Geschichte

Sommerpause

von Emil Ch. Giezendanner
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Liebe Leserin, lieber Leser

Den Sommer über treten für mich die Verbandsangelegenheiten in den Hintergrund. Wo immer möglich, werden Sitzungen auf das depressive Wintersemester gelegt, die Administration in geheimnisvollen Papierhaufen konzentriert und die Pinwand kreativ mit Pendenzenzetteln dekoriert. Ganz ähnlich wie in der Paläontologie liegen wichtige Blätter in verschiedenen Schichten übereinander und geben so Aufschluss über Alter und Herkunft. Wer ein allzu schlechtes Gewissen haben sollte, kann so einmal die älteste Schicht ergreifen, um festzustellen, dass sich inzwischen alles erledigt hat. Die Sommerpause verschont uns auch vor der unendlichen Verbandsgeschichte, in der laufend das Rad neu erfunden wird. Das Modellfliegen rückt wieder ins Zentrum, und anstelle hitziger Diskussionen über Statuten und Formulare tritt am Abend ein Glas kühler Rosé – oder auch zwei ... Und jedermann denkt kaum je an Verbände. Irgendwo im Hinterkopf haben wir zwar – sicher ist das auch eine Alterserscheinung oder sonst eine Deformation – so etwas wie einen Spielverderber, der uns schadenfroh meldet, dass es halt doch nicht ohne eine Organisation gehe; he! he! he! Du brauchst vielleicht eine Sportlizenz, ganz bestimmt eine Versicherung. Du hast Probleme mit eurem Flugplatz oder möchtest wissen, was am kommenden Wochenende modellfliegerisch im Tessin los ist, da Du zufälligerweise dann dort sein wirst usw. Im jungen Modellflugverband stehen auch sonst in nächster Zeit wichtige Entscheidungen an: z.B. bezüglich Verbandsinformation. Wollen wir die Verbandszeitung des AeCS nach den Vorstellungen des Zentralvorstandes zweimal bezahlen: einmal für 24 Franken so wie jetzt und ein zweites Mal, damit sie auch Modellflug enthält, z.B. mit einem eingehefteten Modellflugteil mit zusätzlichen Abo-Gebühren? Für uns alle ist klar, im Informationsbereich muss etwas geschehen. Ob in der Aero-Revue, auf Bierdeckeln oder sonstigem Papier müssen unsere Mitglieder direkter informiert werden. Das ist viel Arbeit. Nichts lässt sich irgendwo drucken, wenn es nicht zuerst geschrieben ist, jedes Wort und jeder Satz. Die Information nur über den Gruppenobmann laufen zu lassen, genügt heute nicht mehr, und das nicht nur in der Sommerpause. Anderseits lässt sich mit reinem Verbandskram keine Zeitschrift machen – oder zumindest keine, die gelesen wird, und Information in Deutschland einzukaufen, ist zwar kein Problem, aber viel einfacher direkt über dortige Zeitschriften zu importieren. Reden wir im Herbst zuerst über den Inhalt und dann über die Verpackung. Ich wünsche Euch allen eine schöne Sommerflugzeit und viele gute Ideen.

Mit freundlichen Grüssen

Emil Ch. Giezendanner



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