SMV / FSAM

Internationales Engagement des Schweizerischen Modellflugverbandes

von Jürgen Lefevere
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Seit 2017 hat der SMV seine internationale Arbeit ausgebaut. Grund dafür ist, dass im Jahr 2018 die Zuständigkeit für die Regulierung unbemannter Luftfahrzeuge mit einem Gewicht von weniger als 150 kg von den Mitgliedstaaten auf die Europäische Union (EU) übertragen wurde. Dies hat zum vollständigen Ersatz der bestehenden Vorschriften für unseren Sport geführt. Diese Entscheidung, und vor allem auch die Entscheidung der Schweiz, sich den neuen EU-Vorschriften anzuschliessen, hatte erhebliche Auswirkungen auf die Arbeit der nationalen Modellflugsportverbände. Die neue Realität erforderte eine Ausweitung unserer Arbeit auf europäische Ebene, um sicherzustellen, dass unsere Stimme gehört wird. Es erforderte auch grosse Anstrengungen auf nationaler Ebene, um sicherzustellen, dass die auf EU-Ebene erreichten Ausnahmeregelungen voll ausgeschöpft wurden, damit wir weiterhin ohne grössere neue Einschränkungen fliegen können.

Die EU und auch die nationalen Entscheidungsträger zeigten sich vor allem am Anfang sehr ignorant bezüglich der Bedürfnisse des Modellflugs. Um unsere Ansichten einzubringen, war eine konzertierte Aktion einer breiten Palette von Organisationen, Verbänden und Einzelpersonen in Europa und der Schweiz erforderlich. Die Ergebnisse konnten nur durch eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen den Modellflugverbänden in Europa sowie durch die Zusammenarbeit mit unseren Kollegen aus anderen Bereichen der allgemeinen Luftfahrt erzielt werden. In der Schweiz wurde diese Arbeit vom internationalen Team des SMV und seinen Regionalverbänden zusammen mit Kollegen des AeCS geleistet. Auf internationaler Ebene arbeiteten wir eng mit internationalen Verbänden und Kollegen aus den Nachbarländern zusammen, darunter die European Model Flying Union (EMFU), der Deutsche Modellfliegerverband (DMFV), Europe Air Sports und die World Air Sports Fédération (FAI).



Modellsegelflug am Hang – auch nicht grenzenlos...

Die letzten Jahre haben gezeigt, wie wichtig es ist, sich frühzeitig in Entscheidungsprozesse auf europäischer und nationaler Ebene einzubringen – bevor Meinungen festgelegt und Vorschläge formell veröffentlicht werden. Obwohl wir das Modellfliegen meistens erfolgreich verteidigen konnten und es ermöglicht haben, weiterhin ohne grössere neue Einschränkungen zu fliegen, müssen wir weiterhin am Ball bleiben.

Bei unserer weiteren Arbeit stehen wir unter anderem vor folgenden Herausforderungen: U-Space und elektronische Sichtbarkeit: Die Behörden in der Schweiz und der EU sind bestrebt, die Entwicklung der Drohnentechnologie durch die Einrichtung von Drohnen-Einsatzgebieten (U-Space-Gebiete) mit zentralisiertem und automatisiertem Verkehrsmanagement und obligatorischer elektronischer Sichtbarkeit zu fördern.

Es ist uns gelungen, unseren Sport von allen U-Space- und elektronischen Sichtbarkeitsanforderungen auszunehmen. Die nationalen Behörden haben nun damit begonnen, erste U-Space-Gebiete auszuweisen, von denen einige jedoch mit Gebieten, in denen wir fliegen, überlappen. Ausserdem steigt der Druck auf alle Luftraumnutzer, elektronisch sichtbar zu sein.

Drohnen und Sicherheit: Drohnen sind auf der gesamten Welt zu einem wichtigen Instrument (und einer wirksamen Waffe in Konflikten) geworden. Gleichzeitig sind die politischen Entscheidungsträger zunehmend besorgt über die sicherheitspolitischen Auswirkungen von Drohnen. Anfang 2023 hat die EU eine öffentliche Konsultation zu den Sicherheitsaspekten von Drohnen eingeleitet. Neue Initiativen in diesem Bereich – auf nationaler und EU-Ebene – sind zu erwarten und könnten auch unseren Sport betreffen.

