Heisser Wettkampf im kühlen Nieselregen
Nach einem Jahr Pause ist am letzten Oktoberwochenende zum dritten Mal die Fribourg's Trophy ausgerichtet worden. 20 F3J-Piloten fanden sich im Weiler Jetschwil bei Düdingen ein, darunter auch welche aus Deutschland, Frankreich und Italien.
Die Trophy wurde zwar als internationaler Wettbewerb ausgeschrieben, einer der wenigen in ganz Europa dieses Jahr. Anders als in den vergangenen Ausgaben zählte sie jedoch nicht zum Weltcup und zur Contest Eurotour. Seit Beginn der Corona-Krise hat es im F3J, wie in allen anderen Modellflugkategorien, kaum mehr Wettkämpfe gegeben.
Ansporn genug für Organisator Markus Schneuwly. «Jetzt erst recht den Kopf nicht in den Sand stecken», sagte er sich und ging das Risiko ein, einen Wettbewerb auf die Beine zu stellen. Allerdings konnte der Event nur kurzfristig und erst im Spätherbst angesetzt werden. Möglich war es auch nur durch die tatkräftige Hilfe der Mitglieder des Modèles Réduits Groupement Fribourg.
Ein Grund waren die vielen offenen Fragen rund um Corona, der andere das wochenlange Regenwetter im Frühling und Sommer. Letzteres führte zum Beispiel dazu, dass der Landwirt, der das Gelände zur Verfügung stellte, bis drei Wochen vor dem Anlass nicht wusste, ob die Wiese am Wettbewerbsdatum überhaupt gemäht sein wird.
Petrus zeigte sich einigermassen gnädig. Trotz zeitweiliger Niederschläge kam jeder Pilot über die beiden Tage auf insgesamt mindestens elf Wertungsflüge. Wie für Herbsttage erwartet, war die Thermik allerdings schwach und spärlich. Die Piloten mussten also beim Start eine möglichst grosse Höhe herausholen. Auch galt es, keine Landepunkte zu verschenken.
Wenig Neues gibt es von den eingesetzten Modellen zu berichten. Maxa, Pike und Explorer in verschiedenen Versionen

sind nach wie vor die Wahl vieler Piloten. Einzige Neuheit war der Prestige 2PK von Samba Model.
Zum ersten Mal wurde mit einer kürzeren Distanz von 130 Metern von der Winde bis zur Umlenkrolle gestartet. Im Reglement wäre eigentlich eine maximale Distanz von 150 Metern vorgesehen. Die Landefelder wurden zwischen den Startbahnen eingerichtet. Das war zwar für alle Piloten ein bisschen neu, aber das Gelände liess nicht mehr Platz zu. Am Samstag um 9.30 Uhr fiel der Startschuss zum Wettbewerb. Bei Nieselregen war der Schwierigkeitsgrad extrem. Flugzeiten von 10 Minuten waren nur bei sehr wenigen Durchgängen möglich.
Der Sonntagmorgen begann zunächst mit Nebel. Doch allmählich zeigte sich zaghaft die Sonne und zauberte den Piloten ein Lächeln aufs Gesicht. Weil Sonne meist auch Thermik bedeutet! Nach den ersten

Durchgängen mit Flugzeiten von unter 8 Minuten setzte schliesslich leichte Thermik ein. Bis zum Mittag war die Qualifikation für das Fly-off abgeschlossen. Zwischen Platz 1 und Platz 6 lagen nach elf Runden und einem Streichresultat nur 1,1 Prozent Unterschied, eine sehr enge Angelegenheit also.
Doch im Finale mit einer Rahmenzeit von 15 Minuten fing es für alle bei null an. Obwohl ein bisschen Thermik vorhanden war, flogen die Piloten auf Sicherheit – keiner wagte den Kurzstart. Am Ende eines packenden Fly-offs mit zwei Durchgängen hatte Dominique Wettstein (CH) die Nase vorne. Hinter ihm platzierten sich Thomas Kuebler (CH) und Roland Kurtz (D) auf den Ehrenplätzen. Bei der Siegerehrung richtete die Düdinger Gemeinderätin
Marianne Dietrich, Verantwortliche für den Sport, ein paar Worte an das Publikum und die Piloten. Die Fribourg's Trophy sei für sie eine sehr lehrreiche Veranstaltung gewesen. «Man kann es auch Weiterbildung nennen, denn mir war nicht bewusst, dass Modellflug auch ohne Störung der Umgebung möglich ist», sagte sie.
Nach einem gelungenen Anlass mit ausgezeichneter Stimmung unter den Piloten und Helfern steht bereits fest, dass nächstes Jahr am gleichen Ort die 4. Fribourg's Trophy stattfinden wird, wieder als Weltcup und Euro-Contest. Als Datum wurde das Wochenende vom 21./22. Mai 2022 festgelegt. ■
*Christian Hunkeler*


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