. Die Bowdenzugrohre sind eingeklebt, allerdings habe ich da die 0,8-mm-Stahldrähte vermisst. Auf Anfrage bei Fritz Jucker werden diese aber in Zukunft mitgeliefert. Die Kabinenhaube ist passgenau ausgeschnitten und liegt schön am Rumpf an.

Die Flügel sind eine GFK-D-Box-Konstruktion und werden in der Form gebaut. Die Rippen sind aus CNC-geschnittenem Balsaholz und das Ganze ist mit Oracover-Folie sauber und faltenfrei bespannt. Das eingelegte Kunststoffrohr für die Servo-Kabel ist bereits vorhanden, allerdings mit einem sehr kleinen Durchmesser, der keine grossen Kabelquerschnitten zulässt. Querruder und Wölbklappen sind schon mit Scharnierband sauber angeschlagen. Die Leitwerke sind ebenfalls aus CNC-geschnittenem Balsaholz und mit Oracover sauber und faltenfrei bespannt. Ruder aus GFK mit Scharnierband angeschlagen. In einem kleinen Beutel liegen noch Servoabdeckungen, Motorspant, 5-mm-Flächenverbinder und diverse Schrauben bei.


Zusammenbau

Beim Bau ist das Servobrett selber anzufertigen und wurde in meinem Rada in der hinteren Öffnung der Flügelaufnahme eingeharzt. Damit lässt sich der Schwerpunkt mit meinem 2500-mh-Lipo gut einstellen. Das Einharzen des Seitenruders stellt auch keine Probleme dar, ist doch der Ausschnitt am Rumpf passend. Nur auf eine rechtwinklige Ausrichtung sollte geachtet werden, was aber nicht so einfach ist und nicht vom montierten Höhenleitwerk ausgegangen werden sollte. In meinem Fall war leider die Höhenruderaufnahme nicht parallel mit den Flügelflächen, was sich aber durch Unterlegen des Höhenruders mit einem dünnen Balsa- oder Kartonstreifen gut beheben lässt.

Der Einbau von Motorspant und RC-Anlage bringt keine Probleme mit sich und ist relativ schnell erledigt.



Flugerfahrung

Schwerpunkt nochmals kontrollieren, exakt auf die angegebenen 70 mm einstellen sowie Ruder und Klappen checken: Jetzt konnte dem Erstflug nichts mehr im Wege stehen. Mit sauberem Handstart wird der Rada seinem Element übergeben und steigt kräftig in die Höhe. Sicherheitshöhe erreicht, Motor aus und nach wenigen Klicks getrimmt, beginnt das gutmütige Segeln. Selbst schwache Thermik zeigt er schnell an und kann diese auch wunderbar in Höhe umsetzen. Jeder, der an diesem angenehmen Samstag im Januar auf dem Platz war, wollte gern eine Runde mit dem Rada fliegen. Eine Woche später darf der Rada auch zeigen, was er am Hang vermag. Mit kurzem Motoreinsatz in die Luft gebracht, kann der Rada auch mit wenig Wind an die Sichtgrenze gebracht werden. Mit leichtem Anstechen nimmt er dann zügig Fahrt auf und lässt sich so toll durch Loopings und Rollen steuern. Im Rückenflug muss schon viel Tiefenruder gedrückt werden. Die Butterflystellung geht wunderbar und macht den Rada beim Landen schön langsam.

Kurzum, ein tolles Modell, das viel Spass macht und sich dank des teilbaren Flügels auch super transportieren lässt.



Renny – der Allrounder

Ein handlicher kleiner Segler, welcher überallhin mitgenommen werden kann, stand seit Längerem auf meiner Wunschliste. So fiel meine Wahl auf den Renny von net-RC.ch. Das Gewicht sollte möglichst niedrig sein, um auch bei schwacher Thermik Anschluss zu finden. Mit «unbeschäftigten» Teilen aus meinem Lager sollte der Rumpf ausgestattet werden. Bald musste ich einsehen, dass die vorhandenen Servos und der Aussenläufer-Motor für den filigranen Rumpf viel zu gross waren.

ZDZ-Modelmotor.cz – vielen bekannt als Hersteller von Benzinmotoren für grössere Modelle – stellt nun auch Elektromotoren her. Die gekapselten Aussenläufer haben den grossen Vorteil, dass nichts rotiert und die Kabel rückseitig ausgeführt werden. Die Wahl fiel auf den Typ 200W. Mit seinen 88 Gramm passt er perfekt in die Nase des Renny. Angetrieben vom 3S-LiPo mit 1300 mAh und einer CAM 9,5×5 ergibt sich eine Motor-Laufzeit von 3 Minuten, und bei einem Steigwinkel von über 45 Grad ist eine stattliche Anzahl Steigflüge möglich.

Der ZDZ-Roton-200W-Motor, ebenfalls bei net-RC erhältlich.


Der Einbau

Mit den nun passenden Einbauteilen geht der Bau des Renny zügig voran. Der Motorspannt ist im Rumpf aus GFK bereits eingebaut. Die vier Gewinde für die Flügelbefestigung müssen geschnitten werden. Die Stahldrähte im Rumpf und die Servokabel im Flügel waren bereits eingezogen. Das


Technische Daten
Technische DatenRadaRenny 2M E
Spannweite1800 mm2000 mm
Rumpflänge1010 mm1050 mm
Flügelfläche26,5 dm239,5 dm2
FlügelprofilMH32MH32
Leergewichtca. 430 gca. 450 g
Abfluggewicht960 g800 g
AntriebEP 2217-KV1050ZDZ 200W
ReglerEP33L ECO BECJeti Advance 30
KlappluftschraubeAeronaut 10×8Aeronaut 9,5×5
LiPo3S 2500 mAh3S 1300 mAh
Servos
Höhen + Seitenruder2× EP 13-25132× Futaba S3114
Servos Querruder2× EP 13-25132× Robbe FS40
Servos Wölbklappen2× EP 15-3615MG2× Futaba S3150
EmpfängerFutaba R617FSFutaba R617FS

V-Leitwerk aus Balsaholz ist mit Folie bespannt und kann mit Klebeband fixiert werden. Ich habe es mit 5-Minuten-Epoxly zusammengefügt – sicher ist sicher. Der Flügel ist mit einer stabilen D-Box ausgestattet und der Rippenteil mit Folie bespannt. Für die Ruderanlenkung liegen vier GFK-Ruderhörner zum Einkleben bei und für das V-Leitwerk zwei Kunststoffteile zum Schrauben. Der Flügelverbinder ist aus CFK. Nach der Fertigstellung musste zuerst alles auf die Waage, und ich staunte nicht schlecht, denn das Display zeigte genau 800 g. Bei so viel Fläche müsste das super segeln.


Flugerfahrungen

Mit den angegebenen Einstellungen fliegt der Renny traumhaft und durch die niedrige Flächenbelastung stets im gemütlichen Bereich. So viel wie diesen Winter bin ich schon lange nicht mehr geflogen. Obwohl der Segler so filigran wirkt, konnte ihm auch das Fliegen bei starker Bise nichts anhaben. Selten wurde ein Flug unter einer Stunde beendet, ausser dem Piloten seien fast die Finger abgefroren. Die kleinste Thermik kann ausgenutzt werden. Der Renny macht richtig Spass. Fest steht jetzt schon, in den nächsten Sommerferien ist der Renny dabei. !




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