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Die Baumkletterer – Hilfe für leidgeprüfte Modellpiloten

von Roland Schlumpf
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Wer kennt das nicht: Ein schöner Spätsommernachmittag, konstante Thermik, angenehme Gesellschaft von gleichgesinnten Modellpiloten – was gibt es Besseres? Doch plötzlich will das Modell nicht mehr so wie der Pilot. In diesem Fall Peter Rahtgeb von der Modellfluggruppe Liestal. Unweit von der Vereinspiste und dem Vereinshaus auf der Sichern kracht der stattliche Segler in den Wald.

Wenigstens brauchten Peter und seine Kollegen nicht lange zu suchen, denn das eigenwillige Modell hatte sich eine Tanne gleich am Wegrand ausgesucht und war leicht zu finden. Zudem lagen der Leitwerksträger und einige Kleinteile auf dem Weg. Doch das vordere Rumpfteil mit den beiden Tragflächen hing ziemlich weit oben im Baum. Und dort konnte es auf keinen Fall bleiben, weil es bei einem Windstoss irgendwann doch herunterfallen könnte, was für die Spaziergänger gefährlich wäre, und weil wir angehalten sind, in der Natur keinen Müll zurückzulassen.



Doch auch für sportliche Modellpiloten war da nichts zu machen, denn es waren wohl gegen 20 Meter vom Waldweg bis hinauf zu den Überresten des Modells. Dafür braucht es Spezialisten. Im Baselbiet sind dies die Baumpfleger der Firma vita arborea in Nusshof. Anruf genügt und sie kommen. In diesem Fall am nächsten Morgen nach dem Absturztag um 8.00 Uhr.

Zum Ortstermin auf der Sich-tern fanden sich vita-arborea-Chef Martin Müller mit zwei seiner Angestellten sowie Unglückspilot Peter und einige Kiebitze aus der Modellflug-szene ein. Jonathan, ein kleiner, drahtiger Typ, übernahm es, die Tanne hochzuklettern. Mit professioneller Ausrüs-tung, gut gesichert und viel Ge-schick kraxelte er behende den Stamm hoch. Oben befreite er

das Modell aus dem Geäst und liess es an einem dünnen Seil sachte auf den Waldboden run-ter. Was schon vorher klar war, bestätigte sich: Da ist nichts mehr zu machen. Das Modell hatte seinen letzten Flug be-reits hinter sich.

Jonathan war ebenso flink wie-der unter wie vorher oben. Ei-ne Viertelstunde und alles war vorbei. Die Laien staunten, ei-ne Routineangelegenheit für

die Baumspezialisten. Schliess-lich holen sie pro Saison rund zehn Modelle von Baselbieter Bäumen. Doch davon könne sein Betrieb nicht leben, stellte Martin Müller schmunzelnd fest, bevor sich die drei auf den Weg zur «richtigen» Kund-schaft machten.




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