Motorkritik: Testors Mc Coy mit Rotomatic Starter
Manchem Modellflieger dürfte dieser bekannte 0,8 cm3-Glühzünder mit Rücken- sowie wahlweise Seitenbefestigung aus der Tennessee Avenue in Los Angeles unter der Bezeichnung Wen Mac geläufiger sein. Beide Motoren ähneln sich nämlich wie ein Ei dem anderen. Lediglich der abnehmbare, angeflanschte 15 cm3-Tank des Mc Coy und sonst nichts, bedingt den Namensunterschied. Alle Ersatzteile des Importeurs Schuco-Hegi, Nürnberg, passen für beide Versionen.
Konstruktiv handelt es sich beim vorliegenden Testling um den beliebten Glühzündertyp mit kurbelwellengesteuerten Fronteinlass ohne Flatterventil oder sonstigen diffizilen Absperrerelementen.
Die Platinglühkerze ist gleichzeitig als Leichtmetallzylinderkopf mit Quetscheffekt für saubere, kontinuierliche Verbrennung ausgebildet. Zudem verraten die beiden Überströmkanäle (Gegenstromverfahren) und die Zylindergarnitur mit probater Oberflächenveredlung nebst Kugelpleuel den Motor von Weltniveau. Für einen 0,8 cm3-Glühzünder weist die Kurbelwelle des Mc Coy ungewöhnlich starke Dimensionierung auf, woraus in Verbindung mit dem soliden Gusskurbelgehäuse u.a. die bekannte Langlebigkeit zu resultieren scheint.
Bei derartigem Aufwand nahezu antikiert, wirkt der einfache Vergaser ohne jegliches Raffinement mit durchgehenden Düsenstock. Mit ihrer hakeligen Feder wertet die an sich leichtgängige, flexible Düsenadel trotz fingerschonender Schrägstellung das reichlich primitive «Gaswerk» nicht auf. Indessen, der Mc Coy läuft exzellent und lässt sich bei angenehm satten Ton (wie ein dicker Brummer mit Schalldämpfer)

überraschend präzis regulieren! Hier wirkt sich zusätzlich zur Schwungscheibe der Kurbelwelle, die Masse der automatischen Mitnehmerscheibe des Rotomatic-Starters, betreffend die Wuchtung sowohl statisch als insbesondere auch dynamisch offenbar günstig aus. Das Federhaus des Starters aus gedrücktem Stahlblech ist mittels Nieten mit dem Kurbelgehäuse verbunden. Die uhrfederähnliche Starterfeder, die selbstverständlich nicht in die Luftschraube eingehängt werden muss, platzt seltsamerweise durch die notgedrungene Spritberührung (Alkohol) nicht. (Gewöhnliche Uhrfedern reißen bekanntlich schon bei einem Hauch von Spiritus).
Durch die spezielle Bauweise des Rotomatic-Starters besitzt der Mc Coy neben der üblichen Zuglagerung eine echte Drucklagerung! Der bullige, kaum umzubringende, je nach verwendeten Sprit und Latte 0,08 bis 0,1 PS leistende 049-iger ist somit für Deltas, Heckmotor- und Sonderkonstruktionen geradezu prädestiniert.
Die Laufzeit mit einer Füllung des leicht demontierbaren, angeflanschten 15 cm3-Tank beträgt rund 5 Minuten. Währenddessen schleppt der Mc Coy auch grössere RC-Segler auf beachtliche Höhe. Das Gesamtgewicht des kräftigen Motors dotiert einschliesslich Tank und den ebenfalls mit zum Lieferumfang gehörenden 6 × 4" Zweiblattpropeller mit nur 75 g. Überzeugende Leistung, selbst unter extremen Witterungsbedingungen erzielt der eigentlich klaglos allesfressende Mc Coy, garantiert mit Original Testors X 99 Sprit.
Übrigens: das Angenehmste mit an diesem narrensicheren Grosserien-Glühzünder ist neben allen anderen positiven Eigenschaften der günstige Anschaffungspreis, der gottlob auch für Ersatzteile, wie beispielsweise den Glühkopf gilt, welcher wegen der exakten Passung nicht mal einen Dichtungsring benötigt!
Und das, so sollte man meinen, sei allein Grund genug, um auch Skeptiker von der Serienreife und der Qualität des Mc Coy zu überzeugen.

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