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Nurflügler «Phänomen», Jahrgang 1973

von Gody Wettstein
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Nostalgie in modernem Outfit

Autor Gody Wettstein meint dazu: «Eigentlich wollte ich nach der intensiven Winterarbeit nur meine Werkstatt aufräumen ... Nach dem Bau zweier «Vollblut-Modelle», eines 2-motorigen Urvogels (namens «Pterodactyl») und einer «Funtana», war eben gar nichts mehr am richtigen Platz, im Klartext: eine organisierte Sauordnung.»

Also: Schluss mit Aufräumen ...! Mitten in dieser Aufräumaktion kam mir der Plan eines Nurflüglers, Jahrgang 1973, in die Finger, und auch die tolle Beschreibung des Konstrukteurs hat mich begeistert und motiviert, sofort mit dem Bauen zu beginnen: Vor 40 Jahren wurden die Querruder des «Phänomen» noch über Bowdenzüge gesteuert. Die zwei Servos dazu waren im Rumpfboot installiert und für die Aileron-Funktion

mechanisch gekoppelt. Optional war ein Heckmotor von 1,5 cm3 vorgesehen. Den Nachbau wollte ich jedoch zeitgemäss, aber mit den heutigen, modernen Mitteln und Möglichkeiten, bewerkstelligen: Tragfläche (Spannweite 1,8 m) einteilig.


Flügel und Rumpf

Das Original hatte 2-teilige Flächen, verbunden mit 5 mm Klaviersaitendraht (früher mussten die Flieger eben noch



«rucksackgerecht» gebaut werden). Anstelle des unschönen Rumpfbootes wählte ich dasjenige meines «Hai 3». Die Dimensionen konnte ich 1:1 übernehmen. Lediglich die Heckpartie musste ich leicht anpassen. Im Rumpfboot sind



I N F O R M A T I O N !

Das fliegende Brett «P H Ä N O M E N»

ist das Ergebnis einer mehrjährigen Entwicklungsarbeit.

Es ist nicht am grünen Tisch entstanden, sondern in hartem Einsatz in der Praxis erprobt.

Das bekannte druckpunktfeste Profil Eppler 182 verleiht dem Modell Flugeigenschaften, die momentan wohl von keinem Nurflügel zu übertreffen sind.

Die ungeahnt stabile Fluglage sowie Leistung werden Ihre Erwartungen übertreffen.

Für jeden Piloten, der mit den Funktionen von Quer- und Höhenruder vertraut ist, problemlos zu fliegen. Kein kritischer Geschwindigkeitsbereich!

Hangflieger werden die unwahrscheinliche Wendigkeit zu schätzen wissen. Manövrieren erstklassig!

Thermiksegler werden durch die geringe Flächenbelastung auf ihre Kosten kommen.

Hochziehen am Seil: wie auf Schienen (sprichwörtlich!)

Für den Einsatz als Motorsegler genügt ein Motor 1,5 ccm.

Die Eigenschaften eines RC1-Modells erhält das «PHÄNOMEN» durch folgendes Rezept:

1. Spannweite von 1,80 m beliebig bis auf ca. 1,40 m reduzieren. (Als Kofferraummodell entsprechend Ihrem Auto. Tragfläche dann nicht teilen. Dadurch weniger Gewicht und eine noch geringere Flächenbelastung.
2. Einsatz eines Motors (1,5 ccm genügt)
3. Einsatz eines zusätzlichen Servos für Seitenruderfunktion; die Rollen werden dann präziser.

Schliesslich sei noch die einfache Bauweise erwähnt. (Keine V-Form, keine Pfeil-Form, keine Schränkung!) Frage: Kennen Sie ein Modell, welches ausser diesen Vorzügen noch diese verschiedenen Möglichkeiten bietet?

Daher der Name «PHÄNOMEN». Auch im Fliegen trägt es seinem Namen Rechnung.

Das «PHÄNOMEN» hat sein Können vor vielen Sportzeugen (Experten) unter Beweis gestellt.

Fliegen auch Sie die Schau mit dem «PHÄNOMEN».

Das «PHÄNOMEN» — mein Beitrag zum ungetrübten Fliegen.

