Titelstory

Vultee XP-81: «Weder Fisch noch Vogel» / Vultee XP-81: ni poisson, ni oiseau

von Herbert Mittermayr
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Was tun, wenn nach einem etwas unglücklichen Flug ein intakter Impeller übrigbleibt und dazu noch ein grösserer Elektromotor vorhanden ist?


Ich erinnere mich an ein Projekt, welches ich schon immer im Kopf hatte, nämlich die Consolidated-Vultee XP-81, oder Convair XP-81.

Überlegungen zu einem Modell wurden angestellt und heraus kam eine Grösse von ca. 1:7 zum Original.


Elektro-Power mit Mischantrieb

Es stand von Haus aus fest, dass der Antrieb im Vordergrund steht und nicht das letzte Schraubchen, jede Niete oder so.


Erst mal etwas Geschichte zum Original

1943 gab es in den USA die Ausschreibung eines Begleitjägers für die B-29. Gefordert waren hohe Geschwindigkeit und Dienstgipfelhöhe. Erreicht werden sollte dies durch die Verwendung eines Turboprop-Triebwerkes vorne und eines Düsentriebwerkes im Heck. Diese Ausschreibung gewann die Consolidated-Vultee Aircraft Corporation.

Beim Erstflug im Februar 1945 sorgte vorne noch ein RR-Merlin-Motor für den Vorschub.

Im Dezember 1945 stand aber das TG-100-Triebwerk zur Verfügung, mit welchem dann die weitere Flugerprobung durchgeführt wurde. Überzeugen konnte das Projekt nicht und wurde deshalb 1947 eingestellt.


Zum Modell, welches in Holzbauweise erstellt werden sollte

DevWing und DevFuse leisteten mir stets gute Dienste und so wurde das Modell auch wieder damit konstruiert. Nun aber zum Wichtigsten des ganzen Projektes – der Motorisierung. Zur Verfügung standen ein Joker 6365 mit 280 kV, ein etwas überdimensionierter Turnigy mit 190 kV und ein JetFan-90-mm-Impeller. Der Turnigy schied wegen seines Gewichts aus. Das wäre sich bei der langen Nase mit dem SP nicht ausgegangen. Ein weiterer Aspekt kam zusätzlich zum Tragen – es sollte unbedingt ein 4-Blatt-Propeller sein. Nach dem Austausch mit einem Kollegen aus dem Forum stand dann fest, dass der Joker-Motor einen Ramoser-4-Blatt-Verstell-Propeller mit 17,9×14 Zoll drehen konnte.

Dies konnte er an 6s und bei ca. 90 A. Das ist zwar ein bisschen grenzwertig, aber man fliegt ja nicht dauernd Vollgas. Auch der Impeller läuft an 6s.

Im Nachhinein hat sich diese Motorisierung als goldrichtig für das Modell herausgestellt und der Mix aus Propeller- und Impeller-Geräusch ist einem Turboprop sehr ähnlich.


Bau des Modells, d.h. Laubsäge aufwärmen, und los geht's!

Beim Rumpf gehe ich immer so vor, dass ich mir die einzelnen Spanten ausdrücke und manuell mit Füsschen versehe. DevFuse zeichnet hier dazu die XY-Koordinaten.

Dann wird das Papier aufs Holz geklebt und gesägt. Auf einem Brett werden die Abstände der Spanten angezeichnet, mit 2×2-cm-Leisten wird die Halterung für die Spanten auf das Brett geschraubt. Danach werden die Spanten mit kleinen Zwingen befestigt.

Das Brett hat dann auch den Vorteil, dass man flexibel ist. So kann der Rumpf auch mal zum Trocknen im Wohnzimmer zum Ofen gestellt werden.

Das fertige Rumpfgerüst auf dem Brett kann ich dann einstweilen zur Seite stellen.

Flächen-, Seiten- und Höhenruderbau waren angesagt. DevWing zeichnet bei den Rippen Füsschen dazu. Also wieder aufkleben, sägen, sägen...

Das Höhenruder wurde abnehmbar gestaltet und auch die Flächen wurden geteilt. →


Als Einziehfahrwerk wurde ein Electron 40 mit 85°-Ausfahrwinkel bei den Flächen eingebaut. Bugfahrwerk mit 90°-Ausfahrwinkel.

Die Flächen bekamen Landeklappen und die Querruder wurden in Hohlkehlen gelagert.

Der Impeller im hinteren Bereich des Rumpfes ist durch einen Deckel zugänglich. Die Luft bekommt er durch die zwei Hutzen oben am Rumpf und durch den Ausschnitt am Bugfahrwerk.

Nachdem alles fertig war, wurde die Holzoberfläche gespachtelt, geschliffen, mit Porenfüller behandelt und mit Spannpapier bezogen und dreimal mit Spannlack gestrichen.

Dann wurde noch eine Kabinenhaube gezogen, das Cockpit ein bisschen gestaltet und ein Spinner für die Luftschraube gesucht. Natürlich gab es da nichts Fertiges, so wurden dann bei einem passenden Spinner die Ausnehmungen für die vier Blätter herausgetrennt. Auch musste die Motorhaube vorne im Durchmesser noch angepasst werden.


Erstflug

So gesehen, war das Modell dann mal fertig für den Erstflug.

Dieser war eher unspektakulär, lediglich eine etwas unsauber eingestellte Klappe sorgte für etwas Linkszug. →


Farbgebung

Nächster Schritt – die Farbgebung. Die beiden Originale waren in Silber- bzw. Aluoptik.

Da hatte ich Angst, dass bei der Lackierung in Silber die Oberfläche doch nicht so schön aussehen könnte, also sollte etwas zusätzliche Farbe ins Spiel kommen.

Vorbild waren dafür die frühen P-80 oder F-86. Zuerst musste aber die Oberfläche des Modells noch etwas behandelt werden.

Da liess ich mir im Plotterstudio diverse Panellines, Nieten und Deckel plotten, welche dann mit Transferfolie auf das Modell übertragen und aufgerubbelt wurden. Wenn der Untergrund schön glatt ist, funktioniert das recht gut.

Danach kaufte ich ein paar Dosen-Silber-Felgen-Spray, und los ging's ans Werk! Zusätzlich noch etwas Rot und Blau, weisse und blaue Sterne, Hoheitsabzeichen und Beschriftung. Nun steht sie da, die fertige XP-81.


Fazit

Der Aufwand hat sich gelohnt – ein gutmütig fliegendes, nicht alltägliches Modell, welches Aufsehen erregt.


Technische Daten:
Massstab:ca. 1:7
Spannweite:223 cm
Länge:193 cm
Gewicht:ca. 11 kg, noch nicht genau gewogen.
Antrieb:Joker 6360 V3 mit 280 kV an 6s 5500 Red Power
Propeller:Ramoser-Verstell-Propeller 4 Blatt 17,9×14 Zoll
Impeller:Jetfan 90 mit Motor HET 700 68 1900 kV? An 6s 5500 RedPower



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