Nachwuchsförderung im Kleinen gross
Fabian und Sebastian lernen Modellbau und -flug von der Pike auf
Zwei 14-Jährige arbeiten an der CNC-Fräse, bauen Motormodelle aus Holz und sind geschätzte Piloten in der Modellfluggruppe Gauset. All das haben sie in gut einem Jahr geschafft – dank der Unterstützung von Bruno Eberle, im Modellflugverband Nordwest zuständig für Nachwuchsförderung.
Viele Modellfluggruppen haben Nachwuchsprobleme. Es gebe zu wenig Junge, die sich für das Hobby interessieren. Auch die Wettbewerbsszene könnte regelmässige Blutauffrischung vertragen. Die alternativen Freizeitmöglichkeiten seien zu vielfältig und zu attraktiv für Jugendliche, stellen die Vereine – häufig dominiert von
älteren und mittelalterlichen Herren – immer wieder etwas entmutigt fest. Viele Gruppen bemühen sich mit Projekten und Aktionen um die Gunst von jungen Leuten. Auch die Verbände sind nicht untätig, doch überall bleibt der Erfolg in der Regel bescheiden.
Der grosse Zulauf zu unserem schönen Hobby kann also nicht
einfach im Grossen orchestriert werden. Im Kleinen hingegen gibt es immer wieder ermutigende Beispiele, die nachhaltigen Erfolg versprechen. So baut Bruno Eberle regelmässig mit zwei Jugendlichen aus seinem Quartier bemerkenswerte Modelle in seinem Bastelkeller. Wie ein Augenschein ergibt, ist jenes dort Mo-
dellbau von der Pike auf. Bruno konstruiert seine Modelle schon lange auf einem CAD-System

selbst und stellt die Bauteile mit einer CNC-Fräse her. Anschliessend ist klassischer Modellbau angesagt: Rippen, Spanten, Beplankung, Weissleim, Bespannung etc. Seit mehr als einem Jahr sind Sebastian und Fabian regelmässig dabei. Die beiden 14-jährigen Schüler aus der Nachbarschaft sind vom Modellbau- und Modellflugvirus infiziert. Sie wenden viele Stunden für den Bau ihrer Modelle auf, die sie an schönen Samstagen auf dem Gelände der Modellfluggruppe Gauset fliegen. Im Sommer werden die beiden gemeinsam am ProAero-Jugendlager in S-chanf teilnehmen.
Sebastian arbeitet derzeit an einer neuen Foxy, eine Eigenkonstruktion von Bruno Eberle, weil seine alte verunglückt ist. Er ist schon etwas länger dabei als sein Kollege Fabian. Bruno stellt ihn als «Chefdesigner» vor, ist also für die grafische Gestaltung der Modelle zu-
ständig. Der junge Mann kann aber nach eineinhalb Jahren regelmässiger Mitarbeit weit mehr. Er hilft bei den Konstruktionen mit und kann auch die CNC-Fräse einrichten und bedienen. Der Bau gelingt ihm schon ganz sauber, auch wenn natürlich hier und da Brunos Unterstützung unerlässlich ist. Neben dem Foxy-Ersatz beansprucht und fasziniert ihn derzeit eine Mustang als Hauptprojekt.
Fabian zeigt stolz eine Katana, ebenfalls eine Eberle-Konstruktion, an der er mitgebaut hat. Sein aktuelles Projekt ist eine Spitfire. Obwohl der Holzbau von Flugmodellen eine langwierige Sache ist, macht es Fabian Spass, wie er versichert. Einzig die Beplankung des Rumpfes sei etwas mühsam gewesen. Fabian kann einfache Anpassungen am CAD vornehmen und zur Abwechslung wirft er am Simulator im Bastelkeller schon mal den Simulator an, um ein Akro-

programm einzuüben. Sein Geschick ist dabei nicht zu übersehen. Das kann Bruno bestätigen: «Der fliegt mir bereits um die Ohren.»


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