Schlangen 2, im Juli 1973

Ihr Fliegerkamerad

F.W. Wulfkühle


Mit viel Herzblut verfasste Beschreibung des Konstrukteurs und die technischen Angaben meines «Phänomen 2».

lediglich Antriebsmotor, Regler und Lipo untergebracht. Erwähnenswert ist speziell, dass Empfänger und Seitenruder-Servo in der Unterseite tragflächenmittig eingebaut sind. Dadurch ist nur eine einzige elektrische Verbindung zum Rumpfboot (Empfänger → Regler) notwendig. Mittels einer einzigen M6-Schraube sind Tragfläche und Rumpfboot verbunden. Das Tragflächenprofil ist ein Eppler 182, also mit

S-Schlag, das die «phänomenalen» Flugeigenschaften garantieren soll. Anstelle der originalen Querruder (je 880 mm) habe ich konventionelle Quer-/Höhenruder vorgesehen (je 600 mm Querruder und je 280 mm Höhenruder). Ailerons haben meines Erachtens den grossen Nachteil bei Vollausschlag von Quer und Höhe: Eine Tragflächenhälfte hat dann einen extrem unaerodynamischen Ausschlag. Bei der ande-



ren Flügelhälfte kompensiert sich der Ausschlag praktisch auf 0. Das ergibt eine sehr asymmetrische Anströmung! (Ist aber nur meine ureigene Idee...). Natürlich könnten Quer- und Höhenruder-Servos jederzeit auf Simultanbetrieb umprogrammiert werden und der Aileron-Betrieb wäre wieder gegeben.


Eigene Ideen sollen einen Namen haben

Um den Schwerpunkt nach Plan einhalten zu können, bedurfte es leider ca. 500 g Blei in der Nase. Vermutlich wegen der vier Servos in der Tragfläche und der relativ schweren Oracover-Folie. Allerdings habe ich keine Gewichtsangaben vom Original. Die Flächenbelastung liegt nun bei knapp 40 g/dm2, ohne Blei wären es nur 30 g/dm2. Wegen der zahlreichen technischen Verbesserungen nach eigenen Ideen habe ich den Vogel nun auf den Namen «Phänomen 2» getauft.


Start zum Erstflug

Wie schon der Bericht des Konstrukteurs sagt, ist das Fliegen, auch mit meinem «Phänomen 2», absolut problemlos. Die Ruderausschläge musste ich verkleinern, da sich der Vogel (nicht der Pilot) ziemlich nervös aufführte. Mit abgestelltem Triebwerk ist die Maschine ungewohnt langsam, verspricht aber dank des Profils Eppler 182 sehr gute Gleit-



und Segeleigenschaften. Zum Landen muss man flach daherkommen, da der Vogel zum Aufsetzen gar keine Lust zeigt.

Gody Wettstein →


Datenblatt Elektro-Nurflügler «Phänomen 2»
Modellname:Phänomen 2Technische Daten:
Verwendungszweck:Allround-ModellSpannweite:1,80 m
Modelltyp:Planmodell in HolzbauweiseLänge:0,765 m
Aufbau:Tragflächentiefe:45,0 cm
Rumpfboot:Flugzeugsperrholz/BalsaTragflächeninhalt:79 dm2
Rumpfboot leer300 gFlächenbelastung:40 g/dm2
Rumpfboot flugfertig1434 gTragflächenprofil:Eppler 182
(inkl. Motor, Akku, Regler, Blei)Profil Seitenleitwerk:Flach
Einteilig, Balsa/Kiefer/Kohleband,Abflug-Gewicht:3,125 kg
10×0,5 oben/unten
2 Querruder/Balsa
2 Höhenruder/Balsa
Balsa, fix mit der Tragfläche verleimt
Tragfläche:Antrieb:
Seitenleitwerk:Motor:Kontronik KIRA 480-31
Bespannung/Oberfläche:Bügelfolie ORACOVER/Acryl-SpraydoseGetriebe:5,2 :1
RC-Funktionen – Komponenten:Drehzahlen:50% = --- U/Min.
Höhe/Quer:HITECje 2× HS-5645MGStromaufnahme:50% = --- A/--- KW
Seite:HITECHS-225MGPropeller:epower
Fernsteueranlage Futaba:FX-30/R6008 HSSpinner:epower
EmpfängerFlugakku:LiPo 3S 1P
Stromversorgung BEC via ReglerRegler:PHOENIX ICE LITE 75
BESONDERHEITEN:
Originalplan PHÄNOMEN (1973): Gesteuert über Bowdenzüge → kombiniertes Quer-/Höhenruder (Aileron)
«Tragflächen 2-teilig mit Steckung; 2 Servos für Ailerons im Rumpfboot»
Seitenruder-Steuerung optional für Kunstflug (schönere Rollen)
Motorvariante: 1,5-cm3-Motor im Heck
Nachbau PHÄNOMEN 2 (2012): Querruder/Höhenruder separat und gesteuert über 4 Servos.
Seitenruder mit 1 Servo
Tragfläche einteilig. Rumpfboot nach Plan Hai 3 (wesentlich eleganter!)
Empfänger und Seitenruder-Servo in Tragfläche. Dadurch ist nur eine einzige Verbindung zum Rumpfboot notwendig!
(Regler → Empfänger)
«Antriebsmotor/Spinner; integriert in Rumpfnase»



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