Überarbeitung und Weiterentwicklung der aktuellen EU-Vorschriften: Die aktuellen EU-Vorschriften für unbemannte Luftfahrzeuge stammen aus dem Jahr 2019. Die EU hat mit der Überprüfung dieser Vorschriften begonnen und wird voraussichtlich in den nächsten Jahren Vorschläge für deren Überarbeitung vorlegen. Zusätzlich zu den vorgängig genannten konkreten Herausforderungen werden die jüngsten EU-Wahlen und das daraus resultierende neue EU-Parlament sowie die Ernennung einer neuen EU-Exekutive im Laufe dieses Jahres neue politische Agenden und Prioritäten mit sich bringen, die sich auf unseren Sport auswirken können.

Bei den meisten dieser Themen wird die Arbeit des AeCS weiterhin eine wichtige Rolle spielen und uns bei den notwendigen Kontakten und Beiträgen unterstützen. Die Vergangenheit hat jedoch gezeigt, wie wertvoll und notwendig das spezifische Fachwissen und die eigenen Beiträge des SMV sind. Um die Arbeit des SMV zu unterstützen, werden wir die Zusammenarbeit und die Bündnisse mit Verbänden in anderen europäischen Ländern (einschliesslich bilateraler Beziehungen zu Verbänden von Nachbarländern) weiter stärken und die Arbeit unserer europäischen und internationalen Vertreter (EMFU, Europe Air Sports und FAI) unterstützen. Darüber hinaus werden wir unseren regelmässigen Austausch und unsere Kontakte mit europäischen und schweizerischen Entscheidungsträgern fortsetzen. Entscheidend ist, dass wir unsere Mitglieder über alle Änderungen der Regeln und Anforderungen auf dem Laufenden halten. Ein weiterer Mehrwert für unsere Mitglieder besteht darin, Piloten, die in anderen europäischen Ländern fliegen möchten, zu unterstützen. Dies, indem wir ihnen Informationen zur Verfügung stellen, aber beispielsweise auch den Zugang für Gastpiloten durch unsere Zusammenarbeit mit Verbänden in Nachbarländern erleichtern.

Unsere Arbeit ist dann am erfolgreichsten, wenn sie von unseren Mitgliedern nicht bemerkt wird (wenn sie weiterhin so fliegen können wie bisher). Mit der Unterstützung unserer Mitglieder werden wir auch weiterhin unser Bestes geben, damit dies so bleibt.


Über Jürgen Lefevere

Jürgen hat 2014 das Bauen und Fliegen von Modellflugzeugen wiederentdeckt und sich bald auf Grosssegler konzentriert. Er wurde in die aktive Gruppe der Segelflugzeugbauer und -piloten der Modellfluggruppe Erlenbach-Herliberg aufgenommen, in welcher er heute Vizepräsident ist. Jürgen konstruiert und baut seine Segelflugzeuge am liebsten selbst, zusammen mit Kollegen aus seinem Verein. Die Arbeit an seinen neuesten Projekten kann auf seinem Blog (modellflug.lefevere.eu) verfolgt werden.



Wunderbare Moswey der MG Erlenbach-Herliberg.

Neben seiner Beratungstätigkeit für den SMV ist Jürgen Mitglied des Vorstands der European Model Flying Union (EMFU) und EMFU-Vertreter bei Europe Air Sports. Ausserdem unterstützt er regelmässig Verbände in ganz Europa bei EU-Rechtsfragen. Bei dieser Arbeit profitiert Jürgen von seinem Hintergrund als EU-Rechtsexperte und -Verhandlungsführer sowie von seiner Tätigkeit für die EU-Kommission als Berater und Beamter zwischen 1998 und 2014.



Jürgen Lefevere mit einer JS3.

gen auf dem Laufenden halten. Ein weiterer Mehrwert für unsere Mitglieder besteht darin, Piloten, die in anderen europäischen Ländern fliegen möchten, zu unterstützen. Dies, indem wir ihnen Informationen zur Verfügung stellen, aber beispielsweise auch den Zugang für Gastpiloten durch unsere Zusammenarbeit mit Verbänden in Nachbarländern erleichtern.

Unsere Arbeit ist dann am erfolgreichsten, wenn sie von unseren Mitgliedern nicht bemerkt wird (wenn sie weiterhin so fliegen können wie bisher). Mit der Unterstützung unserer Mitglieder werden wir auch weiterhin unser Bestes geben, damit dies so bleibt.

*SMV Internationales,
Jürgen Lefevere*

**Reportage en français:**
<https://www.modellflug.ch/FR/home>



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