Jugend und Modellflug
Jedes Jahr gelangen unzählige Flugmodellbaukurse zur Durchführung. Erfasst werden Schüler im Alter von 12 bis 16 Jahren. Organisiert werden diese Kurse zur Hauptsache von den Schulämtern, durchgeführt von der Lehrerschaft.

Im Vordergrund steht die handwerkliche und erzieherische Förderung der Jugendlichen. Leider ist es Tatsache, dass bei ungeübten Vorgesetzten die Werke in der kurzen Zeitspanne (meist 1 Woche) nicht vollendet werden. Durch diesen Umstand wird dem Teilnehmer der Höhepunkt, nämlich das Modell im Fluge zu erleben, vorenthalten. Durch dieses unkoordinierte Bauprogramm schwindet das Interesse logischerweise. Die rückläufigen Teilnehmerzahlen bestätigen dies. Die Aussagen von ehemaligen Kursteilnehmern zeigen da «lustige» Beispiele. So wurde in einem

Auch die Einzelbetreuung darf an Baukursen niemals zu kurz kommen.
Kurs während des ganzen ersten Tages der Bauplan mit Wasserfarbe angemalt. Das Endresultat waren halbfertige Modelle. Auch die Auswahl der Baukasten bedarf einer Ueberprüfung. Jeder Modellbauer weiss aus eigener Erfahrung, wie schnell seine Modelle dem neuesten Stand nicht mehr entsprechen.
Wie stünde es mit einer Zusammenarbeit AeCS—Schulämter? Meines Wissens wurde einmal ein Versuch in dieser Richtung unternommen. Es ist eine wichtige Sache, die am Modellflug interessierten Schüler zu erfassen. Eine von mir durchgeführte Befragung ergab, dass bereits 85% der 14-jährigen einem Verein beigetreten sind. Die dafür aufzuwendende Zeit beträgt in der Regel 2—6 Stunden pro Woche. In erster Linie steht sportliche Betätigung, gefolgt von Musik. Weitere Freizeitbeschäftigungen sind: Schwimmen, Skifahren, Wandern, Briefmarken sammeln etc. etc. Als stumpfsinnige, aber sehr verbreitete Freizeitbeschäftigung finde ich Mopedfahren und Vandalen-Streifzüge.
An dieser letzten Entwicklung können wir die Jugendlichen nicht allein verantwortlich machen. Diese Entwicklungstendenzen gehen uns insofern etwas an, weil auch wir für unseren modellfliegerischen Nachwuchs sorgen müssen. Gerade in der richtigen Erfassung der Jugendlichen sehe ich eine grosse Lücke, die zu schliessen sich jeder Einzelne selber Gedanken machen sollte.
Sie wissen ja, welche Aufgaben den Modellfluggruppen zufallen. Sind sich alle Obmänner ihrer Aufgabe bewusst? Sorgen sie für den Nachwuchs? Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass Jugendmitglieder sogar zum Teil abgewiesen werden.

Werkräume in Schulhäusern eignen sich gut, wenn sich das Problem des Einschliessens der Modelle lösen lässt.
Andererseits gehört Anerkennung denjenigen, die den Nachwuchs als primäre Aufgabe sehen.

Das Einfliegen und Starten der Modelle will geübt sein.
Im Weiteren befragte ich die Jungen ob sie schon etwas über den Aero-Club, und deren Organisation gehört oder gelesen haben. Bis auf einen konnte keiner auf die gestellte Frage antworten. Dass der fliegerische Nachwuchs dem AeCS obliegt, wusste ebenfalls nur einer (der gleiche). Zu stark ins Detail ging ich mit der Frage: Welche Modellkategorien kennst du? Immerhin, die meisten wussten, dass es ferngesteuerte Flugmodelle gibt.
In den von mir geführten Kursen war es eine richtige Freude, die Bauintensität der Jungen zu beobachten. Auf Exaktheiten sollte beim ersten Modell nicht zu stark herumgeritten werden. Die Schüler begreifen von selbst, dass die Flugleistungen des zweiten Modells bei sauberer Bauweise steigen.
Im Gelände möchte jeder sein Modell zuerst zum Fliegen bringen. Hier hilft eine vorangegangene gründliche theoretische Einführung z. B. an der Wandtafel. Persönliche Hilfe beim Einfliegen gehört ebenfalls dazu.
Fast alle Schüler würden an einem Flugmodellbaukurs in einer Freizeitanlage gegen Bezahlung (1 Wochenabend) teilnehmen.
Was dann folgen sollte, wäre ein Jugendwettbewerb im grösseren Rahmen mit Werbung für den AeCS.
Stadt Zürich: 1972
641 Schüler in 46 Kursen der Stufen I bis IV.
Reihenfolge der Modelle: Cesi, Piccolo, Libelle, Möve.
Anfängerwettbewerb Lostorf 1972
89 Teilnehmer, Buben und Mädchen
(Nach vorangegangenen Kursen)
Stadt Zürich: 1974
581 Schüler in 41 Kursen
(Wochenkurse in den Herbstferien)

Für Anfänger muss das Gelände besonders sorgfältig ausgewählt werden.
Durchhalten lohnt sich immer.

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